Gesunder Plausch im Hallenbad

Rote Augen, trockene Haut, Fuss- oder Scheidenpilz ... Nach dem Besuch im Hallenbad kann es an einigen Körperstellen jucken. Dagegen können Sie aber viel tun.

Ob Training oder Spass: Schwimmen ist sehr gesund. Aber auch im Chlorwasser? Wie beugt man Fuss- und Scheidenpilz vor? Und was kann man gegen rote Augen oder trockene Haut und Haare tun?

Chlor: Waffe gegen schädliche Keime

Wo sich viele Menschen in lauwarmem Wasser tummeln, fühlen sich auch Krankheitserreger wohl. Darum enthält Badewasser in der Regel Chlor. «Chlor ist ein Desinfektionsmittel», sagt Drogist und Poolspezialist Roland Schläpfer. «Es sorgt dafür, dass Badegäste nicht krank werden, indem es Viren, Bakterien und Pilze tötet.» Das Problem mit Chlor ist aber, dass es mit anderen organischen Substanzen wie Schweiss, Hautschuppen oder Urin reagiert und schädliche Verbindungen eingeht. Diese können die Augen und die Atemwege wie Nase oder Bronchien reizen und bei entsprechend veranlagten Personen sogar Asthma auslösen. Deshalb ist es wichtig, dass die Betreiber öffentlicher oder privater Bäder das Chlor richtig dosieren. Schläpfer: «Stimmt die Dosis, ist das Risiko für gesundheitliche Beschwerden relativ klein.» In der Schweiz wird der Chlorgehalt des Wassers von den Behörden überprüft.

Beschwerden in den Griff bekommen

Trotzdem kann es passieren, dass man bei einem Besuch in der Badi ein unliebsames Andenken mit nach Hause nimmt. Drogist Schläpfer hat die besten Ratschläge für Sie parat:

Fusspilz

Pilzsporen gibt es überall, wo es feucht und warm ist, also etwa in Duschen, Saunen oder Fitnessräumen. Bei guten Bedingungen überleben sie mehrere Monate. Wer an Risikoorten barfuss geht, riskiert also, so einen Plagegeist aufzulesen. Das geht so: Alle Menschen verlieren laufend unsichtbar kleine Hautschuppen. Befinden sich pilzhaltige Schuppen auf dem Boden, können diese in die aufgeweichte Fusshaut eines anderen Menschen eindringen.

Symptome

  • Hartnäckiges Jucken

  • Gerötete und schuppige Haut

  • Eventuell kleine Blasen

  • Haut sieht wie aufgeweicht aus

  • Achtung: Jemand kann bereits einige Zeit mit Fusspilz infiziert sein, ohne es selbst zu merken

Fusspilz vorbeugen

  • Tragen Sie Badeschlappen, so kommen die Füsse nicht in Kontakt mit pilzhaltigen Hautschuppen.

  • Trockenen Sie ihre Füsse nach dem Duschen gut, auch zwischen den Zehen.

  • Desinfizieren Sie die trockenen Füsse mit einem speziellen Fussspray aus der Drogerie.

Fusspilz behandeln

  • Fusspilz geht nicht von alleine wieder weg. Zur Behandlung gibt es Salben, Sprays oder Puder, die den Pilz abtöten. Lassen Sie sich in der Drogerie beraten. Pilzsporen sind robust und überleben lange. Daher sind die folgenden ergänzenden Massnahmen wichtig:

  • Waschen Sie Ihre Socken mit einem desinfizierenden Waschmittel.

  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe.

  • Zu Hause nach dem Duschen sollten Sie die Füsse gut abtrocknen und desinfizieren, um Personen, die im gleichen Haushalt leben, nicht anzustecken.

Hier erfahren Sie mehr über die Behandlung von Fusspilz.

Scheidenpilz

Ist das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora, etwa durch Hormonumstellung oder übertriebene Hygiene, gestört, können Frauen sich im Hallenbad mit einem Scheidenpilz anstecken. «Aber auch Chlorwasser greift das empfindliche Ökosystem in der Scheide an», sagt Schläpfer. «Wasser lässt die Schleimhäute zusätzlich aufquellen. Diese beiden Faktoren erleichtern es Pilzen, sich einzunisten.»

Symptome

  • Jucken

  • Brennen

  • Mehr Ausfluss als sonst (geruchlos)

  • Eventuell Rötungen und Schwellungen

Scheidenpilz vorbeugen

  • Den nassen Badeanzug sollten Sie nach dem Schwimmen sofort ausziehen und den Intimbereich abtrocknen, weil Pilzsporen sich in feuchtwarmem Klima wohl fühlen.

  • Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche, Binden und Slipeinlagen.

  • Kapseln, Tampons, Gels und Zäpfchen mit Milchsäurebakterien sorgen für ein gutes Gleichgewicht der Vaginalflora.

  • Waschen Sie Ihre Intimzone nicht mehr als einmal täglich – und nur mit speziellen Intimpflegeprodukten, die das empfindliche Milieu nicht zerstören.

Scheidenpilz behandeln

  • Die Behandlung hängt von Ursachen und Symptomen ab. In der Drogerie gibt es eine breite Palette an natürlichen Mitteln: von Homöopathie, Spagyrik und Schüssler-Salzen bis zu speziellen Antipilzmitteln.

  • Zum Arzt, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten oder die Symptome trotz Behandlung nicht bessern. Ebenfalls wenn eine Pilzinfektion mehr als viermal pro Jahr auftritt. Schwangere und Frauen unter 18 Jahren müssen in jedem Fall zum Arzt.

Hier erfahren Sie mehr über die Behandlung von Scheidenpilz.

Trockene Haut

Wasser und Seife schwemmen die hauteigenen Fette, die die Haut feucht halten und vor Krankheitserregern und Schadstoffen schützen, aus der obersten Hautschicht heraus. Schläpfer: «Die Haut wird trocken und schuppt leicht. Manchmal bilden sich zudem kleine Risse. Das Chlor kann dann in die Haut eindringen und sie zusätzlich reizen.»

Trockene Haut vorbeugen und behandeln

  • Cremen Sie Ihre Haut nach dem Schwimmen mit einer befeuchtenden und rückfettenden Lotion ein. Drogist Schläpfer empfiehlt eine Creme mit den Schüssler-Salz-Nummern 1 und 11. Idealerweise benutzen Sie zudem auf Ihren Hauttyp abgestimmte Pflegeprodukte.

  • Trinken Sie genug und nehmen sie ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich. Diese spenden der Haut von innen Feuchtigkeit. Omega-3-Fettsäuren befinden sich zum Beispiel in Rapsöl, Lachs und Walnüssen. Ergänzend helfen Fischölkapseln aus der Drogerie.

  • Waschen Sie sich nicht mit synthetisch parfümierten Produkten. Diese schaden dem natürlichen Hautschutz und können die Haut reizen.

Hier erfahren Sie mehr über die Behandlung von trockener Haut.

Trockene Haare

Wasser und Chlor strapazieren die Haare. Sie trocknen sie aus und lassen sie stumpf aussehen.

Trockene Haare vorbeugen und behandeln

  • Drogist Schläpfer empfiehlt Shampoo, Pflegespülungen und Kuren mit Weizenkeim- oder Amaranth-Extrakten.» Diese Getreidesorten enthalten reichlich Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar stärken, schützen und regenerieren.

Rote, trockene Augen

Rote Augen nach dem Schwimmen kennen die meisten. Manchmal brennen sie oder tränen. Schuld sind Substanzen (Trichloramin), die entstehen, wenn Chlor sich mit Urin, Schweiss und Schmutzpartikeln verbindet. Diese reizen die Augen. Normalerweise geht das schnell vorbei. Sind die Augen lange nach dem Bad gerötet, sollten Sie zum Arzt.

Rote Augen vorbeugen

  • Benutzen Sie eine Schwimmbrille.

Rote/trockene Augen behandeln

  • Greifen Sie zu befeuchtenden Augentropfen.

  • Omega-3-Fettsäuren befeuchten die Schleimhäute von innen. In der Drogerie erhalten Sie Fischölkapseln, die diese Fettsäuren enthalten.

  • Schüssler-Salze 3, 8 und 20 helfen gegen trockene Augen.

Hier erfahren Sie mehr über die Behandlung von trockenen Augen.

Wer diese Tipps und die allgemeinen Hygienevorschriften beachtet, kann den Hallenbadbesuch so richtig geniessen. Duschen Sie also, bevor Sie ins Schwimmbecken gehen, und benutzen Sie die Toilette. «Je sauberer das Wasser, desto weniger reizende Stoffe werden freigesetzt», sagt Schläpfer. Wer urinhaltiges Wasser schluckt, gefährdet seine Gesundheit übrigens nicht. «Urin ist steril.» Bekomme jemand nach dem Schwimmbadbesuch Durchfall, habe diese Person wahrscheinlich Coli-Bakterien erwischt. Diese überlebten bei zu wenig Chlor im Wasser.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Drogist Roland Schläpfer

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber

  • Suva

  • Bundesamt für Gesundheit