Fakten über Heilerde

Heilerde ist ein Tausendsassa. Sie hilft innerlich und äusserlich gegen vielerlei Beschwerden. Wir verraten Ihnen, wie sie wirkt.

Es klingt paradox, doch Dreck reinigt Magen, Darm und Haut. Natürlich nicht irgendein Dreck, sondern Heilerde. Diese besteht aus Lehm, Ton oder Löss. Heilerde enthält weder Farb-, Duft- noch Konservierungsstoffe oder Bakterien, dafür aber Mineralstoffe und Spurenelemente. Gesund ist sie auch, weil sie den Körper von Giftstoffen befreit.

Bewährte Behandlungsmethode

Bis heute existieren keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirkung von Heilerde. Es gibt aber Untersuchungen von Ärzten die zeigen, dass sie bei vielen Beschwerden helfen kann. Auch Volksmediziner haben gute Erfahrungen damit gemacht. Drogist HF Markus Wildisen: «Bei meiner Kundschaft ist die Nachfrage gross und viele sind zufrieden mit der Wirkung.»

Innerliche Anwendung

Schweizer Drogerien verkaufen Heilerde zum Schlucken vor allem in Form von Kapseln oder als feines Pulver. Das Pulver wird mit Wasser oder Tee vermischt. «Es schmeckt etwas erdig, deshalb greifen viele zu Kapseln», sagt Wildisen. Innerlich hilft Heilerde vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Sodbrennen oder bei Ungleichgewicht mit dem Säure-Basen-Haushalt.

So wirkt Heilerde von innen

Heilerde wirkt wie ein Schwamm. Im Köper bindet sie zum Beispiel Gifte, Gase und Stoffwechselprodukte sowie unbekömmliche Säuren und Fette. Das entgiftet den Organismus, was sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt, den Cholesterinspiegel, die Darmflora und das Immunsystem auswirkt. Heilerde absorbiert aber nicht nur Substanzen. Sie liefert auch welche. Vor allem Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium sowie Spurenelemente wie Eisen, Zink und Chrom. Diese Nährstoffe sind wichtig für den Stoffwechsel – also für viele Prozesse im Körper, bei denen Stoffe zu Zellen transportiert, umgebaut und wieder entfernt werden. Je nach Produkt variiert der Mineralstoffgehalt der Heilerde.

Heilerde auf der Haut

Heilerde zur äusserlichen Anwendung ist gröber als solche für die innerliche. Wer diese anwendet, kann damit viele Beschwerden behandeln: von Hautproblemen, Insektenstichen und Sonnenbrand über leichte Brandwunden bis hin zu Geschwüren, Muskel- und Gelenkbeschwerden. Mit einem Heilerdebrei aus Pulver und Wasser oder Tee lassen sich zum Beispiel Wickel, Auflagen oder Gesichtsmasken zubereiten. Genauso wirksam sind auch Bäder mit Heilerde. Und bei Entzündungen im Rachenraum empfehlen Drogistinnen und Drogisten, mit Heilerdewasser zu gurgeln. Manche waschen auch ihre Haare mit Heilerde, weil sie Fett und Schuppen entfernt.

So wirkt Heilerde von aussen

Wirkung von kalter Heilerde
Heilerdewickel oder -auflagen sind oft feucht und entweder kalt oder warm. Durch Kälte und Druck auf die Haut verengen sich die Blutgefässe. Das dämpft Entzündungen, lindert Schmerzen und wirkt abschwellend. Wenn die kalte, feuchte Heilerde anschliessend auf der Haut trocknet, entsteht eine Art Sog. Dadurch absorbiert die Erde Stoffe wie Fett, Talg und Eiter.

Bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Ekzemen und Insektenstichen dürfen Sie anstelle von feuchter Heilerde trockenes Pulver auf die betroffene Körperstelle pudern. Dieses wirkt unter anderem kühlend, schmerzlindernd und es saugt Wundsekrete auf. Dasselbe bewirkt Gurgeln mit Heilerdewasser im Mund, beispielsweise bei Entzündungen im Rachenraum.

Wirkung von warmer Heilerde
Feuchte, wärmende Heilerdeumschläge oder -bäder empfehlen Experten in der Regel bei nicht entzündlichem Rheuma, Muskelverspannungen, Unterleibsschmerzen, Grippe und Erkältung – nicht aber bei Entzündungen und Venenproblemen. Dadurch, dass Wärme die Durchblutung anregt, können sich Entzündungen und Schmerzen noch verschlimmern. Bei Verspannung und Verkrampfung hingegen wirkt Wärme entspannend und schmerzlindernd.

Behandlungen kombinieren

Oft ist es sinnvoll, eine innerliche und äusserliche Behandlung zu kombinieren. «Bei Akne und Rheuma beispielsweise ist meistens auch das innere Gleichgewicht gestört. Deshalb rate ich, von innen und aussen zu entgiften, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern», sagt Wildisen.

Dauer der Heilerdebehandlung

Bei einer akuten Beschwerde dauert eine Heilerdebehandlung in der Regel rund fünf Tage, bei einer chronischen empfiehlt der Drogist eine längere Kur. Wer auf eigene Faust Heilerde anwenden möchte, lässt sich am besten vorab in der Drogerie beraten.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Drogist HF Markus Wildisen

  • Buch «Natürlich gesund mit Heilerde» von Monika Mayer, AT Verlag, 2008

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes