Sonnenbrand behandeln

10 Tipps bei Sonnenbrand

Bereits ein einziger Sonnenbrand ist einer zu viel. Wenn's trotzdem passiert, dann gibt es nur eins: Die Sonne meiden, kühlen und cremen.

Bei ersten Anzeichen eines Sonnenbrands sollten Sie schleunigst raus aus der Sonne, sagt Drogist Peter Dobler. «Bleiben Sie drinnen, bis die Verbrennung vollständig geheilt ist. Das kann einige Tage dauern.» Sogar im Schatten bekommt die Haut noch Sonnenstrahlen ab. Ist die Haut stark rot und bilden sich Blasen, sollten Sie zum Arzt. Leichten Sonnenbrand können Sie selber behandeln. 10 Tipps von Drogist Peter Dobler:

1. Ist die Haut leicht rot, hilft ein kühlendes, feuchtigkeitsspendendes Gel oder eine Lotion aus der Drogerie. Tragen Sie dieses mehrmals pro Tag auf die Haut auf.

2. Quark- oder Heilerdewickel kühlen bei leichtem Sonnenbrand und versorgen die Haut mit Feuchtigkeit. Magerquark oder Heilerdepaste in ein Tuch geben und den Wickel auf die gerötete Haut legen, solange er kühlt. Achtung: Quark und Heilerde nicht direkt auf die Haut streichen, das Abwaschen kann die Haut reizen. Wickel mehrmals pro Tag anwenden.

3. Ein kühlender Schaumspray aus der Drogerie spendet der Haut Feuchtigkeit und pflegende Vitamine. Diesen mehrmals pro Tag auf die verbrannte Haut aufsprühen und nicht verreiben. Er zieht von alleine ein.

4. Eine kalte Dusche kühlt die Haut. Um Schmutz, Chlor oder Salz zu entfernen, greifen Sie am besten zu einem milden Duschgel. Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden sollten nicht zu kalt duschen.

5. Ein Après-Soleil oder eine Gesichtsmaske mit Aloe vera befeuchtet, soll entzündungshemmend wirken und Schmerzen lindern. Bei Bedarf auftragen. Achtung: Das Abwaschen der Gesichtsmaske kann die Haut reizen, seien Sie vorsichtig.

6. Homöopathische Sprays mit Calendula, Cantharis, Echinacea und Urtica mehrmals täglich in den Mund oder auf die Haut sprühen. Das unterstützt die Regeneration und kühlt. Da die Haut nicht offen ist, brennt der im Spray enthaltene Alkohol nicht.

7. Trinken Sie viel Wasser, damit sich die Flüssigkeitsspeicher der Haut wieder auffüllen können.

8. Entzündungs- und schmerzlindernd, entgiftend und regulierend wirken die Schüssler-Salze 3 und 8. Die Anwendung hängt vom Präparat ab. Lassen Sie sich in der Drogerie beraten.

9. Schmerzmittel mit Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure lindern Schmerzen.

10. Bedecken Sie verbrannte Hautstellen mit dicht gewobenen, aber leicht aufliegenden Kleidern. Das schützt am besten vor UV-Strahlen und reizt die Haut nicht unnötig.

Achtung: Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Kinder sollten auf Produkte mit Duftstoffen verzichten. Sie können die Haut reizen. Auch Kühlbeutel oder Eiswürfel nie direkt auf die Haut legen, sondern mit einem Tuch umwickeln. Sonst kann es zu einer Kälteverbrennung kommen. Experten raten zudem von fettreichen Cremes und Salben ab. Sie können den Wärmeaustausch der Haut verschlechtern.

Sonnenbrand vorbeugen

Besser ist, es kommt gar nicht zum Sonnenbrand. Draussen ist Schatten der beste Sonnenschutz. Wer sich an der Sonne aufhält, sollte Kleider, Hut und eine gute Sonnenbrille tragen. Wichtig: Cremen Sie freie Körperstellen mit einer Sonnencreme ab Lichtschutzfaktor 30 ein.

Sonnenbrand kurz erklärt

Bei einem Sonnenbrand ist die Haut gerötet, brennt und juckt. Es können sich zudem Blasen bilden, schlimmstenfalls löst sich die Haut ab. Ist die Verbrennung stark, schmerzt jede Berührung. Äusserlich heilt ein Sonnenbrand relativ schnell. Im Inneren der Haut schädigt er jedoch Zellkerne unwiederbringlich. Das verändert das Erbgut und später kann daraus Hautkrebs entstehen. In der Schweiz erkranken laut der Krebsliga Schweiz jährlich 2700 Menschen am gefährlichsten, dem schwarzen Hautkrebs. Weniger fatale, aber unerwünschte Folgen von intensivem Sonnenbaden sind frühzeitige Hautalterung.

So entsteht Sonnenbrand
Die Haut kann sich für eine gewisse Zeit selber vor Sonnenlicht schützen. Treffen ultravioletten Strahlen auf den Körper, produziert die Haut den Farbstoff Melanin. Dieser schützt die Zellen. Melanin ist übrigens auch verantwortlich für den brauen Teint. Ist jemand zu lange in der Sonne, entzündet sich die Haut, sie rötet sich, ein Sonnenbrand ist da.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Krebsliga Schweiz

  • Drogist Peter Dobler

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes