Fruchtgemüse – sommerlich frisch

Tomaten, Peperoni oder Zucchetti: die fruchtigen Sommerboten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten.

– Zum Fruchtgemüse zählen alle Gemüse, deren Früchte essbar sind wie Tomaten, Gurken oder Peperoni. Botanisch gesehen ist das eigentlich falsch. Aus botanischer Sicht sind alle Früchte, die aus bestäubten Blüten entstehen, Obst. Gemüse hingegen sind andere Pflanzenteile (z. B. Blatt, Wurzel). In der Lebensmittelbranche und auch umgangssprachlich gelten jedoch nur süsse Früchte als Obst. Alles andere ist Gemüse. Fruchtgemüse liefert wichtige Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Auberginen und Peperoni enthalten sehr viel Vitamin C.

Aubergine

Die Aubergine ist ein sogenanntes Nachtschattengewächs. In Indien und China ist die eiförmige Pflanze schon seit Jahrtausenden bekannt. Die Schale enthält die Vitamine A, B1, B2 und C, das Fruchtfleisch nur einige Mineralstoffe. Darum: Auberginen nie schälen. Und Sie sollten die Früchte nie roh essen, da sie grössere Mengen Solanin enthalten. Dieses giftige Alkaloid kann Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder gar Bewusstlosigkeit verursachen. Besonders viel Solanin steckt in unreifen Früchten. Auberginen sind blutbildend und entzündungshemmend. Sie verflüssigen Schleim und helfen somit gut bei Bronchitis. Ihre Bitterstoffe unterstützen die Verdauung, sind jedoch bei zu viel Magensäure nicht zu empfehlen. Ein Küchentipp: Früher enthielten Auberginen viele Bitterstoffe, darum wurden die Früchte vor der Zubereitung gesalzen. Das ist bei den heutigen Sorten nicht mehr nötig.

Gurke

Die Gurke ist ein sehr altes Gemüse. Forscher fanden fast 10'000 Jahre alte Gurkensamen an Höhlenwänden an der thailändisch-burmesischen Grenze. Gurken bestehen zu 96 Prozent aus Wasser, damit gehört sie zu den kalorienärmsten Gemüsen. Allerdings ist auch ihr Vitamingehalt nicht besonders hoch, hingegen enthalten Gurken Mineralstoffe, vor allem Kalium und Phosphor. Ausserdem ist in Gurken ein dem Insulin verwandtes Ferment, das sie auch für Diabetiker empfehlenswert macht. Gurken sollen blutreinigend und wassertreibend sein und gut gegen Rheuma und Gicht wirken. Auch in der Kosmetik finden sie Verwendung. Im Sommer hilft eine Gurke besser gegen den Durst als ein Elektrolytgetränk. Gurkensaft ist zudem bei Fieber ein prima Durstlöscher und verschafft dem Körper gleichzeitig angenehme Kühlung. Bei Frauen in den Wechseljahren hilft er gegen Wallungen. Ein Küchentipp: Gurkensalat ist leichter verdaulich, wenn er 20-30 Minuten ziehen kann. Ganz frisch ist er knackiger, aber dem Magen weniger gut zuträglich.

Kürbis

Gut 800 Sorten umfasst die Familie der Kürbisgewächse, wobei nicht alle zum Verzehr geeignet sind (Zierkürbisse). Kürbisse enthalten viel Karotin, das der Körper zu Vitamin A umwandeln kann. Ausserdem haben Kürbisse Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Phosphor sowie viel Kieselsäure, die für Bindegewebe, Nägel und Haare wichtig ist. Kürbisfleisch wirkt leicht harntreibend, ist kalorienarm, enthält nur wenig Zucker und keine Säure und eignet sich somit gut als Kost für Magenkranke. Kürbis unterstützt das Entwässern des Körpers und hilft bei Säureüberschuss sowie gegen Verstopfung. Ein Küchentipp: Die Kürbiskerne können Sie im Backofen rösten und dann aus der Schale knacken. Sie bestehen bis zu 50 Prozent aus Fett und haben einen Eiweissgehalt von 35 Prozent. Ausserdem sind sie reich an Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Vitamin E. Kürbiskerne beugen Prostataerkrankungen vor beziehungsweise lindern sie und helfen auch gegen Reizblase.

Peperoni

Peperoni stammen aus Süd- und Mittelamerika, wo sie ursprünglich als Zierpflanze angebaut wurde. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie dank Züchtungen als Gemüse nutzbar. Peperoni sind unter allen Gemüsesorten der absolute Spitzenreiter beim Vitamin C-Gehalt. In einer grünen Peperoni stecken etwa 125, in einer roten 250 und mehr Milligramm. Zum Vergleich: 100 Gramm Zitrone haben nur rund 40 Milligramm Vitamin C. Ausserdem haben Peperoni ein eigenes Vitamin, das in keinem anderen Gemüse in nennenswerter Mengen enthalten ist: Vitamin P. Es regt den Blutkreislauf an. Eine andere Besonderheit ist der Reizstoff Capsaicin. Besonders viel davon ist in Chilischoten, was sie besonders scharf macht. Aus der herkömmlichen Peperoni wurde das meiste Capsaicin herausgezüchtet. Der Stoff wirkt anregend auf den Magen-Darm-Trakt, steigert die natürliche Widerstandkraft gegen Infektionskrankheiten und heilt, äusserlich angewendet, Abszesse und Entzündungen. Ein Küchentipp: Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte mit oder nach der Peperoni Milchprodukte oder etwas Stärkehaltiges essen. Ausserdem sollten sie die Haut der Peperoni entfernen, das macht sie leichter verdaulich.

Tomate

Die Tomate ist eines der beliebtesten Gemüse in der Schweiz. Sie enthält Vitamin A und C sowie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Weil die Vitamine dicht unter der Schale sitzen, sollten Sie Tomaten nicht häuten. Wer zu Gicht oder Nierensteinen neigt, sollte Tomaten meiden, denn sie enthalten Oxalsäure. Unreife (grüne) Tomaten sollten Sie nicht essen, darin steckt das Gift Solanin. Im Verlauf des Reifeprozesses baut sich das Solanin nach und nach ab und es bilden sich Lycopin und Karotin. Diese Stoffe sind hauptsächlich für die Farbe der Tomaten verantwortlich. Lycopin wird erst durch Erhitzen richtig wertvoll für unseren Körper. Darum sollten Sie Tomaten regelmässig auch gekocht essen. Bewahren Sie Tomaten nie im Kühlschrank auf, das nimmt ihnen das Aroma und macht sie weich und matschig. Ausserdem nie neben anderem Gemüse lagern, denn Tomaten geben das Reifegas Ehtylen ab, das kann andere Gemüsesorten verderben Ein Küchentipp: Verwenden Sie von November bis Mai statt frischer Tomaten solche aus der Dose. Sie haben mehr Aroma als Treibhaustomaten.

Zucchetti

Zucchetti ist eine Form des Gartenkürbisses. Der Name bedeutet auf Italienisch etwa soviel wie «kleiner Kürbis». Das Gemüse ist kalorienarm, reich an Vitaminen C und B1 sowie an Mineralstoffen, vor allem Kalzium, Phosphor und Jod. Wenn Sie den hohen Eisengehalt der Zucchetti richtig nutzen möchten, sollten Sie sie zusammen mit Fleisch essen. Zucchetti wirken gegen hohen Blutdruck und entsäuern den Körper durch Basenüberschuss. Ausserdem sind sie gut fürs Herz und stärken das Immunsystem. Und der Zucchetti wird nachgesagt, sie steigere die Konzentrationsfähigkeit und helfe gegen Verstopfung. Lagern Sie Zucchetti nie neben Äpfeln oder Tomaten. Durch das von ihnen abgesonderte Ethylen können sie schneller verderben. Ein Küchentipp: Zucchetti auf keinen Fall schälen, weil sonst ihr Aroma verloren geht und das zarte Fruchtfleisch beim Garen zerfällt.

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Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Verband Schweizer Gemüseproduzenten

  • 6. Schweizerischer Ernährungsbericht, Bundesamt für Gesundheit

  • Annemarie Wildeisen, «Gemüseküche», AT Verlag, 2003

  • Erklärung von Bern (Hrsg.), «Die Jahreszeiten-Küche, Gemüse», Unionsverlag, 1989

  • «Der Brockhaus. Ernährung», F.A. Brockhaus, 2001

  • Morga AG (Hrsg.), «Einfach kochen für jung & Alt. Grossmutters Kochtopf. 182 köstliche vegetarische Rezepte», 2006