Darmsanierung light, geht das?

Wer eine «echte» Darmsanierung durchführen will, braucht ein bis zwei Monate Zeit. Und gratis ist das Wiedererlangen der Darmgesundheit leider nicht zu haben.

Nicht jeder kann sich zeitlich oder finanziell eine umfassende Kur für eine Darmsanierung leisten. Deshalb die Frage: Gibt es auch eine «Darmsanierung ligth» - mit weniger Aufwand und fürs Portemonnaie verträglich?

Drogistin und Vitalstoff- und Ernährungsberaterin Denise Egli: «Wer unter chronischen Darmbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Reizdarm leidet und diese nachhaltig angehen will, kommt um eine gründliche Darmsanierung nicht herum.» Die klassische Darmsanierung braucht Zeit. «Alles andere bringt nicht den gewünschten Effekt», so Egli. Sie ist aber überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt: «Gerade für Menschen mit chronischen Verstopfungsproblemen ist eine Darmsanierung ein ausgezeichnete Lösung.» Idealerweise wird eine solche Kur zweimal pro Jahr durchgeführt. Denn das Grundproblem bei Darmbeschwerden ist ein Ungleichgewicht der Darmflora, wo zu viele krankmachende Bakterien auf zu wenig «gute», abwehrkräftige Bakterien stossen.

Um unser Darmsystem wieder in einen voll funktionsfähigen Zustand zurückzubringen, ist eine Darmsanierung in drei Phasen notwendig:

Reinigung

Eine Reinigung und Entschlackung kann zum Beispiel mit Bittersalz erfolgen: Die gestörte Darmflora, die Gärungs- und Fäulnisprozesse verursacht, wird abgebaut. Verklebungen und Krusten werden aus dem Darm gelöst.

Stimulation

Der träge Verdauungstrakt wird stimuliert und die wichtigen Entgiftungsorgane Leber, Galle und Niere werden angeregt. Die Produktion der Verdauungssäfte wird verbessert.

Regeneration

Wiederaufbau einer intakten Darmschleimhaut und Wiederansiedlung einer gesunden Darmbakterienflora mit einem Probiotikum.

«Dieser Prozess ist leider nicht von heute auf morgen zu bewältigen und dauert deshalb auch in der Regel 1 ½ - 2 Monate», sagt Egli.

Den Darm verwöhnen

Wenn jemand keine Darmprobleme hat und einfach etwas Gutes für seine Darm-Gesundheit tun möchte, so kann er vermehrt:

  • Fermentierte, probiotische Nahrungsmittel wie rohes Sauerkraut, Sauermilch und Roquefort-Käse essen.

  • Auf inulinhaltige Nahrungsmittel setzen. Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fructosemolekülen und kommt besonders reichlich in Knoblauch, Chicorée, Spargel, Topinambur und Lauchgewächsen vor. Inulin ist «Futter» für die guten probiotischen Keime.

  • Speisen mit verdauungfördernden Gewürzen und Kräutern verfeinern: Dazu gehören Pfeffer, Paprika, Ingwer, Curry, Fenchel, Anis, Kümmel, Lorbeer, Nelken, Peterli, Schnittlauch, Thymian, Oregano, Rosmarin oder Pfefferminze.

  • Ballaststoffreiche Nahrungsmittel fix in den Speiseplan einbauen.

  • Den Zuckerkonsum reduzieren, da Zucker ideale Nahrung für die schlechten Bakterien ist.

  • Viel trinken, regelmässig bewegen, Stress abbauen und genügend schlafen.

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Autorin und Redaktion: Katharina Rederer
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