Klassiker der Komplementärmedizin

Drogistinnen und Drogisten denken von Natur aus komplementärmedizinisch. Ein Blick auf die zehn in den Drogerien am meisten angewendeten Heilmethoden.

– Grundsätzlich entspricht das «komplementärmedizinische Denken» der «Natur» aller Drogistinnen und Drogisten. Folgende zehn Methoden stehen in den Drogerien im Vordergrund:

Phytotherapie

Die Pflanzenheilkunde ist die älteste Heilkunst. Heute gibt es in der Phytotherapie – aufgrund ihrer langen Entwicklungsgeschichte – viele vereinheitlichte Produkte. Diese sparen Zeit in der Behandlung, dafür sind die Produkte nicht auf jeden einzelnen individuell angepasst. Angewendet werden pflanzliche Arzneimittel hauptsächlich bei Schnupfen, Husten, Schmerzen sowie Problemen mit dem Bewegungsapparat, der Verdauung, dem Herz-Kreislauf-System oder der Ausscheidung.

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Homöopathie

Homöopathie geht auf den deutschen Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann zurück. Er prägte 1790 den Grundsatz: «Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt.» Die zehn- bis mehrhundertfach verdünnten Medikamente haben den grossen Vorteil, dass sie praktisch nebenwirkungsfrei sind. Zu den bekanntesten Anwendungsgebieten gehören Asthma, Allergien, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit, Hautkrankheiten sowie Magen- und Darm-Erkrankungen. In den Drogerien sind hauptsächlich Komplexmittel erhältlich, das heisst, Mischungen verschiedener Einzelmittel für bestimmte Krankheitsbilder.

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Spagyrik

Spagyrische Produkte werden arzneimittelrechtlich zu den homöopathischen Mitteln gezählt, obwohl sie in der Herstellungsweise unterschiedlich sind. Die Grundstoffe werden nicht in Alkohol angesetzt und durch Schütteln und Verdünnen potenziert, sondern vergoren, destilliert, getrocknet und verbrannt. Es entstehen ungiftige und ebenfalls nebenwirkungsfreie Heilmittel. Die 50 bis 80 Grundessenzen werden in fixen oder individuell zubereiteten Mischungen innerlich eingenommen. Besonders wirksam sind spagyrische Sprays bei Schlafstörungen, Unruhe, Schmerzen, Grippe, Hautekzemen und Durchblutungsstörungen.

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Schüssler Salze

Es gibt 25 biochemische Salze, die im menschlichen Blut zu finden sind. Sie werden unter anderem für verschiedene Stoffwechselvorgänge benötigt. Diese Salze werden nach homöopathischer Lehre potenziert und zum Beispiel bei Haut-, Nerven- und Stoffwechselproblemen oder Krämpfen eingesetzt.

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Bachblütentherapie

Der englische Arzt Edward Bach, der von 1886 bis 1936 lebte, bestimmte 38 Pflanzen, die er sieben Gruppen oder «Seelenzuständen» zuordnete: Angst, Verunsicherung, mangelndes Gegenwartsbewusstsein, Einsamkeit, Abgrenzungsprobleme, Mutlosigkeit und Verzweiflung bzw. Einmischung. Die wie in der Homöopathie potenzierten bzw. dynamisierten Urtinkturen helfen dem Menschen, mit psychischen Problemen aller Art umzugehen und diese besser zu verarbeiten.

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Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin baut auf der Weltanschauung Rudolf Steiners auf, verwendet auf Naturbasis hergestellte Heilmittel und berücksichtigt die Psychosomatik. Im Gegensatz zur Phytotherapie werden in der anthroposophischen Medizin auch die Mineralien stark mit einbezogen.

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Vitalstofftherapie/ Orthomolekulare Medizin

Bei der Vitalstofftherapie handelt es sich um die Ergänzung der täglichen Nahrung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Angewendet werden die Produkte vorzugsweise bei Mangelerscheinungen oder in Zeiten erhöhten Bedarfs, etwa bei Schwangerschaft, beruflichem Stress oder Stoffwechselkrankheiten.

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Traditionelle chinesische Medizin

Die Traditionelle chinesische Medizin TCM hat zum Ziel, die Harmonie im Menschen wieder herzustellen. Dies geschieht etwa mittels Akupunktur, Akupressur oder Heilkräutern. Die Philosophie der fünf Elemente ist vielseitig anwendbar: Sie ist immer dann gefragt, wenn bestimmte natürliche Grundmuster des Menschen näher beleuchtet und erklärt werden sollen.

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Tibetische Medizin

Wenn entzündliche Prozesse im Körper chronisch werden, können tibetische Arzneimittel von grossem Nutzen sein, zum Beispiel bei Arteriosklerose. Die aus bis zu 30 verschiedenen Kräutern zusammengesetzten Mittel wirken auf verschiedenen Ebenen eines Entzündungsprozesses.

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Aromatherapie

Aromatherapie ist die moderne Anwendung von ätherischen Ölen. Sie werden dem Körper über Duftlampen, Salben, Massageöle oder Badezusätze zugeführt. Natürliche ätherische Öle helfen hauptsächlich bei psychischen Problemen.

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Unterschiede zwischen Komplementär- und Schulmedizin

Während in der Schulmedizin meist ein bestimmtes Symptom im Vordergrund steht, das bei jedem Menschen gleich behandelt werden kann, orientiert sich die Komplementärmedizin an der Syndromlehre. Das heisst, sie untersucht eine ganze Reihe von aufeinanderfolgenden Erscheinungen im Bezug auf Körper, Geist, Seele und Umfeld und kann so die Therapie individueller anpassen. Diese umfasst meist auch eine Verhaltensänderung. Wenig ausrichten kann die Komplementärmedizin bei akuten Notfällen. Heilt hingegen zum Beispiel ein Beinbruch schlecht, kommt die Komplementärmedizin wieder zum Zuge.

Autor: Jürg Bareiss
Redaktion: Nadja Mühlemann
Quelle
  • «Drogistenstern»