Husten natürlich behandeln

Tee, Inhalationen und Bäder: Bei Erkältungshusten helfen zahlreiche Heilpflanzen. Eine Drogistin gibt Tipps.

Es fühlt sich zwar nicht so an, aber Husten hat durchaus Vorteile. Der Reflex befreit die Atemwege explosionsartig von schädlichen Substanzen wie Staub, Schleim oder Gasen. Die kräftigen Luftstösse erreichen eine Geschwindigkeit von fast 1000 Stundenkilometern. Husten ist also keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers.

Ursachen von Husten

Drogistin Rita Röllin: «Häufig sind Erkältungsviren schuld am Husten. Bei einer Atemwegsinfektion produziert die Bronchialschleimhaut vermehrt Schleim. Der Körper versucht, diesen durch Husten loszuwerden.» Doch Husten kann auch eine schwere Krankheit wie Asthma, Pseudokrupp oder Keuchhusten begleiten. Dauert er länger als eineinhalb Wochen oder ist Blut im Auswurf, sollten Sie zum Arzt.

Reiz- und Bronchialhusten

Es gibt zwei Arten von Husten. Den trockenen Reizhusten, der im Rachen sitzt, und den Bronchialhusten mit Schleim. Bei einer Erkältung oder Grippe kann aus einem Reizhusten innert ein bis drei Tagen ein verschleimter Husten entstehen. «Husten mit Schleimauswurf sollten Betroffene nicht mit Medikamenten unterdrücken, denn die Atemwege müssen sich vom Schleim befreien», sagt Röllin.

Husten behandeln

Besser ist es, Husten Schritt für Schritt mit sanften Mitteln zu lindern. Drogistin Röllins Tipps:

1. Zu Beginn des Hustens sollten Sie die Atemwege und den Hals-Rachen-Raum beruhigen sowie die Schleimproduktion anzukurbeln. Dafür sorgen Erkältungssalben aus der Drogerie, befeuchtende Lutschtabletten sowie Inhalationen mit Kamille, Thymian, Salbei oder ätherischen Ölen wie Eukalyptus-, Pfefferminz- oder Thymianöl. Vorsicht: «Eukalyptus und Kampfer sind für Babys und Kleinkinder nicht geeignet. Sie können schlimmstenfalls Atemnot auslösen», sagt die Drogistin. «Besser für die Kleinen sind beispielsweise ein gemmotherapeutischer Mundspray mit Hagebutten oder wärmende KartoffelwickelWickel seien allerdings auch für Erwachsene gut – sowie eine warme Honigmilch.

2. In der nächsten Phase ist es wichtig, die Bronchien von Fremdkörpern und Schleim zu befreien. Gute Erfahrung hat Röllin mit Hustensirupen, individuellen spagyrischen Mischungen oder homöopathischen Mitteln gemacht. Auch eine Teemischung mit Thymian, Spitzwegerich, Huflattich, Eukalyptus, Efeu, Anis und Schlüsselblume löst den Schleim. Daneben können Sie Holunderbeerensaft oder -sirup, mit heissem Wasser aufgegossen und mit wenig Honig abgeschmeckt, trinken.

3. In der sogenannten produktiven Phase sollten Sie den Schleim abhusten. Achtung: Hustenblocker sind jetzt tabu – ausser Sie können wegen des Hustens in der Nacht nicht schlafen. Oft hilft es auch, wenn Sie im Bett den Oberkörper etwas höher lagern.

Generell bei Husten ist ab und zu ein warmes Erkältungsbad wohltuend und entspannend. Wer Informationen zur Behandlung einer akuten oder chronischen Bronchitis oder eines Keuchhustens möchte, erfährt mehr in unserer Übersicht.

Husten vorbeugen

Ein intaktes Immunsystem ist der beste Garant dafür, sich keinen Husten einzufangen. Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, genügend Schlaf, regelmässige Bewegung sowie Wechselduschen und Saunabesuche stärken die Abwehr. Einen gesunden Lebensstil können Sie zudem mit immunstärkenden Präparaten aus der Drogerie ergänzen. Drogistinnen und Drogisten empfehlen zum Beispiel oft Mittel mit Echinacea oder Nahrungsergänzungsmittel mit Zink und Vitamin C. Daneben sorgen salzige Nasenspülungen oder Nasensalben dafür, dass Erkältungsviren oder Bakterien weniger gut über die Nase in den Körper gelangen. Mehr Tipps zur Vorbeugung von Erkältungen erhalten Sie hier.

Autoren: Christa Friedli, Didier Buchmann, Vanessa Naef
Redaktion: Didier Buchmann, Vanessa Naef
Quellen
  • Drogistin Rita Röllin

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes

  • www.lungenarztzentrum-koeln.de