Fasten in Varianten

Das Fasten hat historisch gesehen eine lange Tradition und kommt in vielfältigen Formen und Ritualen vor. Gefastet wurde seit jeher vor allem im Frühling, wobei neben religiösen Aspekten besonders die Darmreinigung im Zentrum stand.

Zum Fasten sagte der griechische Arzt Hippokrates (460–370 v. Chr.): «Sei mässig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.»

Heute stehen verschiedenste Fastenmethoden zur Auswahl. Wichtig ist, im Vorfeld einer Kur seine persönliche Motivation für eine Fastenkur zu klären und einen geeigneten Moment für die Durchführung zu definieren.

Die gängigsten Fasten-Methoden

Saftfasten nach Buchinger

Beim Saftfasten nach Buchinger wird dem Körper durch Gemüsebouillon und Säfte eine geringe Menge von Kalorien, aber auch Vitamine und Mineralien zugeführt. Das soll die Belastung des Körpers verringern.

Saftfasten nach Breuss

Der von Rudolf Breuss entwickelte Saft enthält Randen-, Karotten-, Kartoffel-, Rettich- und Selleriesaft. Während der Kur wird fünf- bis sechsmal täglich ein Deziliter mit der gleichen Menge Wasser verdünnt eingenommen werden. Das basenüberschüssige Saftgemisch eignet sich übrigens auch sehr gut für einen wöchentlichen Entlastungstag. Es gibt auch andere Frucht- und Gemüsesäfte, die sich gut für eine Saftkur eignen, Holunder beispielsweise. Die Säfte können mit Leinsamen und Entschlackungstee ergänzt werden, um den entschlackenden Effekt zu verstärken.

Fasten nach Mayr

Bei Fasten nach Mayr gibt es zweimal täglich altbackene Brötchen mit etwas Milch. Es soll von der Grundintention her Fehlfunktionen des Darms beheben.

Schleimfasten

Beim Schleimfasten wird warmer Getreideschleim aus Hafer, Gerste, Buchweizen oder Reis gegessen. Diese Fastenform ist empfehlenswert, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben.

Molkefasten

Das Molkefasten führt dem Körper Eiweisse durch das Trinken von 1 bis 1,5 Liter Molke pro Tag zu. Molke gibt es frisch oder in Pulverform zu kaufen. Die Molke ist mineralstoffreich, fördert die Verdauung und beeinflusst den Säuren-Basen-Haushalt positiv. Zusätzlich werden noch verdünnte Fruchtsäfte und Gemüsebouillon getrunken.

Zitronensaftkur

Fünf- bis sechsmal täglich werden zwei Esslöffel frisch gepresster Zitronensaft, zwei Esslöffel Ahornsirup und eine Messerspitze Cayennepfeffer in ein Glas gegeben und mit zwei bis drei Deziliter Wasser aufgefüllt.

Basenfasten

Als milde Fastenform werden beim Basenfasten für eine begrenzte Zeit alle im Körper sauer wirkenden Nahrungsmittel wie Fleisch, Getreide- oder Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen. Erlaubt sind dagegen alle Nahrungsmittel, die der Körper basisch verstoffwechselt - im Wesentlichen also Früchte, Gemüse, Kräuter und Pflanzenöle. Dabei kann man nach dem Prinzip vorgehen: «Saures macht basisch, Süsses macht sauer.» Ein gutes Beispiel dafür ist die Zitrone, die basisch verstoffwechselt wird. Der Vorteil gegenüber dem traditionellen Heilfasten liegt darin, dass der Organismus weniger strapaziert wird und man so viel essen, wie man will. Die Stoffwechselarbeit des Körpers kann unverändert weitergehen, und durch ein normales Sättigungsgefühl fallen Fastenkrisen und Hungerattacken eher weg. Daher eignet sich das Basenfasten auch für Berufstätige, die nicht auf feste Nahrung verzichten wollen.

Wenn Sie das Wie geklärt haben, sollten Sie sich mit dem Fastenfahrplan, möglichen Beschwerden, unterstützenden Massnahmen, den Entgiftungsorganen, der Hautpflege, dem Fastenbrechen und mit Ideen für die Zeit danach vertraut machen.

Fasten- wie Entschlackungskuren sollten 6 bis maximal 14 Tage dauern. Wer über eine Woche fastet, sollte dies unter Aufsicht tun.

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Foto: © Maren Beßler / pixelio.de
Autorin: Christa Friedli Müller
Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • «Drogistenstern»

  • Sabine Wacker: «Basenfasten. Essen und trotzdem entlasten», Gräfe und Unzer Verlag, 2007.