Eisenmangel – wer ist gefährdet?

Eisenmangel trifft oft Frauen. Durch die monatliche Menstruationsblutung verlieren sie besonders viel Eisen und auch in der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht.

– Zu einer Eisenunterversorgung kann es aus verschiedenen Gründen kommen: beispielsweise durch eine ungenügenden Eisenzufuhr über die Nahrung und der mangelnden Bildung von Magensäure. Auch Magen-Darm-Blutungen und Erkrankungen wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) können zu einem Eisenmangel führen. Darüber hinaus gibt es Risikogruppen, die generell einen erhöhten Eisenbedarf haben. Dazu gehören in erster Linie die Frauen. Sie verlieren durch die Menstruationsblutung jeden Monat etwa 15 mg Eisen, demgegenüber steht eine empfohlene tägliche Eisenzufuhr von 15 mg für Mädchen und Frauen.

Schwangere

Auch Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eisenbedarf (30 mg/Tag). Bei Schwangeren vergrössert sich das Blutvolumen vor allem in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft im Körper stark. Empfehlenswert sind für sie pflanzliche Eisenpräparate. Zu einer weiteren Risikogruppe gehören Vegetarier und Veganer, die nebst Fleisch sämtliche Nahrungsmittel tierischen Ursprungs ablehnen, selbst Milch, Eier und Honig. Da das Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln vom Körper schlechter aufgenommen wird als Häm-Eisen, das vor allem in Fleisch enthalten ist, sollten Vegetarier und Veganer besonders gut auf eine genügende Eisenzufuhr achten.

Jugendliche

Der Bedarf an Eisen bei Jugendlichen ist mit täglich 10 bis 15 mg sehr hoch. Zum Vergleich: Ein 12-Jähriger benötigt etwa 25 Prozent mehr Eisen als sein Vater. Der hohe Bedarf kommt aufgrund der massiven Vergrösserung von Blutvolumen und Muskelmasse während der pubertären Wachstums- und Entwicklungsphase zustande. Bei Mädchen geht durch die einsetzende Menstruation zusätzlich Eisen verloren. Eisenmangel bei Jugendlichen verschlechtert die Sauerstoffversorgung in Gehirn- und Körperzellen, die Konzentration am Schreibtisch und die Ausdauer auf dem Sportplatz sinken.

Auch ältere Menschen leiden oft unter Eisenmangel. Dieser kann einerseits auf eine einseitige Ernährung zurückgeführt werden, andererseits kann die Unterversorgung mit Eisen im Alter auch eine Folge von Erkrankungen und/oder langfristiger Medikamenteneinnahme sein.

Untersuchungen zeigen, dass auch die Eisenwerte bei intensiv trainierenden Sportlern bis zu 10 Prozent unter dem Normalwert liegen. Und Blutspender gehören ebenfalls zur Risikogruppe, da grössere Blutverluste immer auch mit einem erhöhten Verlust an Eisen verbunden sind.

Eisenspeicher füllen

Geht es darum, die Eisenreserven aufzufüllen, sind Eisentabletten mit Vitamin B12 und anderen wichtigen Komponenten zur Herstellung der roten Blutkörperchen und deren Farbstoff empfehlenswert, wie zum Beispiel Vitamin B1, B2, B6, Folsäure und Vitamin C. Betroffene, denen das Tablettenschlucken nicht behagt, sind mit einem pflanzlichen Tonikum gut beraten, das mit Vitamin C aus Früchten angereichert ist. Eisenpräparate gibt es auch in anderen Darreichungsformen, zum Beispiel als Brausetabletten, Kapseln oder Tropfen. Ideal ist eine Kur von ein bis zwei Monaten. Parallel dazu sollte die Ernährung entsprechend ausgerichtet werden. Da Eisen am besten resorbiert wird, wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird, kann dies zu Problemen führen. Insbesondere bei hoch dosierten Präparaten können Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Übelkeit und Verstopfung auftreten. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie beraten.

Eisen-Test

Sind Ihr Eisenspeicher voll? Testen Sie sich!

Autorin: Menta Scheiwiler Sevinç
Redaktion: Marie-Noëlle Hofmann
Übersetzung: Christa Friedli Müller
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • «d-inside»