Risikogruppen für Eisenmangel

Wem es oft an Eisen mangelt

Manche Menschen sind häufiger von Eisenmangel betroffen als andere. Vor allem Frauen haben oft zu tiefe Werte.

In der Schweiz haben etwa 15 Prozent der Bevölkerung Eisenmangel ohne Anämie (siehe Kasten). Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Viele Menschen nehmen zu wenig Eisen über die Ernährung auf. Aber auch entzündliche Magen-Darm-Krankheiten wie Zöliakie oder Morbus Crohn oder bestimmte Medikamente wie Antibiotika und Lipidsenker können schuld sein, dass der Körper zu wenig des Spurenelements absorbiert. Generell einen erhöhten Eisenbedarf haben folgende Risikogruppen:

Frauen

Durch die Menstruation verlieren Frauen gemeinsam mit dem Blut auch Eisen. Pro Monat verliert eine Frau durchschnittlich 25 bis 60 ml Blut. Jede zehnte Frau sogar über 80 ml, was einen Eisenverlust von über 40 mg bedeutet. Ist eine junge Frau auch noch im Wachstum, ist der Eisenbedarf erst recht erhöht. Empfohlen wird Frauen 15 mg Eisen pro Tag.

Schwangere und Stillende

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eisenbedarf (30 mg/Tag). Denn in der Schwangerschaft vergrössert sich das Blutvolumen im Körper vor allem in den letzten drei Monaten stark. In der Schweiz haben bis zu 32 Prozent aller Schwangeren Eisenmangel.

Auswirkungen von Eisenmangel

Das Eiweiss Ferritin im Blut zeigt an, wie es um die Eisenreserven im Körper steht. Es existieren zwar keine allgemein anerkannten Grenzwerte, aber liegt der Ferritinwert eines Erwachsenen Menschen unter 15 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) sind die Eisenreserven erschöpft. Bei Kindern bis 13 Jahren liegt der untere Normalwert bei 24 ng/ml. Je nachdem, wie schwer der Mangel ist, sind folgende Symptome typisch: Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Muskelschwäche, wenig Ausdauer, schlechtes Gedächtnis, Stimmungsschwankungen, trockene Haut und Haarausfall.

Eine Folge von Eisenmangel ist Anämie (Blutarmut). In diesem Fall ist die Hämoglobinkonzentration im Blut zu niedrig. Der rote Blutfarbstoff ist verantwortlich für den Sauerstofftransport, der bei einem Mangel nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Um dieses Manko auszugleichen, erhöhen sich der Herzschlag und die Atemfrequenz. Das kann zu einer Herzmuskelschwäche führen. Bei einer Schwangeren kann Eisenanämie vorzeitige Wehen und beim Kind ein niederigeres Geburtsgewicht auslösen. Möglicherweise besteht zudem ein erhöhtes Risiko für postnatale Depressionen. Kinder mit Eisenmangel und Anämie sind anfälliger für Infektionen. Und es können Entwicklungsstörungen, beispielsweise im Gehirn, auftreten und bei Mädchen Zyklusstörungen.

Vegetarier und Veganer

Vegetarier und Veganer, die nebst Fleisch auf sämtliche Nahrungsmittel tierischen Ursprungs wie Milch, Eier und Honig verzichten, haben oft niedrigere Eisenwerte als Menschen, die tierische Produkte essen. Grund: Pflanzliche Nahrungsmittel liefern das Nicht-Häm-Eisen. Dieses kann vom Körper schlechter aufgenommen werden als Häm-Eisen, das vor allem in Fleisch und Fisch enthalten ist.

Jugendliche

Der Eisenbedarf ist bei Jugendlichen sehr hoch (10 bis 15 mg/pro Tag). Das liegt an der Vergrösserung des Blutvolumens und der Muskelmasse während der pubertären Wachstums- und Entwicklungsphase. Bei Mädchen geht durch die einsetzende Menstruation zusätzlich Eisen verloren. Eisenmangel bei Jugendlichen kann die Sauerstoffversorgung im Gehirn- und in den Körperzellen, die Konzentration und die sportliche Ausdauer verschlechtern.

Ältere Menschen

Ältere Menschen leiden oft unter Eisenmangel. Schuld daran können eine einseitige Ernährung, Krankheiten oder Medikamente (z.B. Antazida, Antibiotika, Lipidsenker) sein. Gesunde ältere Menschen benötigen rund 10 mg Eisen pro Tag.

Sportler

Untersuchungen zeigen, dass die Eisenwerte bei intensiv trainierenden Sportlern bis zu 10 Prozent unter dem Normalwert liegen. Intensives Training kann das Blutvolumen um 10 bis 20 Prozent erhöhen. Der Körper schüttet auch vermehrt Hepcidin, ein Protein aus, das die Eisenresorption hemmt. Körperlich aktive Menschen verlieren auch viel Schweiss und dadurch Mineralstoffe und Spurenelemente. Zudem kommt es vor, dass durch Sport Blutgefässe im Darm verletzt werden. Dadurch können Blut und Eisen im Körper verloren gehen. Bei Ausdauersportler brauchen etwa 20 mg Eisen pro Tag.

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Autorin: Vanessa Naef
Redaktion: Marie-Noëlle Hofmann / Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • «d-inside»

  • Fachdossier «Eisen» des Schweizerischen Drogistenverbandes und pharmaSuisse, September 2018

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)