Leben mit Zöliakie

Rund ein Prozent der Schweizer Bevölkerung hat Zöliakie. Ein beschwerdefreier Alltag ist für sie nur mit einer strikten Diät möglich.

Kein Gipfeli zum Zmorgen, keine Teigwaren zum Zmittag und an Kuchen ist erst recht nicht zu denken. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, auf was Zöliakie-Betroffene verzichten müssen. Verantwortlich für diesen Verzicht ist der Getreidekleber Gluten. Ein Eiweiss, dass in den meisten Getreidesorten wie etwa in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste sowie in Pseudogetreiden wie Dinkel, Ur-Dinkel oder Grünkern enthalten ist. Bereits durch kleine Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel wird bei Zöliakiebetroffenen die Dünndarmschleimhaut durch eine Autoimmunreaktion geschädigt. Dies führt zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen und damit zu einer Unterversorgung des Körpers und entsprechenden Folgeschäden.

Symptome von Zöliakie

In der Schweiz ist rund ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen. Die Symptompalette ist sehr gross. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann es zu Müdigkeit, Erschöpfung, Blutarmut, Eisenmangel oder Osteoporse kommen. Weiter machen Gewichtsverlust, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Bauch- und Kopfschmerzen den Patienten zu schaffen. Bei Kleinkindern können zudem Symptome wie Wachstumsstillstand, Entwicklungsverzögerungen, Blähbauch oder Weinerlichkeit auf eine Zöliakie hinweisen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten. Bei Verdacht auf diese Nahrungsmittelintoleranz wird vom Arzt als erstes ein spezieller Bluttest durchgeführt. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Zöliakie, folgt in der Regel eine Spiegelung zur Untersuchung der Dünndarmschleimhaut. Bei dieser Untersuchung wird ein kleines Stück Gewebe entnommen und anschliessend unter dem Mikroskop untersucht.

Glutenfreie Ernährung

Die effektivste Therapie um gesund und beschwerdefrei zu leben, ist die Einhaltung einer strengen Diät. Gegessen werden darf alles, was kein Gluten enthält. Glutenfreie Nahrungsmittel sind etwa Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen sowie Kartoffeln, Früchte, Gemüse, Nüsse, Fleisch, Fisch und Milch.

Die Umstellung des Speiseplans ist sehr komplex und für Betroffene eine Herausforderung. Obwohl das Angebot für glutenfreie Nahrungsmittel wie Backmischungen, Brote, Teigwaren oder spezielle Mehlmischungen immer grösser wird, gibt es doch noch einige «Ernährungsfallen». Spezielle Vorsicht ist bei Fertigprodukten geboten, die nicht das glutenfrei Logo tragen. Auch viele Suppen, Saucen, Aromat, Joghurt, Glace oder gar Gummibärchen können Gluten enthalten. Für die Umsetzung einer glutenfreien Ernährung empfiehlt es sich, eine dipl. Ernährungsberaterin HF hinzuzuziehen.

Das «Glutenfrei-Symbol»

Das Warenzeichen – eine durchgestrichene Ähre in einem Kreis – steht für Lebensmittel, die bei der IG Zöliakie registriert sind und regelmässigen Kontrollen unterliegen. Es zeichnet Lebensmittel aus, die höchstens 20 Miligramm pro Kilogramm Gluten im genussfertigen Produkt enthalten. Sie sind für Betroffene leicht erkennbar und können bedenkenlos konsumiert werden. Der Verband der Schweizerischen Zöliakiegesellschaften hat mit den entsprechenden Produzenten strenge Vereinbarungen bei der Produktion und Kontrolle glutenfreier Lebensmittel vereinbart. Auf der Webseite der IG Zöliakie finden Sie vertiefte Informationen zum Thema Zöliakie. Zudem finden sich aktuelle Listen zu glutenfreien Nahrungsmitteln von Grossverteilern sowie Restaurants, die eine spezielle Menükarte im Angebot haben.

Foto: © birgitH / pixelio.de
Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • IG Zöliakie der Deutschen Schweiz, zoeliakie.ch

  • aha! Allergiezentrum Schweiz