Gesund Essen bei Rheuma

Um rheumatische Schmerzen in Schach zu halten, kann eine Ernährungsumstellung helfen.

Karin Widmer ist Drogistin und ausgebildete Ernährungsberaterin. Wenn immer sie ihre Kundschaft berät, nimmt sie sich Zeit, um mehr über die persönliche Krankheitsgeschichte zu erfahren. «Gerade bei Rheuma treten die unterschiedlichsten Krankheitsbilder auf. Deshalb ist es wichtig, jeden Fall individuell zu betrachten und die Ernährung auf die betroffene Person und ihre Beschwerden abzustimmen.»

Mehr Gemüse, weniger Fleisch

Widmer ist überzeugt: Wer seine Ernährung überdenkt und gewisse Dinge im Speiseplan anpasst, kann den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. «Es gibt drei wichtige Punkte, welche beachtet werden müssen.» Der erste ist der Säure-­Basen­-Haushalt. «Übersäuerung begünstigt Entzündungen und löst folglich Schmerzen aus.» Ein Verzicht auf übermässigen Kaffeekonsum, «zwei Tassen pro Tag sind das Maximum», auf Zigaretten und auf Alkohol, «hier ist ein Glas Rotwein pro Tag in Ordnung», könnten einen spürbar positiven Effekt haben. Dies, weil die Genussmittel den Organismus übersäuern, was sich ungünstig auf Knochen und Gelenke auswirkt.

Hingegen immer erlaubt sind Gemüse und Früchte, weil sie von Natur aus basisch sind. Widmer empfiehlt drei Portionen Gemüse (eine Portion ist ca. eine Handvoll beziehungsweise 150 Gramm) und zwei Portionen Obst täglich. Grünes Gemüse wie Broccoli oder Kohl ist doppelt gesund, da es die Knochen zusätzlich mit Kalzium versorgt. «Somit sind wir schon beim zweiten Punkt: Wer an Rheuma leidet, sollte tierische Produkte reduzieren, da sie einen Säureüberschuss produzieren.»

Das heisst: Fleisch und Fisch in Massen. «Fleisch dürfen Sie zweimal wöchentlich in den Speiseplan einbauen, Fisch ein­ bis zweimal.» Milchprodukte wenn möglich ersetzen durch Soja­, Reis­ oder Haferdrink. Auch Sojaprodukte und Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen versorgen den Körper mit wertvollen pflanzlichen Proteinen. «In der Drogerie ist ausserdem ein proteinhaltiges Hanfpulver erhältlich, das in Suppen oder in Smoothies angerührt werden kann.»

Auf das Öl kommt es an

Schliesslich weist Widmer ihre Kundschaft gerne auf die Verwendung der «richtigen» Öle hin. Kalt gepresstes, hochwertiges pflanzliches Öl wie Lein-­, Raps-­ oder Baumnussöl enthält wertvolle Omega­3­Fettsäuren, die entzündungshemmend sind. «Zum Braten eignet sich auch ein Olivenöl, das ebenfalls Antioxidantien enthält und positiv auf Entzündungsprozesse wirkt.» Auch Mandeln und Nüsse sind im Speiseplan sehr willkommen, sie enthalten ebenfalls Omega-­3­-Fettsäuren und pflanzliche Proteine.

Wenn es um Süsses geht, weist Widmer auf schwarze Schokolade hin, «diese eignet sich am besten als Dessert, oder ein Natursojajoghurt mit frischen Beeren», sagt sie und: «Natürlich gelten diese Empfehlungen nicht pauschal und müssen je nach Krankheitsbild und Beschwerden angepasst werden.» Es lohnt sich auf jeden Fall, die Ernährungsgewohnheiten mit einem Experten unter die Lupe zu nehmen und sie wo nötig anzupassen.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»