Schnupfen richtig behandeln

Fast jeder Mensch ist mehrmals pro Jahr verschnupft. Gut zu wissen, welche Heilmittel eine kitzelnde, laufende oder verstopfte Nase lindern. Die besten Anti-Erkältungs-Tipps.

Schnupfen nervt. Schnell haben Betroffene die Nase voll vom Niesen, tropfenden oder verstopften Zinken. Doch der Infekt kann bis zu neun Tage dauern. Schuld an der Krankheit sind Erkältungsviren. Davon gibt es über 300 verschiedene. Sie sorgen dafür, dass sich die Nasenschleimhaut entzündet, anschwillt und sich Schleim bildet.

Wenn der Schnupfen im Anzug ist

Auf dem Markt existiert bis jetzt noch kein Impfstoff, der vor Erkältungsviren schützt. Mit der richtigen Abwehrstrategie können Sie Schnupfen dennoch vorbeugen oder behandeln. Spüren Sie, dass der Schnupfen anfängt, sollten Sie sich warm anziehen und ein Fussbad nehmen. Geben sie eine Hand voll getrocknete Heublumen aus der Drogerie in eine Schüssel. Übergiessen Sie das Kraut mit etwa einem Liter heissem Wasser. Geben Sie warmes Wasser dazu, bis der Behälter halbvoll ist. Baden Sie die Füsse nun rund zehn Minuten. Von innen wärmen Medizinaltees mit Ingwer oder Zimt. Zu Beginn eines Schnupfens haben viele auch Halsschmerzen. Was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier im Detail.

Schnupfen bekämpfen – so gehts

Wer bereits einen Schnupfen hat, kann diesen gezielt angehen:

Schnupfen behandeln
  • Bei starkem Schnupfen helfen schleimhautabschwellende Nasensprays. Diese befreien die Nase und beugen Folgeinfekten von Bronchien, Nebenhöhlen oder Ohren vor. Weil der Spray aber die Schleimhäute auch austrocknet, sollten Sie ihn nicht länger als eine Woche anwenden.

  • Sind die Schleimhäute trocken, greifen Sie am besten zu Meersalzsprays, oder Sie inhalieren mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Pfefferminze, Salbei oder Thymian. Eine andere Möglichkeit sind Leinölkapseln zum Schlucken. Auch sie befeuchten die Haut und Schleimhäute.

  • Medizinaltees mit Holunderblüten, Salbei und vor allem Zimt oder Ingwer sorgen für Wärme von innen. Auch Lindenblütentee oder ein heisser Aufguss aus Wasser, Zitronensaft, Honig und Ingwer lindern Schnupfen.

  • Wer Tee nicht mag, kann einen Sirup aus Holunderblüten und -beeren mit Honig und Zitronensaft zubereiten. Trinken Sie den Sirup heiss.

  • Praktisch für unterwegs und im Büro sind Tropfen und Sprays mit Heilpflanzenessenzen. Besonders bewährt haben sich Mittel mit Echinacea und Taiga. Sie unterstützen das Immunsystem.

  • Ein Erkältungsbad hilft vielseitig. Die Dämpfe befreien die Atemwege und Wärme lindert Gliederschmerzen und entspannt. Achtung: Bei Fieber über 38 Grad sollten Sie aufs Baden verzichten. Aufgrund der erhöhten Körpertemperatur ist der Kreislauf schon genug belastet.

  • Viel Ruhe und Schlaf hilft dem Körper, sich zu erholen.

Schnupfen bei Babys behandeln

Für Säuglinge ist ein Schnupfen besonders unangenehm. Schon eine leichte Schwellung der Nasenschleimhaut nimmt dem Baby die Luft weg. Dagegen können Sie viel tun:

  • Eine leicht erhöhte Haltung des Oberkörpers erleichtert dem Baby das Atmen. Heben Sie das Babybettchen ein bisschen an, indem Sie ein Kissen unter die Matratze schieben.

  • Bei Atemproblemen können Sie eine aufgeschnittene Zwiebel neben das Bett des Kindes legen. Das riecht zwar intensiv, aber hilft dem Baby, eine freie Nase zu bekommen.

  • Dickflüssiges Nasensekret können Sie beim Baby mit einem Wattebausch oder einem Nasenpümpchen vorsichtig entfernen.

  • Bei stark verstopfter Nase helfen eine physiologische Kochsalzlösung, homöopathische Mittel und eine spezielle Erkältungssalbe. Hilft das alles nichts, raten Drogistinnen und Drogisten zu abschwellenden Nasentropfen. Für Babys und Kleinkinder eignen sich sterile Präparate, die in der Drogerie erhältlich sind. Mehr über Schnupfen bei Kindern erfahren Sie hier.

Bei Schnupfen helfen auch homöopathische Mischungen oder Schüssler-Salze. Allerdings ist Schnupfen nicht gleich Schnupfen:

Fliessschnupfen

Kennzeichen:

Laufende Nase, flüssiges Sekret.

Behandlung:

  • Homöopathie: Allium cepa, Ipecacuanha, Jodum, Kalium chloratum, Luffa

  • Schüssler-Salze: Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 8 Natrium chloratum, Nr. 21 Zincum chloratum

Stockschnupfen

Kennzeichen:

Bei Stockschnupften ist meistens eine bakterielle Infektion vorhanden. Die Nase ist verstopft und das Sekret zäh und gelb.

Behandlung:

  • Schüssler-Salze: Nr. 4 Kalium chloratum, Nr. 6 Kalium sulfuricum, Nr. 12 Calcium sulfuricum

  • Homöopathie: Kalium bichromicum, Cinnabris, Luffa, Sambucus nigra, Sanguinaria

Schlimmstenfalls kann sich aus einem Schnupfen zum Beispiel eine Nebenhöhlenentzündung entwickeln. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume hinter, neben und über der Nase. Diese können sich entzünden. Signale dafür sind zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen

  • ein Druckgefühl bei den Backenknochen und über den Augen

  • festsitzendes Nasensekret

Bei Verdacht auf eine Nebenhöhlenentzündung sollten Sie sich von einer Drogistin oder einem Drogisten beraten lassen. Sie wissen über die Behandlung Bescheid.

Schnupfen keine Chance geben

Besser ist, wenn die Nase gar nicht erst zu kitzeln beginnt. Einer Erkältung können Sie eventuell vermeiden, indem Sie rechtzeitig das Immunsystem stärken. Oft lohnt es sich, wenn die ganze Familie mitmacht.

Schnupfen vorbeugen
  • Diverse Heilpflanzen stärken das Immunsystem. Besonders bewährt haben sich Echinacea-Produkte. Echinacea hat antivirale und antibakterielle Eigenschaften. Auch Taigawurzel und Ginseng haben einen positiven Einfluss auf die Körperabwehr oder Sanddorn. Letzteres ist sehr reich an Vitamin C. Dieses fängt sogenannte freie Radikale (schädliche Stoffe) ab und macht sie unschädlich.

  • Für ein resistentes Immunsystem sorgt ein spagyrischer Spray mit Echinacea, Wasserdost, Thuja und Kapuzinerkresse.

  • Nasenspülungen mit Koch- oder Meersalz reinigen, befeuchten und pflegen die Nasenschleimhaut. Ist sie intakt, schützt sie besser vor Viren und Bakterien. Auch die Schüssler-Salz-Nummer 8 sorgt für feuchte Schleimhäute.

  • Nasensalben schützen die Nasenschleimhaut vor Viren und Bakterien. Sie verhindern, dass sie sich festsetzen.

  • Multivitaminpräparate ergänzen eine ausgewogene Ernährung und unterstützen das Immunsystem vielseitig.

  • Zu den Helfern des Immunsystems gehört Sonnenlicht. Es kurbelt in der Haut die Produktion von Vitamin D3 an. Das ist ein wichtiger Mitspieler des Immunsystems. Halten Sie sich aber massvoll an der Sonne auf, also vermeiden Sie Sonnenbrand.

  • Eine bewährte Methode, die Körperabwehr zu steigern, ist ein kaltes Armbad: Tauchen Sie die Arme 30 bis 60 Sekunden lang in zehn Grad kaltes Wasser.

  • Um sich nicht anzustecken, sollten Sie Abstand zu verschnupften Personen halten. Waschen Sie ausserdem täglich regelmässig Ihre Hände und berühren Sie sich so wenig wie möglich im Gesicht.

  • Regelmässige Saunabesuche oder Kneippkuren stärken die Abwehrkräfte des Körpers.

Diverse Heilmittel müssen Sie über eine längere Zeit einnehmen – und häufig mehrmals pro Tag. Drogistinnen und Drogisten geben Ihnen gerne Auskunft über die Anwendung und Dosierung.

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Autorinnen: Christa Friedli Müller / Vanessa Naef
Redaktion: Vanessa Naef
Quelle
  • Drogist Martin Schilter

  • Drogist Hanspeter Michel