Husten

Kinderhusten selber behandeln

Es gibt in der Drogerie viele gute Mittel, mit denen Sie Husten bei Babys und Kleinkindern lindern können.

Wenn das Baby hustet, leiden viele Eltern mit und sind verunsichert. Man möchte dann ja nichts Falsches tun, um das Leiden des Kindes nicht noch zu erhöhen. «Nicht immer ist das Kind von Erkältungssymptomen wie Husten oder einer laufenden Nase aber tatsächlich so geplagt, wie wir das vermuten würden», sagt Drogistin Irene Menzi-Zysset. Selber zweifache Mutter, ist sie immer hellhörig und aufmerksam, wenn das eigene Kind hustet. «Aber ich beobachte dann vor allem auch sehr gut. Hat mein Kind Weinkrämpfe oder Atemnot, kommen sonstige Beschwerden wie über mehrere Tage hohes Fieber dazu? Dann ist der Gang zum Arzt unumgänglich. Sonst aber kann man einen Husten gut selber behandeln», sagt sie.

Für Kinder bis zwei Jahre

Beispielsweise mit Spagyrik, die man via Pipette in den Mund tröpfeln oder auf den Nuggi sprayen kann. Essenzen, die Menzi einer spagyrischen Mischung für Kleinkinder bis zwei Jahre beimischt, sind Holunder, ein bewährtes Kindermittel, Bryonia und Drosera gegen Reizhusten und auch Propolis oder Pelargonium. Sie wirken gemeinsam lösend, reizmildernd, infektionshemmend und desinfizierend. Je nach Charakter des Kindes mischt Irene Menzi-Zysset etwas Beruhigendes für den Gemütszustand bei, wie etwa die entspannende Chamomilla oder Pulsatilla. «Ich frage jeweils nach, wie es dem Kind aktuell geht. Schreit es viel, wenn es krank ist, wird es wütend oder eher ruhig und anhänglich? Solche Schilderungen der Eltern helfen mir, die richtigen Essenzen für das jeweilige Kind zu finden.»

Vorsicht!

Ätherische Öle wie Eukalyptus, Kampfer oder Pfefferminz können für Babys und Kleinkinder lebensbedrohlich sein und dürfen darum in Baby- bzw. Kleinkindermitteln nicht enthalten sein.

Eine weitere gute Option für Kleinkinder seien homöopathische Kügelchen. «Wir machen häufig die Erfahrung, dass Mütter, die selber schon Homöopathie genommen haben, ihren Kindern auch Kügeli geben wollen.» Bryonia, Drosera oder Ipecacuanha etwa sind gute Hustenmittel für Kleinkinder. «Die Eltern merken relativ schnell, ob sich der Zustand des Kindes bessert, da die einzelnen Arzneistoffe gezielt wirken.»

Für Babys unter zwei Jahren hingegen nicht ratsam sind konzentrierte Hustentees oder Hustensirup. «Vielmehr rate ich dazu, eine zusammengefaltete Decke zum Schlafen unter den Kopfteil der Matratze zu legen, damit der Kopf leicht erhöht ist. Ausserdem darauf achten, dass das Kind gut trinkt, sei es via Schoppen oder beim Stillen.» Ferner ist es hilfreich, in sehr trockenen Räumen einen Luftbefeuchter aufzustellen, um die Schleimhäute zu befeuchten. Dies unterstützt den Prozess, um den lästigen Schleim zu lösen und auszuwerfen. Dann gilt: Beobachten, auch mal die Stirn fühlen, Liebe, Wärme und Zuneigung schenken. «Das kann den Heilungsprozess auf jeden Fall positiv beeinflussen.»

Fünf wertvolle Tipps

  • Für genügend Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer sorgen. Via Luftbefeuchter oder feuchte Tücher über den Heizkörper legen.

  • Darauf achten, dass die Kinder viel trinken – zum Beispiel Husten-, Thymian- oder Spitzwegerichtee.

  • Inhalieren kann Linderung bringen.

  • Eine wohltuende Massage von Brust, Rücken und Füsschen mit einer wärmenden Salbe aus Salbei, Thymian, Lavendel und Niauli wirkt entspannend und lösend. Vorsicht: Ätherische Öle wie Eukalyptus und Kampfer sind nicht für Babys und Kleinkinder geeignet.

  • Um die feine Kehle des Kindes nicht zu reizen, flüssige und breiige Nahrungsmittel geben, idealerweise frisch zubereitet.

Für Kinder ab zwei Jahre

Bei Kindern ab zwei Jahren sei die Behandlungsmethode ähnlich, nur können hier ein paar Mittel mehr angewendet werden. Ein Hustensirup mit natürlichen Essenzen wie Efeu, Thymian und Primelwurzel zum Beispiel. «Der Hustensaft schmeckt recht kräuterig, aber man kann ihn in einen Tee mit Honig geben», sagt die Drogistin. Zudem helfen auch Thymiantee oder ein spezieller Bronchialtee für Kinder, ferner spezielle Hustensalben für Kinder, die man auf die Brust einreiben kann. Und nicht zu vergessen sind die alt bewährten Hausmittel: Zwiebelwickel oder eine wärmende Bienenwachs-Kompresse, die auf die Brust gelegt wird. Das sind Rituale, die nicht nur dank der ätherischen Öle der Zwiebel beziehungsweise der Wärme des Bienenwaches wirkungsvoll sind – sondern auch wegen der Zuneigung von Mami und Papi.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen