Eukalyptus

Erkältung ade

Eukalyptusöl hilft, Schleim in den Bronchien zu lösen und ist ein ideales Mittel gegen Schnupfen.

Nicht nur Koalabären haben Eukalyptus zum Fressen gerne. In der Naturheilkunde ist die in Australien beheimatete Pflanze ein beliebtes Mittel gegen Erkältung, Muskel- und Gelenkschmerzen. Für Arzneien mit Eukalyptus werden die Blätter des Baumes verwendet. Darin stecken viel ätherisches Öl, grösstenteils 1,8-Cineol, und sekundäre Pflanzenstoffe wie Gerbstoffe und Flavonoide.

Cineol

Vor allem Cineol hat eine gesundheitsfördernde Wirkung. Bei Erkältungen stimuliert es das Flimmerepithel der Schleimhaut in den Atemwegen, einen Teppich aus Millionen von Zellen mit beweglichen Flimmerhärchen. Mit Hilfe von Cineol schlagen diese vermehrt, was den Abtransport und das Abhusten des Schleims aus den Bronchien und den Nasennebenhöhlen fördert. Zudem wirkt Cineol leicht krampflösend und entzündungshemmend. Was auch Muskel- und Gelenkschmerzen lindert. Deshalb ist Eukalyptusöl in vielen Salben gegen Gicht und Rheuma enthalten. Wer diese auf die Haut aufträgt, erzielt damit zudem einen leicht durchblutungsfördernden und kühlenden Effekt. Eukalyptusöl regt die Kälterezeptoren in der Haut an. Das frische Gefühl vermindert ebenfalls Schmerzen in Muskeln und Gelenken.

Salben, Badezusätze und Co.

In der Drogerie gibt es verschiedene Produkte mit Eukalyptus. Zum Beispiel Badezusätze, Salben, Tees, Tinkturen oder Mundsprays. Über die Schleimhäute, (z.B. in der Nase) oder die Haut kann der Körper ein ätherisches Öl aufnehmen.

Achtung!

  • Das Eukalyptusöl sollte nicht in die Augen kommen, da es sie reizen kann. Also Vorsicht bei der Anwendung im Gesicht.

  • Gefährlich sind ätherische Öle bei Säuglingen und kleinen Kindern. Gelangen sie in den Mund oder die Nase, kann sich der Kehlkopf verkrampfen, was schlimmstenfalls zu Atemstillstand führt. Also besser ganz darauf verzichten.

  • Menschen mit Asthma sollten vor der Einnahme eines ätherischen Öls mit ihrem Arzt sprechen. Ätherische Öle können einen Asthmaanfall auslösen.

  • Bei entzündlichen Magen-Darm-Krankheiten, Gallen- oder Leberproblemen sollten Sie vor der Einnahme eines Eukalyptuspräparats ebenfalls Ihren Arzt konsultieren. Das ätherische Öl beeinflusst das Enzymsystem der Leber und kann die Wirkung der Medikamente verkürzen.

Wer ätherische Öle anwenden möchte, sollte sich in der Drogerie beraten lassen. Die richtige Dosierung ist wichtig, um Risiken und Nebenwirkungen zu vermeiden.

Faszinierender Baum

Eukalyptusbäume gehören zu den höchsten Laubbäumen der Welt. Sie können eine Höhe von über 100 Metern erreichen. Ihre Heimat ist Australien. Dort haben schon die Ureinwohner, die Aborigines (vor 40’000 bis 60’000 Jahren), Eukalyptusblätter gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Bei Asthma verbrannten sie sie und inhalierten den Rauch. Auch Wunden, Verbrennungen und Insektenstiche haben sie damit behandelt oder mit einem Tonikum Infektionen, Malaria oder Kopfschmerzen bekämpft. Heute existieren weltweit etwa 600 verschiedene Eukalyptusarten. Für medizinische Zwecke eignet sich der Eucalyptus globulus, der sogenannte Fieberbaum. So heisst er, weil er in subtropischen Gebieten zur Senkung des Malariafiebers beiträgt. Eukalyptusblätter entziehen der Luft viel Feuchtigkeit. Das entwässert Sümpfe und den Mücken, die Malaria übertragen, fehlen die Brutplätze.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes

  • Buch «Alles über Heilpflanzen – erkennen, anwenden, gesund bleiben» von Ursel Bühring, Eugen Ulmer KG, 2007

  • www.pharmazeutische-zeitung.de

  • www.lungenaerzte-im-netz.de

  • Pharmawiki