Rheuma

Gicht ist ein Warnsignal

Bei Gicht wird zu viel Harnsäure gebildet oder der Abbau der Harnsäure funktioniert nicht wie gewünscht. Bewegung und gute Ernährung beugen vor.

Drogist Peter Jaggi ist regelmässig mit dem Thema Gicht konfrontiert. «Wir haben Kunden, die eben beim Sport hier in den Bergen merken, dass ihnen aufgrund der Belastung das grosse Gelenk am Zeh wehtut, weil es sich entzündet und anschwillt.»

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Dies könnten mögliche Indizien für eine Gichterkrankung sein: Die Harnsäure im Blut kann nicht mehr genügend gut über die Nieren ausgeschieden werden. Oder Purine werden zu Harnsäure umgewandelt. Ab einem gewissen Harnsäurewert im Blut beginnt die Harnsäure auszukristallisieren und lagert sich in den Gelenken ab, was zu schmerzhaften Entzündungen führt.

Ernährung ist zentral

Zuerst geht Peter Jaggi auf Ursachenforschung, befragt die Kundinnen und Kunden zu Ernährungsgewohnheiten: «Der häufige Verzehr von Fleisch, aber auch der Genuss von Alkohol, darunter Wein und Bier sind gichtfördernd. Sie alle sind purinhaltige, säurebildende Lebensmittel.»

Tipps für den Alltag

  • Achten Sie auf eine purinarme Ernährung: Purine werden im Stoffwechsel zu Harnsäure umgewandelt und über die Nieren ausgeschieden. Also Mass halten bei Fleisch und Fisch! Milchprodukte sind unbedenklich.

  • Meiden Sie Bier, auch alkoholfreies. Es enthält Purin. Trinken Sie Wein und Spirituosen nur in Massen. Alkohol senkt die Ausscheidung von Harnsäure, deren Kristalle die Gicht verursachen.

  • Bauen Sie Übergewicht ab und bewegen Sie sich regelmässig!

Um die Bildung der Harnsäure einzudämmen, kann darum eine Umstellung der Ernährung vieles bewirken. «Wir raten, begleitend dazu eine Säure-Basen-Kur zu machen, um den Körper zu entsäuern. Neben der Meidung von säurebildenden Lebensmitteln kann ein Basenpulver eingenommen werden, das den Säuren-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringt.» Im Akutfall helfen Basenpulver auch äusserlich angewandt: 1 bis 2 Esslöffel Pulver für ein lauwarmes (ja nicht heisses!) Fussbad.

Ein gut funktionierender Stoffwechsel ist ebenfalls wichtig: Um den Stoffwechsel in Schwung zu halten, helfen Sport und eine ausgewogene Ernährung, damit die Verdauung gut funktioniert. «Wir empfehlen auch die Einnahme der stoffwechselanregenden Schüssler-Salze Nummer 8, 9 und 10 oder einen spagyrischen Spray, den wir individuell mischen können», erklärt Peter Jaggi.

Ferner gilt es, gelenkbelastende Sportarten wie Tennis oder Fussball zu meiden. «Schwimmen und Gymnastik kämen stattdessen infrage. Es ist wichtig, während eines Gichtschubes die Gelenke nicht zusätzlich durch anstrengende sportliche Tätigkeiten zu beanspruchen.» Dann können die Entzündungen nämlich nicht zurückgehen und die Schwellungen nicht abklingen.

Immer mehr Gichtkranke

Gicht ist heute weitverbreitet. Doch warum? Rheumatologe Dr. med. Andreas Krebs von der Rheumaliga: «Gemäss allen Untersuchungen steigt die Inzidenz und Prävalenz der Gicht weltweit an. Ich kenne zwar keine neuen Zahlen nur für die Schweiz, aber aus verschiedenen anderen westlichen Ländern wie etwa Grossbritannien. Somit ist es anzunehmen, dass das auch bei uns der Fall ist. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ernährungsgewohnheiten, aber auch der Umstand, dass wir immer älter werden. Die Gicht nimmt mit dem Alter zu, unter anderem wegen der Abnahme der Nierenfunktion und verschiedener Medikamente, die ältere Menschen häufig nehmen müssen.»

Hilfe aus der Natur

Ausserdem bietet Peter Jaggis Drogerie spezielle Gicht-Tropfen an, die in akuten Fällen dreimal täglich eingenommen werden können. «Etwa 20 bis 30 Tropfen in etwas Wasser einnehmen. Die Tropfen enthalten entzündungshemmende Essenzen wie etwa Arnika, Löwenzahn, Brennnessel, Myrrhe und Rosmarin. Diese Mischung ist ebenfalls nierenanregend und unterstützt die Ausscheidung», erklärt Jaggi. Dazu viel trinken: Wasser und ein harntreibender Tee bieten sich an.

«Zur Unterstützung des Heilungsprozesses kann ein Arnikagel oder ein Gel mit Teufelskralle äusserlich angewendet werden.» Wenn die äusserlichen Anzeichen und die Schmerzen besonders stark sind, rät Peter Jaggi immer auch zu einer ärztlichen Abklärung.

Autorin: Denise Muchenberger
Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Drogistenstern

  • Drogist HF Peter Jaggi

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber

  • Rheumaliga Schweiz

  • Rheumatologe Dr. med. Andreas Krebs