Hopfen

Schlafen Sie gut!

Hopfen eignet sich nicht nur für Bier. Als Naturheilmittel ist er eine gute Einschlafhilfe und Unterstützung für Frauen in den Wechseljahren.

Einschlafprobleme, Stress, Unruhe oder Gereiztheit ... mit Hopfen ist keineswegs «Hopfen und Malz» verloren. Die hellgrünen, wallnussgrossen Hopfenzapfen mit ihren Bitterstoffen und ätherischen Ölen sind in der Naturheilkunde ein bewährtes Entspannungsmittel. Deshalb sind Hopfenextrakte in vielen Schlaf- und Beruhigungsmitteln enthalten. Oft werden sie zusätzlich mit Baldrian kombiniert, das ebenfalls beruhigt.

Bitterstoffe beruhigen

Viel zur schlaffördernden Wirkung des Hopfens tragen die Bitterstoffe Lupulon und Humulon bei. Diese setzen im Körper oder bei der Lagerung die Substanz Methylbutenol frei, die das Schlafhormon Melatonin im Körper aktiviert.

Lupulon und Humulon sind übrigens auch in Bier enthalten. Sie geben ihm seinen bitteren Geschmack. Achtung: Mehr als ein Glas Bier zu trinken, um besser einschlafen zu können, ist keine gute Idee. Studien zeigen, dass zu viel Alkohol den Schlaf stört. Für ein entspanntes Nickerchen greifen Sie besser zu Arzneien mit Hopfen (siehe Abschnitt Naturheilmittel).

Hopfen in den Wechseljahren

Naturheilkundler empfehlen Hopfenextrakte zudem bei Wechseljahrbeschwerden. Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Hopfen pflanzliche Östrogene enthält, welche möglicherweise das hormonelle Gleichgewicht unterstützen können. Weil viele Frauen in dieser Lebensphase auch häufig nervös und gereizt sind, ist die beruhigende Wirkung des Hopfens ein Pluspunkt.

Im Mittelalter haben sogar Männer, vor allem Mönche, Hopfen wegen seiner östrogenartigen Wirkung eingesetzt. Sie waren überzeugt, dass er die Libido abschwächt. Anregend wirkt Hopfen dafür auf die Verdauung. Er steigert die Magen- und Gallensaftsekretion.

Naturheilmittel

Naturheilmittel mit Hopfen können Sie innerlich oder äusserlich anwenden. Für die äusserliche Anwendung eignen sich beispielsweise Vollbäder oder Hopfenkissen aus der Drogerie. Apropos Hopfenkissen: Schon im 18. Jahrhundert kam dieses zum Einsatz. Der englische König George III (1738-1820) wollte keine Nacht ohne sein Hopfenkissen verbringen, das ihn friedlich einschlummern lassen konnte.

Für die innerliche Anwendung gibt es Tee, Tropfen und Co. Je nach Beschwerden stellen Drogistinnen und Drogisten individuelle Mischungen her. Lassen Sie sich beraten!

Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. Wildwachsend ist er selten zu sehen, kultiviert wird er grösstenteils in Deutschland. Vor allem für Bier. Dafür sowie für naturheilkundliche Mittel sind die weiblichen Hopfenpflanzen im Einsatz. Die Blütezeit ist zwischen Juni und September.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen