Ständig müde – warum eigentlich?

Immer müde und kaputt? Fünf verschiedene Wege, den Auslösern von Müdigkeit auf die Schliche zu kommen.

Wer zu wenig schläft oder ständig auf Zack ist, ist müde. Klar. Doch es gibt auch andere Gründe, weshalb die Augen sich häufig bleiern schwer anfühlen können. Drogist HF Roman Buchs: «Müdigkeit ist ein Signal, dass der Körper Erholung braucht oder etwas nicht stimmt.» Neben Schlafmangel gibt es verschiedene mögliche Ursachen für Müdigkeit:

  • Infektionen

  • Medikamente

  • Lebensweise, z.B. Alkoholkonsum, Ernährungsmängel, Ungleichgewicht zwischen Anstrengung und Erholung, Stress

  • Umwelteinflüsse, z.B. Wetter und jahresabhängige Müdigkeit

  • Seelische Störungen wie Depressionen und Ängste

  • Krankheiten, z.B. Diabetes, Zöliakie, Hepatitis

  • spezielle Lebensphasen wie Schwangerschaft oder Wachstum

Welcher der häufigste Grund für andauernde Müdigkeit ist, kann Drogist Buchs nicht sagen. Manchmal seien es mehrere Dinge gleichzeitig, die jemandem Energie raubten.

So finden Sie heraus, was Sie müde macht:

Ursache bekämpfen

Wer das Problem der ständigen Müdigkeit an der Wurzel anpacken möchte, dem kann Drogist Buchs meistens helfen. Bloss: «Die wenigsten Betroffenen wollen wissen, was sich hinter der Erschöpfung verbirgt. Viele greifen lieber zu Stärkungsmitteln.» Häufig seien das Menschen, die unter Stress und Leistungsdruck leiden würden. Kurzfristig helfen Stärkungsmittel zwar. Aber auf die Dauer empfehlt Buchs andere Massnahmen, in Beratungsgesprächen manchmal auch kleine bis grosse Veränderungen im Leben. «Anhaltende Erschöpfung kann dazu führen, dass man ein Burn-out erleidet.» Zudem haben müde Menschen ein höheres Risiko für Unfälle.

Müde: Was passiert im Körper?

Um abends einschlafen zu können, wird das Hormon Melatonin im Gehirn ausgeschüttet – und zwar in der Epiphyse, einer etwa erbsengrossen Drüse im Zwischenhirn. Melatonin bereitet den Organismus aufs Schlafen vor, erweitert die Blutgefässe, der Blutdruck sinkt und der Puls wird niedriger. Sind wir müde, können wir uns nicht mehr so gut konzentrieren und gähnen. Warum der Mensch seinen Mund weit aufreissen muss, wenn er müde ist, ist den Wissenschaftlern übrigens noch immer ein Rätsel.

Viele schlafen zu wenig

Von Schlafmangel sind in der Schweiz viele Menschen betroffen. Nach der 2012 durchgeführten Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik leidet jeder vierte Mensch in der Schweiz an Schlafstörungen. Was bei Schlafstörungen hilft, lesen Sie hier.

Viele Menschen sind zudem Tag und Nacht beschäftigt – und räumen dem Schlaf keine Priorität ein. Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Institutes zeigt, dass die Menschen in der Schweiz heute weniger lang schlafen als noch vor zehn Jahren und auch die Schlafqualität wegen eines überfrachteten Alltags abgenommen hat.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen
  • Drogist HF Roman Buchs

  • Bundesamt für Statistik

  • Suva

  • dasschlafmagazin.de

  • Gottlieb Duttweiler Institut