Südfrüchte – die Tropen geniessen

Kiwis, Datteln oder Feigen: Südfrüchte sind hierzulande schon lange keine Exoten mehr. Exotisches Flair verbreiten sie aber nach wie vor.

Früchte, die nicht in der nördlichen Klimazone wachsen heisse Südfrüchte. Dazu zählen etwa Ananas oder Bananen und alle Zitrusfrüchte, also Orangen, Zitronen, Mandarinen etc. Da diese Früchte bei uns nur schlecht gedeihen, weil es schlicht zu kalt ist, sind sie immer importiert. Dafür gibt es sie das ganze Jahr über frisch zu kaufen.

Ananas

Ananas sind heimisch in Brasilien, Paraguay und Guayana und werden heute im ganzen Tropengürtel angebaut. Die Früchte enthalten viel Vitamin A, B und C sowie Eisen, Mangan und haben wenig Kalorien. Ananas sind gut für eine straffe Haut und für ein festes Bindegewebe und beugen frühzeitiger Faltenbildung vor. Sie enthält als einzige Frucht in konzentrierter Form das Enzym Bromelin, das Eiweiss spaltet und somit die Verdauung fördert. In Konserven-Ananas ist allerdings kein Bromelin mehr enthalten, das Konservieren zerstört das Enzym – und die meisten Vitamine auch. Der hohe Fruchtsäuregehalt der Ananas kann die Magenschleimhaut reizen.

Foto: © Timo Klostermeier / pixelio.de

Banane

Bananen kommen aus Südostasien und werden heute in tropischen Regionen wie der Karibik und Mittelamerika angebaut. Sie enthalten deutlich mehr Kohlenhydrate als andere Früchte. Ihr Fruchtzucker wird vom Körper rasch aufgenommen, sie spenden also sofort Energie. Das macht sie zu einem beliebten Snack für Sportler. Sie haben aber auch viele Mineralstoffe wie Phosphor, Eisen, Kalium, Magnesium sowie zahlreiche Vitamine und Ballaststoffe. Das Kalium hält die Muskeln geschmeidig, fördert einen gesunden Blutdruck sowie ein gesundes Herz und reguliert den Wasserhaushalt. Das Magnesium verhindert Muskelkrämpfe. Bananen sind ausserdem leicht verdaulich, besonders für Kleinkinder.

Foto: © pixabay.com

Datteln

Datteln gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sie wachsen in der nordafrikanischen und südasiatischen Trockenzone sowie in Kalifornien, Mexiko und Australien. Datteln sind reich an Kohlenhydraten, die in erster Linie aus leicht verdaulichem Invertzucker bestehen, wie er auch in Honig enthalten ist. Sie gehören deswegen zu den kalorienhaltigsten Obstsorten. Wegen der vielen Ballaststoffe fördern sie die Verdauung. Sie enthalten ausserdem viel Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Eiweiss. Die B-Vitamine der Dattel wirken beruhigend auf die Nerven und senken den Blutdruck.

Foto: © w.r.wagner / pixelio.de

Feige

Feigen sind leicht verdaulich und reich an Ballaststoffen, Vitaminen (v.a. Biotin) und Mineralstoffen wie Calcium, Kalium Magnesium, Phosphor und Eisen. Diese Stoffe sind für die Blutbildung und eine gute Verdauung wichtig. Feigen enthalten etwa 15 Prozent Zucker. Werden sie getrocknet, steigt der Zuckeranteil auf rund 60 Prozent. Feigen wachsen bei uns nicht, im Winter kommen die Früchte aus Südamerika, von Juni bis Juli aus Spanien und Italien und von September bis November aus Frankreich und der Türkei.

Foto: © pixabay.com

Grapefruit

Wie alle Zitrusfrüchte haben auch Grapefruits viel Vitamin C. Sie enthalten weniger Zucker als Orangen oder Mandarinen. In der Grapefruit stecken die Vitamine B1, B2, B6, Niacin, Fol- und Pantothensäure sowie die Mineralstoffe Calcium, Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Phosphat und Zink. Der Bitterstoff Naringin in der Grapefruit baut Cholesterin ab und regt die Verdauung an. Insbesondere die Fettverdauung, was beim Abnehmen helfen kann. Den Kernen der Grapefruit wird nachgesagt, antibakteriell zu wirken. Doch das ist umstritten. Grapefruits werden hauptsächlich in den USA und in Israel angebaut.

Foto: © Joujou / pixelio.de

Kiwi

Die Kiwi stammt aus China und gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts nach Neuseeland. Ausserdem werden Kiwis in Kalifornien und dem Mittelmeerraum angebaut. Und in der Schweiz, allerdings nur sehr kleinflächig, vor allem im Kanton Waadt. Geerntet werden die Früchte in der Schweiz Ende Oktober, Anfang November. Kiwis haben besonders viel Vitamin C, einiges mehr als Orangen. Ausserdem enthalten die Früchte viele Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen sowie Spurenelemente und Ballaststoffe. Kiwis kräftigen das Immunsystem, beschleunigen den Stoffwechsel, festigen das Bindegewebe und stimulieren die Muskeltätigkeit. Kiwis sollten nicht zusammen mit Milchprodukten verwendet werden. Es entsteht ein bitterer Nebengeschmack.

Foto: © pixabay.com

Mandarine

In China wurden Mandarinen schon vor über 3000 Jahren angebaut, nach Europa gelangten sie erst im 19. Jahrhundert. Sie werden heute vor allem in Japan, China, den USA, Südamerika und im Mittelmeerraum angebaut. Die Wildform der Frucht hat sehr viele Kerne, die 1912 in Algerien entdeckte Clementine hingegen ist samenlos. Sie schmeckt auch süsser als Mandarinen. Mandarinen sind wichtige Vitamin C-Lieferanten. Sie enthalten aber auch relativ viel Kalium und Folsäure. Sie stärken Abwehrkräfte und das Kreislaufsystem. Ausserdem haben sie weniger Säure und mehr Zucker, als die meisten anderen Zitrusfrüchte.

Foto: © pixabay.com

Mango

Die Mango ist eine der ältesten Obstarten der Welt. In Indien wurde die Frucht wohl schon weit vor 2000 vor Christus angebaut. Ursprünglich wurde sie in den Tropen kultiviert, heute wird sie auch in den Subtropen, etwa in Ägypten und Israel, angebaut. Neben relativ viel Calcium und Eisen haben Mangos den höchsten Anteil an Provitamin A von allen Früchten. Auch Vitamin C und Vitaminen der B-Gruppe, vor allem B6, sind in der Mango enthalten. B6 wirkt gegen Konzentrationsschwächen, Kreislaufstörungen oder bei Stress. In Indien nehmen die Menschen Mangofleisch als Entwässerungs- und Abführmittel.

Foto: © pixabay.com

Melone

Die Melone gehört zur Familie der Kürbisgewächse, wird aber im Gegensatz zu anderen Vertretern dieser Familie als Obst verwendet. Melonen gedeihen nur in warmen Gebieten. Alle Melonen sind sehr kalorienarm, denn sie bestehen bis zu 95 Prozent aus Wasser. Sie enthalten überdies Phosphor, Calcium sowie Provitamin A sowie Vitamin C und B-Vitamine. Wegen ihres hohen Wasseranteils spülen Wassermelonen überschüssige Salze aus dem Körper. Nieren und Blut werden gereinigt, die Verdauung angeregt. Der Farbstoff Lycopin, der die Melone rot macht, soll vor Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen schützen. Wegen ihres sehr hohen Wassergehalts sind Wassermelonen der ideale Durstlöscher an heissen Tagen. Zuckermelonen sind reich an Vitamin C und Kalium und haben wertvolle Beta-Carotine, die bei den orangefarbenen Sorten auch für die intensive Farbe des Fruchtfleisches sorgen. Je intensiver das Orange ist, desto mehr Beta-Carotin enthält sie. Beta-Carotin schützt vor UV-Strahlung sowie freien Radikalen. Das wirkt positiv auf Zellalterung, Haare und Haut aus.

Foto: © pixabay.com

Orange

Ursprünglich stammt die Orange aus Südostasien. Sie kam im 15. Jahrhundert nach Europa. Heute sind Orangen (bzw. Zitrusfrüchte) die am häufigsten angebauten Früchte der Welt. Sie wachsen in allen warmen Zonen der Erde. Orangen haben unter den Zitrusfrüchten den zweithöchsten Gehalt an Vitamin C. Sie sind reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium und Phosphor. Vitamin C stärkt das Immunsystem und kurbelt den Stoffwechsel an. Zudem sorgt Vitamin C für gesundes, straffes Bindegewebe und erhöht die Aufnahmefähigkeit von Eisen aus der Nahrung. Schon eine Orange deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C.

Foto: © pixabay.com

Umfrage

Greifen Sie fünf Mal am Tag in die Früchte- oder Gemüseschale?

Bitte warten...
Foto: © Heiko Stuckmann / pixelio.de
Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Schweizer Obstverband

  • 5amtag.ch

  • gemueselexikon.ch

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

  • Landwirtschaftlicher Informationsdienst

  • «Der Brockhaus. Ernährung», F.A. Brockhaus, 2001