Muttermilch ist das beste für Babys

Stillen ist unbestritten die beste Ernährungsform für Säuglinge. Während der Stillzeit kann der Menüplan der Mutter einiges zur Gesundheit des Kindes beitragen.

Die beste und natürlichste Form der Ernährung für ein Neugeborenes ist Muttermilch. Drogistin Marlen Niederberger: «Ein Baby sollte wenn immer möglich sechs Monate lang gestillt werden. Muttermilch ist immer frisch, richtig temperiert und hygienisch einwandfrei verfügbar.»

Stillen hat auch positive Effekte für die Mutter: Durchs Stillen wird das Hormon Oxytozin freigesetzt, das Kontraktionen der Gebärmutter auslöst, was wiederum zu einer raschen Rückbildung der Gebärmutter führt. Ausserdem fällt es stillenden Müttern leichter ihr ursprüngliches Gewicht ohne spezielle Diät zurückzugewinnen.

Trinkt mein Baby genug?

Insbesondere stillende Mütter sind oft unsicher, ob ihr Baby genügend Milch bekommt. Worauf Sie achten sollten. Hebamme und Stillberaterin Astrid Bach aus Biel/BE berät oft Mütter, die sich fragen, ob ihr Baby genügend trinkt. Ihre Tipps:

  • Zu Beginn will das Kind innert 24 Stunden 10- bis 14-mal trinken, es sollte gestillt werden, sooft es dies wünscht.

  • Achten Sie darauf, ob Sie Schluckgeräusche hören. Manche Kinder saugen, trinken aber nicht.

  • In den ersten Tagen kann das Kind bis zu 10 Prozent seines Gewichtes verlieren. Danach sollte es täglich durchschnittlich 10–20 Gramm zunehmen und spätestens mit 3 Wochen wieder auf dem Geburtsgewicht sein.

  • Das Kind sollte pro Tag 5–6 nasse Windeln und 3–5-mal Stuhlgang haben.

  • Das Baby ist zufrieden und macht einen gesunden Eindruck.

  • Babys kann man nicht überfüttern; wenn sie satt sind, schliessen sie den Mund.

Ernährung der Mutter

Während der Stillzeit sollte die Mutter besonders auf ihre Ernährung achten. Wichtig ist eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung. Das Kalzium ist ein bedeutender Baustein für die Knochen, Zähne und das Wachstum des Kindes. Also gilt: Viel Milch- und Vollkornprodukte, Gemüse und Früchte, regelmässig Fisch und ab und zu Fleisch zu sich nehmen. Doch aufgepasst: Nicht alles was schmeckt, ist auch fürs Baby gut. Hat das Kleine einen wunden Po, Blähungen oder Durchfall, liegen die Ursache für die Beschwerden möglicherweise in einem Lebensmittel (Lauch, Zwiebeln, Zitrusfrüchte etc.), das die Mutter gegessen hat.

Nebst der Ernährung muss die Mutter auch ihre Trinkgewohnheiten beobachten und wenn nötig anpassen. Denn mit der Muttermilch erhält das Baby alle Flüssigkeit, die es benötigt. Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag sind das Minimum an Flüssigkeitszufuhr für die Stillende. Geeignet sind Wasser, Früchtetees und zuckerlose Säfte. In der Drogerie finden Sie spezielle Tees, die die Bildung der Milch fördern.

Zwiemilch-Ernährung

Nicht jede Mutter kann ihr Kind stillen. Die Lösung heisst Zwiemilch. Drogistin Marlen Niederberger: «Zwiemilch-Ernährung bedeutet, dass der Säugling zuerst an die Brust angesetzt wird. Nach dem Stillen wird er mit einer Anfangsnahrung nachgefüttert.» Wichtig ist, dass das Baby immer an beiden Brüsten angesetzt wird und die jeweilige Brust leer getrunken wird, damit die Milchbildung weiterhin angeregt wird. Zudem sollte die vorbereitete Flasche mit dem Milchersatz stets griffbereit in der Nähe sein, um einen «reibungslosen Übergang» zu gewährleisten.

Autorin: Jacqueline Graber / Bettina Epper
Redaktion: Nadja Mühlemann / Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»

  • Hebamme und Stillberaterin Astrid Bach

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber