Von der Milch zum Brei

Muttermilch ist die ideale Ernährung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Wie’s nach der Stillzeit weiter geht, erklären wir hier.

Muttermilch ist die natürliche und ideale Nahrung für Säuglinge. Prof. Dr. med. Christian Peter Braegger, Leiter der Abteilung Gastroenterologie und Ernährung des Kinderspitals Zürich: «Die Zusammensetzung von Muttermilch ist optimal und ganz aufs Wachstum des Babys ausgerichtet.»

Überdies hat Muttermilch eine präventive Wirkung auf Magen-Darm-, Atemwegs- sowie Mittelohrentzündungen. Zudem sind bei gestillten Kindern Langzeiteffekte in der Entwicklung nachgewiesen worden wie positive Auswirkungen auf die kognitive (Lernen, Wahrnehmen, Erinnern und Denken) Entwicklung, aufs Körpergewicht, den Blutdruck und die Allergieprävention. Dr. Braegger: «Die richtige Ernährung in den ersten zwei Lebensjahren ist für die körperliche und geistige Entwicklung des Menschen von besonderer Bedeutung.»

Wie lange stillen?

Die Ernährungskommission der ESPGHAN (European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition) empfiehlt:

  • Säuglinge vier bis sechs Monate ausschliesslich stillen

  • Während der Einführung der Beikost sollten Sie den Säugling mindestens bis Ende des 1. Lebensjahres weiterstillen, nach Möglichkeit auch darüber hinaus

  • Falls Sie nicht stillen können, geben Sie dem Säugling als Muttermilchersatz ab Geburt Säuglingsanfangsnahrung. Sie ist in den ersten sechs Lebensmonaten das ausschliessliche Nahrungsmittel.

  • Säuglingsanfangsnahrungen können Sie auch nach dem 6. Monat zusammen mit Beikost im ganzen 1. Lebensjahr weiterverwenden.

  • Ab dem 7. Lebensmonat können Sie Folgenahrungen füttern. Sie löst altersentsprechend die Säuglingsanfangsnahrung ab.

  • Beikost sind speziell für Säuglinge hergestellte Lebensmittel in Breiform. Sie ergänzen frühestens ab dem 5. und spätestens ab dem 7. Lebensmonat die Ernährung mit Muttermilch respektive Ersatzpräparaten.

  • Welche Lebensmittel Sie für die Beikost auswählen, hängt von vielfältigen individuellen, traditionellen und kulturellen Faktoren ab und ist ernährungsphysiologisch nicht entscheidend. So sind beispielsweise Fisch und Eier als Beikost erlaubt. Früher wurde davon abgeraten, da diese Eiweisslieferanten unter Verdacht standen, die Allergieanfälligkeit zu erhöhen.

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Autorin und Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • Prof. Dr. med. Christian Peter Braegger, Leiter der Abteilung Gastroenterologie und Ernährung des Kinderspitals Zürich; «Die ersten 1000 Tage», Nationale Fachtagung der SGE vom September 2012 in Bern.