Gesunde Ernährung für den Darm

Eine gesunde Darmflora hilft nicht nur der Verdauung, sondern dem ganzen Körper auf die Sprünge.

Im Darm tummeln sich bis zu 100 Billionen Bakterien. Aber keine Sorge. Das ist gut, denn all diese Bakterien, in ihrer Gesamtheit Darmflora genannt, sorgen dafür, dass der Mensch gesund bleibt. Drogistin HF Monika Wegmüller fasst es so zusammen: «Ist der Darm nicht fit, ist auch der Mensch nicht fit.»

Überlebenswichtig

Eine gesunde Darmflora sorgt für eine gute Verdauung. Aber nicht nur: «Sie ist auch entscheidend für die Abwehr von Krankheitserregern, 80 Prozent des Immunsystems ist im Darm», sagt die Drogistin. Die Bakterien helfen, dass der Körper mit Vitaminen versorgt wird. Sie können auch Fettsäuren produzieren, die die Darmschleimhaut in Energie umwandeln kann.

Drogistin Wegmüller hat häufig Kundschaft im Laden, die über Beschwerden wie Blähungen, leichte Bauchschmerzen, Aufstossen oder plötzliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten klagt. Dann liegt es nahe, dass der Darm im Ungleichgewicht sein könnte. «Aber auch diffuse Symptome wie chronische Müdigkeit, Schlappheit, Energielosigkeit und Ähnliches hängen oft mit einer gestörten Darmflora zusammen. Daran denkt man aber häufig nicht. Kommt dann die Darmflora wieder ins Lot, verschwinden die Beschwerden ebenfalls.»

Pro- und Präbiotika

Frische saisonale Lebensmittel verwenden, selber kochen, langsam essen und gut kauen – all das tut der Darmflora gut. Besonders wohltuend sind laut Drogistin HF Monika Wegmüller auch pro- und präbiotische Lebensmittel.

  • Probiotika führen dem Körper Bakterien zu. Probiotika stecken in allen fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut (unpasteurisiert), Kefir, Mixed Pickles, Brottrunk und auch in gewissen Joghurts.

  • Präbiotika sind für den Menschen unverdauliche Nahrungsbestandteile, die Wachstum und Aktivität der guten Darmbakterien fördern. Zu den Präbiotika zählen zum Beispiel Nahrungsfasern oder Inulin.

Darm sanieren

Um die Darmflora wiederherzustellen, rät Wegmüller zu einer Darmsanierung. «Mit Huminsäurepräparaten, Probiotika, L-Glutamin und stoffwechselunterstützenden Bitterstoffen sowie Flüssigkeit in Form von Wasser respektive ungesüsstem Tee.» Wie eine Darmsanierung im Detail funktioniert, erklärt Ihnen Ihre Drogistin oder Ihr Drogist gerne im persönlichen Gespräch.

Am besten lässt man es aber gar nicht so weit kommen, sondern sorgt dafür, dass die Darmflora intakt bleibt. «Das muss man ganzheitlich angehen», sagt Monika Wegmüller. «Achten Sie auf eine ausgewogene und nahrungsfaserreiche Ernährung mit drei Mahlzeiten am Tag mit frischen saisonalen Zutaten aus der Region. Seien Sie dafür zurückhaltend bei Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln, Soft- und Energydrinks, Alkohol sowie Zigaretten. Bewegen Sie sich viel, schlafen Sie genügend, vermeiden Sie Stress

Auch Medikamente können die Darmflora stören, allen voran Antibiotika, die gegen bakterielle Infektionen eingesetzt werden. «Sie zerstören alle Bakterien, auch die guten.» Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente wirklich nötig sind. Und machen Sie nach einer Antibiotikabehandlung eine Darmsanierung.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Drogistenstern

  • Drogistin HF Monika Wegmüller

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber