Die Risiken des Vegetarismus

Wer auf Fleisch und Fisch verzichtet, kann den Grundbedarf des Körpers gut decken. Entsagt jemand aber auch Eiern und Milchprodukten, sieht die Sache schon etwas anders aus.

Es ist eine Binsenweisheit, dass zu viel Fleischkonsum und die damit verbundene Fettaufnahme der Gesundheit schaden kann. In Massen genossen sind Fleisch wie auch Fisch wichtige Nährstofflieferanten. Dazu gehören die Vitamine D3 und B12, Selen, Zink, Eisen, n-3-Fettsäuren sowie Proteine zur Deckung des Bedarfes an essentiellen Aminosäuren. Diese Nährstoffe können Ovo-Lacto-Vegetarier in der Regel problemlos durch pflanzliche Produkte inklusive Milch und Eiern ersetzen. Ausnahme bilden jedoch besondere Lebensphasen wie etwa Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum oder Krankheit. Dann ist es sinnvoll, den Nährstoffbedarf mit angereicherten Lebensmitteln oder Supplementen zu ergänzen. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie beraten.

Erhöhte Risiken bei Veganerinnen und Veganern

Menschen, die sich vegan ernähren, essen nebst Fleisch und Fisch auch keine Eier und Milchprodukte. Dadurch erhöhen sich die Risiken für eine Mangelernährung. Auf die ausreichende Zufuhr des Vitamins B12 müssen Veganer besonders achten, da dieses vom Körper üblicherweise nur aus tierischen Produkten aufgenommen wird. Der Körper speichert einmal aufgenommenes Vitamin B12 für mehrere Jahre. Wird die natürliche Aufnahme gestoppt, dauert es fünf Jahre, bis ein messbarer Vitamin-B12-Mangel nachweisbar wird. Folgeerkrankungen sind Blutarmut oder in fortgeschrittenem Stadium Symptome einer Hirnschädigung (Müdigkeit, Gedächtnisstörungen). Da die meisten Veganer sich dieser Problematik bewusst sind und mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel oder Supplemente einnehmen, tritt eine Mangelerscheinung jedoch sehr selten auf.

Ein weiterer Nährstoff, der aufgrund des Verzichts auf Milch durch pflanzliche Produkte kompensiert werden muss, ist Kalzium. Die Erfahrung zeigt, dass eine vegane Ernährung mit der Zufuhr aller benötigten Nährstoffe – mit Ausnahme des Vitamins B12 – möglich ist. Es bedarf jedoch einem breiten Basiswissen zum Umsetzen im Alltag. Da die Risiken einer Mangelernährung speziell in Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum oder in fortgeschrittenem Alter sehr gross und kritisch werden können, rät das Bundesamt für Gesundheit BAG von einer generellen Empfehlung der veganen Ernährung für breite Bevölkerungskreise ab. Man könne diese Ernährungsform aber durchaus als eine «Nischenernährungsweise» betrachten, die bei korrekter Anwendung zu einem guten gesundheitlichen Resultat führen könne.

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Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, sge

  • Expertenbericht der Eidgenössische Ernährungskommission: «Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung», Bundesamt für Gesundheit, 2006

  • Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus, SVV