Zwiebelgemüse – hilft (fast) immer

Zwiebeln, Knoblauch oder Schnittlauch: die herzhaften Zwiebelgemüse schmecken und sind beliebte Heilpflanzen.

Die Wissenschaft nimmt an, dass die Menschen schon seit Urzeiten wilde Zwiebelgemüse sammelten und assen. Zwiebeln oder Knoblauch geben dem Essen nicht nur einen unnachahmlichen Geschmack, sie haben auch viele wertvolle Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Viele Zwiebelpflanzen gelten auch als Heilpflanzen, die beispielsweise die Fliessfähigkeit des Blutes erhöhen, sich positiv auf den Cholesterinspiegel und die Verdauung auswirken und die Bauchspeicheldrüse anregen. Verantwortlich dafür sind bioaktive Stoffe. Zwiebeln etwa sind vielfältig einsetzbar. Nicht nur in der Küche, sondern auch als Heilmittel, das äusserlich angewendet werden kann. Ein Beispiel hierfür sind Zwiebelwickel gegen Ohrenschmerzen. Alle Zwiebelgewächse enthalten schwefelhaltige Aromastoffe, wie zum Beispiel Allicin. Dieses ist für den charakteristischen Geruch verantwortlich.

Knoblauch

Knoblauch enthält schwefelhaltige Aromastoffe, sogenannte Sulfide, darunter das beim Zerkleinern der Zehen aus Alliin entstehende Allicin. Diese Substanzen sind für den charakteristischen Geruch verantwortlich. Knoblauch beugt wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und hat eine leicht blutdrucksenkende Wirkung. Dank der antibakteriellen Wirkung des Allicins hilft Knoblauch auch bei der Behandlung von Fieber, Erkältung und Husten. Ausserdem regt er die Verdauung und den Blutkreislauf an und wirkt entzündungshemmend. Es ist aber keineswegs sinnvoll, nun kiloweise Knoblauch zu essen, denn grosse Mengen davon können selbst bei robusten Personen Verdauungsstörungen verursachen. Ein Küchentipp: Wenn Sie den Knoblauch besser bekömmlich machen möchten, sollten Sie das Herzstück der Zehe entfernen. Allerdings stecken in diesem Keimling auch die meisten wertvollen Inhaltsstoffe. Alternativ können Sie die Zehe vor dem Essen einige Stunden in Milch einlegen. (Foto: © Verband Schweizer Gemüseproduzenten, www.gemuese.ch)

Lauch

Lauch enthält viel Vitamin C, B1, B2 sowie Karotin (Provitamin A) sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium Phosphor, Eisen. Viele Vitamine sind im oberen grünen Teil, viele Mineralstoffe im weissen Teil des Gemüses. Ausserdem enthält Lauch neben anderen Schwefelverbindungen ebenfalls Alliin, aus dem – wie beim Knoblauch - beim Schneiden das Sulfid Allicin entsteht. Dieses ist für seinen typischen Geschmack und Geruch sowie die antibakterielle und antioxidative Wirkung verantwortlich. Lauch ist überdies abführend, harntreibend und hilft bei Arthrose. Vorsicht: Bei empfindlichen Menschen kann Lauch Blähungen verursachen. Ein Küchentipp: Lassen Sie geschnittenen Lauch nicht lange stehen sonst oxidiert er und schmeckt bitter. (Foto: © Verband Schweizer Gemüseproduzenten, www.gemuese.ch)

Schnittlauch

Schon im Altertum haben die Menschen Schnittlauch verwendet – als Küchengewürz und auch als Heilmittel. Er enthält Vitamin C, A, Karotin und Eisen. Der wichtigste Inhaltsstoff ist jedoch auch hier das Allicin, das dem Schnittlauch den leicht scharfen, zwiebelähnlichen Geschmack verleiht. Schnittlauch ist appetitanregend, verdauungsfördernd, entkrampfend sowie gut gegen Husten und Erkältung. Ein Küchentipp: Geben sie Schnittlauch erst am Schluss an die fertigen Speisen. Wenn er gekocht oder gedünstet wird, verliert er sein Aroma. (Foto: © Verband Schweizer Gemüseproduzenten, www.gemuese.ch)

Zwiebel

Die Menschen assen schon 3000 vor Christus Zwiebeln. Römische Soldaten brachten das Gemüse dann um 50 vor Christus über die Alpen. Heute ist die Zwiebel in der Schweiz nach Rüebli und Tomate das drittwichtigste Gemüse. Zwiebeln enthalten unter anderem die Vitamine C und B6, Kalium, Phosphor, Zink und Fluor. Sie helfen gegen Husten und Grippe, regen die Verdauung an und senken den Blutdruck. Das Gemüse ist entzündungshemmend , fördert den Knochenaufbau, unterstützt die Gewebe- und Blutbildung. Wenn Sie Zwiebeln schneiden, kommt das in der Zelle befindliche Enzym Alliinase in Kontakt mit der in der Zellwand vorliegenden schwefelhaltigen Aminosäure Alliin. Das Enzym spaltet die Aminosäure, wobei unter anderem das reizende Propanthial-S-Oxid entsteht. Dieses verdunstet, gelangt dadurch in die Augen und reizt die Schleimhäute. Dieser Mechanismus ist gedacht als Frassschutz und so hemmt er auch Pilze, Bakterien oder Viren. Ein Küchentipp: Kühlen Sie die Zwiebeln vor dem Schneiden oder legen Sie sie in kaltes Wasser, dann tränen Ihre Augen nicht so sehr. (Foto: © Verband Schweizer Gemüseproduzenten, www.gemuese.ch)

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Foto: © berwis / pixelio.de
Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Verband Schweizer Gemüseproduzenten

  • 6. Schweizerischer Ernährungsbericht, Bundesamt für Gesundheit

  • Annemarie Wildeisen, «Gemüseküche», AT Verlag, 2003

  • Erklärung von Bern (Hrsg.), «Die Jahreszeiten-Küche, Gemüse», Unionsverlag, 1989

  • «Der Brockhaus. Ernährung», F.A. Brockhaus, 2001

  • Morga AG (Hrsg.), «Einfach kochen für jung & Alt. Grossmutters Kochtopf. 182 köstliche vegetarische Rezepte», 2006