Wunderbare Kürbisvielfalt

Seinen grossen Auftritt hat der Kürbis an Halloween. Doch er kann viel mehr als böse grinsen. Er schmeckt, ist gesund und erst noch äusserst vielfältig verwendbar.

– Speisekürbisse gehören wie Zucchetti, Gurke und Melone zur Familie der Cucurbita. Das ist lateinisch und bedeutet neben Kürbis unter anderem auch «Dummkopf» oder «Idiot». Botanisch gesehen sind Kürbisse aber Beeren, weil sie aus einer Blüte hervorgehen.

Das steckt im Kürbis drin

Kürbisse bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser und sind entsprechend kalorienarm. Sie enthalten viele wertvolle Nährstoffe wie Betacarotin. Diese Vorstufe des Vitamins A ist einerseits wichtig für die Sehkraft, andererseits ist der sekundäre Pflanzenstoff aber auch Radikalfänger und schützt die Hautzellen. Weiter steckt im Kürbisfleisch viel Vitamin C, das das Immunsystem unterstützt und vor Infektionskrankheiten wie Erkältungen und Grippe schützt. Darüber hinaus liefert der Kürbis Ballaststoffe, die satt machen und die Verdauung regeln sowie die Mineralstoffe Magnesium, Kalzium und Kalium, alles wichtige Bausteine und Regelstoffe für den Körper. Schliesslich enthält Kürbis auch Folsäure, ein wasserlösliches Vitamin, das an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Je nach Sorte schwanken die Werte der einzelnen Inhaltsstoffe stark.

Acorn-Mix

Der Acorn-Mix hat seine Wurzeln in Nord Dakota (USA). Durch seine dunkelgrüne Schale mit weiss-orangen Flecken könnten Laien ihn für giftig halten. In Wahrheit aber ist der Acorn-Mix ein Leckerbissen. Sein cremefarbenes Fruchtfleisch, das süss und leicht nussig schmeckt, eignet sich als Ofengericht, Salat, zum Braten oder Füllen. Wer keine Lust aufs Kochen hat, kann den Acorn-Mix auch roh essen.

Butternuss

Von aussen ist der birnenförmige, hellorange Butternut unspektakulär. Das Innere gehört zum Besten, was die Kürbiswelt zu bieten hat. Er besteht praktisch nur aus Fruchtfleisch, abgesehen von einem ganz kleinen Kernbereich. Sogar die Schale ist essbar. Wie der Name «Butternuss» verrät, schmeckt er leicht nussig. Er eignet sich zum Braten, Backen, für Gratins oder als Rohkost. Schleckmäuler können ihn auch zu Konfitüre verarbeiten.

Delicata

Schon einmal Vanilleglace mit Kürbis kombiniert? Dann ist es höchste Zeit für ein gelungenes Herbstdessert. Aber auch für salzige Speisen eignet sich der Sweet-Potato, der aus den USA stammt. Sie können den Delicata zum Beispiel der Länge nach halbieren, die Kerne herausnehmen und die Schiffchen mit Reis und/oder Hackfleisch füllen. Ein bisschen Reibkäse drauf und für 25 Minuten ab in den Ofen.

Muscade de Provence

Der Muscade de Provence brutzelt oft in den Kochtöpfen von Restaurants und Hotels. Sein Fruchtfleisch ist kräftig orange. Der Muskatkürbis sieht aber nicht nur schön aus, er schmeckt auch schön fruchtig. Deshalb ist er gut geeignet zum Backen. Der Muskatkürbis wiegt bis zu 30 Kilogramm und wird darum meistens in Stücken verkauft.

Oranger Knirps/Roter Hokkaido

Der Orange Knirps ist ein Multitalent. Mit seinem rüebli- und kartoffelähnlichen Aroma eignet er sich für Suppen, zum Anbraten, für Gratins, Pürees und Kuchen. Die Schale dieser japanischen Züchtung können Sie mit dem Messer entfernen oder auch mitkochen. Dank seines bescheidenen Durchmessers von elf bis zwanzig Zentimetern passt er ideal in jede Einkaufstasche.

Spaghettikürbis

Wie wäre es mit Spaghettikürbis al Pesto, alla Carbonara oder Bolognese? Diese Speise entzückt Kürbisliebhaber. Und sie bietet Eltern, deren Kinder nur Spaghetti essen, eine vitaminreiche Alternative. Und so geht's: Stechen Sie den Kürbis mit einem spitzen Messer bis zu den Kernen durch, um beim Kochen einen Überdruck zu vermeiden. Lassen Sie die ganze Frucht während 40 Minuten im heissen Wasser brodeln, halbieren Sie sie danach quer. Geben Sie die Sauce drauf und drehen Sie die Spaghetti ähnlichen Fruchtfleischfasern mit der Gabel heraus.

Wie die Frucht enthalten auch das Öl und die Kerne viele Vitamine, darunter Vitamin E, das antioxidativ wirkt. Linolsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, soll einen positiven Einfluss auf einen erhöhten Cholesterinspiegel und Herz- und Kreislauferkrankungen haben. Und die Phytosterine, eine Gruppe von bioaktiven Stoffen, sollen Prostatabeschwerden und Blasenleiden vorbeugen. Dass Kürbisprodukte sehr gesund sind, ist nichts Neues. Schon die Klostermedizinerin Hildegard von Bingen (1098–1179) wusste um die wertvollen Eigenschaften dieser Frucht. Wem Kerne & Co. nicht schmecken, der findet in der Drogerie Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln.

Tausendsassa in der Küche

Einst war der Kürbis nichts weiter als Viehfutter. Mittlerweile hat er einen festen Platz in der Küche. Das Geheimnis der meisten Speisekürbisssorten ist ihr milder Geschmack. Sie lassen sich mit den verschiedensten Gewürzen kombinieren und sind für salzige und süsse Speisen geeignet. Einzig die harte Schale kann bei einigen Sorten zur Knacknuss werden. Da hilft nur ein scharfes Küchenmesser.

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Autorin: Vanessa Naef
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»