Nasensprays richtig anwenden

Bei Schnupfen greifen viele zu abschwellenden Nasensprays. Achtung: Sie können abhängig machen – sofern Erkältete sich nicht an die Einnahmeempfehlungen halten.

Bei Schnupfen verschaffen abschwellende Nasensprays binnen kürzester Zeit Luft. Dafür sorgen die Wirkstoffe Xylo- und Oxymetazolin oder Phenylephrin. Diese verengen die Gefässe in der Nase, die Schwellung geht zurück, die Nase hört auf zu laufen und ist wieder frei. Je nach Nasenspray hält die Wirkung bis zu zwölf Stunden an. Das kommt Erkälteten besonders beim Ein- und Durchschlafen zugute. Für den Heilungsprozess und das Wohlbefinden ist ein erholsamer Schlaf wichtig.

Behandlung mit Nasensprays

Richtig dosiert, sind abschwellende Nasensprays in der Regel gut verträglich. Erkältete sollten sich aber an ein paar Einnahmeempfehlungen halten, denn Nasensprays sind nicht ungefährlich.

  • Dosis: Experten empfehlen dreimal täglich einen Sprühstoss für jedes Nasenloch. Wer zu viel davon nimmt, riskiert Kopfschmerzen, Schlaf- oder gar Herzrhythmusstörungen.

  • Einnahmedauer: Wenden Sie den Spray nicht länger als fünf bis sieben Tage an. Sonst können Sie süchtig werden und die Nasenschleimhaut schädigen (siehe unten).

  • Nebenwirkungen: Abschwellende Nasensprays können vorübergehend ein brennendes Gefühl in der Nase und trockene Schleimhaut verursachen. In diesem Fall hilft eine pflegende Nasensalbe aus der Drogerie.

  • Gut zu wissen: Ein Nasenspray reicht etwa für zwei bis drei Schnupfentherapien. Wie lange ein Spray haltbar ist, steht in der Packungsbeilage.

Suchtgefahr

Wer abschwellende Nasensprays länger als eine Woche verwendet, kann einen chronischen Schnupfen (Rhinitis medicamentosa) bekommen. In diesem Fall haben sich die Schleimhäute an die Wirkstoffe gewöhnt. Das heisst: Sobald die Wirkung des Sprays nachlässt, schwellen die Schleimhäute an. Die Nase wird ohne Spray nicht mehr frei. Betroffene benutzen das Mittel folglich immer wieder und werden abhängig davon.

Weg aus der Sucht

Eine Sucht loszuwerden, ist oft schwierig. Wer versucht, Nasensprays abzusetzen, hat manchmal Angstzustände. Viele Experten empfehlen deshalb eine Entwöhnung in Schritten: Sprühen Sie das Mittel eine Zeit lang nur noch in ein Nasenloch. Sobald die Schleimhaut sich im nicht behandelten Loch erholt hat, können Sie versuchen, den Spray ganz abzusetzen.

Kaputte Nasenschleimhaut

Mit der Zeit schädigen abschwellende Nasensprays die Nasenschleimhaut. Diese wird immer dünner, bekommt Risse sowie Krusten. Häufig ist auch der Geruchsinn gestört. Oft entstehen zudem chronische Entzündungen und bakterielle Zweitinfektionen.

Wer auf Nasensprays verzichten sollte

Abschwellende Nasensprays sind nicht für alle geeignet. Darauf verzichten oder vorher den Arzt um Rat fragen sollten Menschen mit:

  • chronisch erhöhtem Blutdruck

  • grünem Star

  • Schilddrüsenüberfunktion

  • Diabetes

  • einer vergrösserten Prostata

Für Personen, die Medikamente wie Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) oder ein tri- oder tetrazyklisches Antidepressivum einnehmen, sind abschwellende Nasensprays tabu. Grösste Vorsicht gilt auch für Babys, Kleinkinder und Schwangere. In der Drogerie gibt es sanfte Alternativen zu abschwellenden Nasensprays:

Inhalation

Inhalationen mit Kamille haben sich bei Schnupfen sehr bewährt. Kamillenblüten wirken entzündungshemmend, leicht antbakteriell und antiviral. Bei starkem Schnupfen hilft zusätzlich Thymiankraut. Es hindert Viren und Bakterien daran, sich zu vermehren und löst Schleim. Achtung: Wer eine Allergie gegen Korbblütler hat, sollte auf Kamille verzichten.

Isotonische Nasenspülung

Isotonische Nasenspülungen regulieren den Wassergehalt in der Nasenschleimhaut. Die Lösung enthält neun Gramm Kochsalz pro Liter Wasser. Auf Wunsch erhalten Sie solche Sprays, eventuell ergänzt mit ein paar Tropfen Ringelblumentinktur, in der Drogerie. Ringelblumenblüten sind unter anderem entzündungshemmend, abschwellend und wundheilungsfördernd. Achtung: Wer eine Allergie gegen Korbblütler hat, sollte auf Ringelblume verzichten.

Hypertone Salzlösung

Hypertone Salzlösungen entziehen den Nasenschleimhäuten Wasser und wirken somit leicht abschwellend. Diese enthalten mehr als 0,9 Prozent Salz.

Für Babys und Kleinkinder eignen sich Nasensprays mit Meersalzlösung und Kamille. Für weitere Behandlungstipps lassen Sie sich am besten von einer Fachperson wie Ihrem Drogistien oder Ihrer Drogistin beraten.

Autorinnen: Karoline Fotinos-Graf und Vanessa Naef
Quellen
  • d-Inside, Fach- und Branchenmagazin des Schweizerischen Drogistenverbandes (SDV); Ausgabe 03/2018

  • Dr. phil. nat. Anita Finger Weber, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes