Körperhygiene in der Pubertät

In der Pubertät stehen die Zeichen auf Sturm und man kann sie mitunter manchmal förmlich riechen. So können sich Teenager optimal pflegen.

Schweiss-, Mundgeruch und Käsefüsse: Klare Indizien dafür, dass die Pubertät begonnen hat. Der Körper stellt vom Kind zum Erwachsenen um. Aufgrund der Hormonumstellung verändert sich die Körperausdünstung und Jugendliche fangen an, vermehrt zu schwitzen und öfter nach Schweiss zu riechen. Es entstehen zudem neue Schweissdrüsen unter den Armen und im Bereich der Geschlechtsorgane.

Verantwortlich für den strengen Duft sind die Bakterien, die den Schweiss an der Hautoberfläche zersetzen. Für Jugendliche ist es höchste Zeit und cool, sich mit dem Abc der Körperpflege auseinander zu setzen. Die eidgenössisch diplomierte Drogistin HF Olivia Vögele hat ein paar Tipps parat:

Duschen

Jugendliche sollten den Körper mit einem zertifizierten, natürlichen Duschgel oder einer milden Seife, die keine synthetischen Duftstoffe enthält, waschen. «So vermeiden sie Hautreizungen und bewahren den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Dieser schützt vor Keimen», sagt Drogistin Olivia Vögele. Auch zu heiss oder zu oft duschen, schädige den schützenden Fettfilm der Haut. Die ideale Wassertemperatur liegt bei 37 Grad und tiefer.

Intimpflege

Jungs sollten Penis und Hodensack einmal am Tag mit Wasser oder einer milden oder natürlichen Seife waschen. Denn in der Pubertät beginnen die Drüsen im Vorhautblatt und auch am Hodensack mehr Talg zu produzieren. Auf der Eichel entsteht aus dem Talg das Smegma, ein weisslicher Belag. Dieser wird von Bakterien zersetzt und beginnt unangenehm zu riechen, wenn er nicht täglich abgewaschen wird. Beim Waschen des Penis sollte der Mann darauf achten, dass er die Vorhaut ganz zurückzieht und die Eichel frei liegt. Nur so wird sie ganz sauber.

Mädels können ihre Vagina ebenfalls mit Wasser oder einem natürlichen oder milden, leicht sauren Duschgel waschen. «Aber maximal einmal pro Tag, um die säuerliche Vaginalflora, die vor Keimen und Pilzen schützt, nicht zu schädigen», sagt Drogistin Olivia Vögele. Von Intimsprays rät sie ab: «Parfüm- und alkoholhaltige Produkte trocknen den Intimbereich aus oder können die Vaginalflora sogar zerstören.» Frauen, die an Scheidentrockenheit oder Irritationen im Intimbereich leiden, empfiehlt Vögele, ein Gel und Tampons mit Milchsäurebakterien anzuwenden. «Diese bringen die Vaginalflora wieder ins Gleichgewicht.»

Deo

Drogistin Olivia Vögele rät zu natürlichen Deodorants, die unangenehme Düfte überdecken. Doch halt! «Sport treiben und dann einfach Deo auftragen, verhindert Schweissgeruch nicht. Idealweise wäscht man sich zuerst unter den Achseln, bevor man zum Deo greift», sagt sie. Es gibt Deos mit herben, süsslichen oder neutralen Düften.

Auf dem Markt sind zudem viele Deos, die antitranspirierende Stoffe wie Aluminium enthalten, erhältlich. Aluminiumsalze verengen die Schweisskanäle und sorgen so dafür, dass man weniger schwitzt. Allerdings können sie die Haut reizen und stehen unter Verdacht, krebserregend zu sein. Vögele empfiehlt, solche Deos zurückhaltend zu verwenden.

Achtung: Manchmal werden Kristalldeos oder Alaunsteine als natürliche Deo-Variante beworben. Doch sie enthalten oft sogar die höhere Konzentration an Aluminium als gewöhnliche Antitranspirantien.

Pflanzliche Medikamente

Salbei hilft gegen Schwitzen. Experten vermuten, dass die ätherischen Öle der Heilpflanze die Schweissproduktion hemmen. In der Drogerie gibt es Salbei-Tropfen oder spagyrische Sprays.

Schüssler-Salze bringen den Stoffwechsel in Schwung «und helfen gegen übermässiges Schwitzen», sagt Drogistin Vögele. Die Therapie des norddeutschen Homöopathen Wilhelm Heinrich Schüssler (1821-1898) basiert auf Mineralsalzen, die die Funktionen des Körpers anregen sollen.

Chlorophyll-Tabletten können laut Vögele diversen Körpergerüchen vorbeugen. «Man kann sie auch vor zwiebel- oder knoblauchhaltigen Gerichten einnehmen und so Mundgeruch vermeiden», sagt die Drogistin. Chlorophyll ist der grüne Farbstoff der Blätter.

Wichtig: Bevor Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie sich professionell beraten lassen. Drogistinnen und Drogisten geben gerne Tipps zur Anwendung und Dosierung und können zudem auf individuelle Bedürfnisse eingehen.

Mundhygiene

Täglich 2 bis 3 Mal Zähne putzen, beugt Karies und Mundgeruch vor. Mit Zahnseide lassen sich ausserdem die Zahnzwischenräume reinigen.

Mundgeruch bekämpfen zum Beispiel auch Chlorophyll-Tabletten, Mundspülungen und zuckerfreie Kaugummis.

Kleidung
  • Jeden Tag frische Unterhosen und Socken sind ein Muss, um unangenehme Körpergerüche zu vermeiden.

  • Tragen Sie Kleider aus natürlichen Stoffen, zum Beispiel Baumwolle. Grund: In synthetischen Materialien finden Bakterien bessere Lebensbedingungen. Daher riechen Textilien aus beispielsweise Polyester schneller nach Schweiss.

  • Käsefüsse? Dagegen können Lederschuhe oder spezielle Schuheinlagen mit Aktivkohle, Zimt oder Zedernholz, ein Schuhdeodorant und täglich frische Socken helfen. In der Drogerie sind auch Fusscremes erhältlich.

Auch die Ernährung kann den Körpergeruch beeinflussen. Fast jeder weiss, wer Knoblauch, rohe Zwiebeln oder bestimmte Gewürze und Kräuter isst, riecht bald darauf aus allen Poren und dem Mund. Zudem kann eine einseitige oder mangelhafte Ernährung Schwitzen begünstigen. Drogistin Olivia Vögele empfiehlt deshalb, ausgewogen zu essen und genügend zu trinken.

Pickel loswerden

Jugendliche leiden oft an Pickeln und Hautunreinheiten. Hier lohnt es sich, sich fachlich in einer Drogerie beraten zu lassen. Bei starker oder schmerzhafter Akne ist der Arzt gefragt.

Was wissen Sie über die Pubertät?

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Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Quellen