Schluss mit Mundgeruch

Acht Tipps für frischen Atem

Die Ursache von Mundgeruch liegt meistens nicht im Magen. Häufig ist mangelnde Mundhygiene schuld. Da können schon einfache Mittel und Massnahmen helfen.

Bei Mundgeruch ist die Luft, die aus den oberen Atemwegen strömt, übelriechend. Die meisten Menschen empfinden Mundgeruch zwar als unangenehm, ein echtes gesundheitliches Problem ist er aber meistens nicht. Und er kann oftmals mit guter Mundhygiene verhindert werden.

Bakterien als Ursache

Schuld am Gestank aus dem Mund sind häufig Bakterien. Wenn sie zum Beispiel zwischen den Zähnen hängengebliebenes Essen abbauen, insbesondere Eiweisse, produzieren sie übelriechende flüchtige Schwefelstoffe. Dies ist besonders nach dem Konsum von eiweisshaltigen Speisen wie Fleisch, Fisch oder Käse der Fall. Bakterien können aber auch unangenehm riechende Gase freisetzen, wenn sie abgestorbene Zellen oder Blut abbauen. Deshalb begünstigen beispielsweise Wunden im Mund oder Zahnfleischentzündungen Mundgeruch.

Typischerweise haben viele Menschen morgens beim Erwachen Mundgeruch. Das liegt daran, dass in der Nacht die Speichelproduktion reduziert ist und die Bakterien nicht weggespült werden. Und auch Stress kann den Mund leicht austrocknen und für unangenehm riechenden Atem sorgen.

Krankheiten sind selten Auslöser

Es gibt noch andere Faktoren, die Mundgeruch verursachen. Zum Beispiel Knoblauch- und Zwiebelgerichte oder Alkoholkonsum. Grund: Nach der Verdauung gelangen Nährstoffe ins Blut. Ein Weg für den Körper, Abfallstoffe wieder loszuwerden, ist, diese über die Lunge auszuatmen. Nur selten ist die Ursache von Mundgeruch ein Infekt oder eine Krankheit im Magen, in der Nase, in Lunge, Leber, Luft- oder Speiseröhre. Das gleiche gilt für Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder eine gestörte Nierenfunktion oder bestimmte Medikamente.

Acht Tipps gegen Mundgeruch

Gegen Mundgeruch kann man selber viel tun:

1. Ein- bis zwei Mal täglich den Zungenbelag, der übelriechende Bakterien enthält, mit einem Zungenschaber abschaben. Besonders den hinteren Teil der Zunge reinigen, denn dort sind die meisten Bakterien.

2. Die Zähne nach jeder Hautmahlzeit gründlich putzen. Bezüglich Zahnpasta und Mundspülung lassen Sie sich am besten in der Drogerie beraten.

3. Zahnprothesen sauber halten und mit speziellen Prothesenbürsten und den richtigen Reinigungsmitteln und Lösungen reinigen.

4. Die Zahnzwischenräume regelmässig mit Zahnseide reinigen, um Essensresten zu entfernen.

5. Nach dem Essen oder Rauchen zuckerfreie Kaugummis oder Petersilie kauen oder Chlorophyltabletten einnehmen. Sie neutralisieren schlechten Atem. Wer Kaugummis kaut, kurbelt die Speichelproduktion an, und Speichel spült die Bakterien weg.

6. Den Mund regelmässig mit Salbei- oder Pfefferminztee spülen. Salbei wirkt antibakteriell und lindert Entzündungen des Zahnfleisches sowie der Mund- und Rachenschleimhaut. Pfefferminze wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und erfrischt den Atem.

7. Der Atem kann schlecht riechen, weil der Mund zu trocken ist. Hier hilft viel trinken, Kaugummi kauen oder ein befeuchtendes Gel oder einen Befeuchtungsspray aus der Drogerie.

8. Regelmässige Besuche bei der Dentalhygienikerin oder beim Dentalhygieniker sind eine gute Anti-Mundgeruch-Therapie. Die Profis optimieren die Mundhygiene und geben Tipps.

Wann zum Arzt?

Falls Mundgeruch trotz dieser Massnahmen nicht bessert oder er neu und ohne erkennbare Ursache auftritt, sollten Sie zum Arzt. Eventuell ist eine weitere Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten oder beim Zahnarzt nötig.

Mundgeruch selber testen

Viele bemerken ihren eigenen Mundgeruch nicht. So können Sie Ihren Atem testen: Drücken Sie ein Taschentuch 15 Sekunden lang auf die ganze Länge der Zunge und riechen Sie anschliessend daran. Eine andere Möglichkeit: Fragen Sie Ihren Partner oder einen guten Freund, ob Sie Mundgeruch haben – oder aber Ihren Zahnarzt.

Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • denta-expert.ch

  • Drogistenstern