Ach, das bisschen Stress!

Stress hüben und drüben. Das weit verbreitete Phänomen ist salonfähig geworden und wird gerade deshalb unterschätzt. Stress macht krank. Regelmässiges Entspannen tut Not.

So esoterisch es tönen mag, es ist lebenswichtig, regelmässig loszulassen, seine innere Mitte zu finden, um das mentale Gleichgewicht als Ressource nutzen zu können. Dank der inneren Balance fallen Belastung und Anspannung ab.

Federleicht

Am offensichtlichsten ist die Notwendigkeit, regelmässig und gut zu schlafen: Das ist die Basis körperlichen Entspannens. Aber Entspannen muss auch im Wachzustand stattfinden und da seinen festen Platz haben.

Wer zu wenig abschalten kann, fühlt sich ruhe- und rastlos, ist überreizt und laugt sich selber aus. Wer dauern unter Druck steht, reagiert auch mit körperlichen Symptomen: dies können Juckreiz und Hautausschläge, (Nacken-)Verspannungen, aber auch Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, Aggression sowie Schlafstörungen sein. Wer über einen längeren Zeitraum unter Stress leidet, kann ernsthaft erkranken.

Dem gegenüber ist der Zustand der Entspannung leicht, losgelöst und man fühlt sich wohl. Um ein ausgeglichenes Leben zu führen, orientieren sich immer mehr Menschen an bewährten, traditionellen Entspannungsmethoden wie Yoga oder behelfen sich mit komplementärmedizinischen Heilmitteln aus der Drogerie. Wie man am besten zur Ruhe kommt, ist letztendlich eine persönliche und individuelle Angelegenheit. Ein sicherer Wert ist regelmässige Bewegung bzw. jede Form von sportlicher Aktivität.

Zwei Seiten der Medaille

Stress hat viele negativen, aber auch manche positiven Seiten. Die Fähigkeit, Stress zu empfinden, versetzt uns in Alarmbereitschaft, zum Beispiel beim raschen Herannahen eines Lastwagens. Noradrenalin und Adrenalin werden ausgeschüttet und der Körper konzentriert sich aufs Überleben. Die Energiereserven werden angezapft. Der Geist ist hellwach, dafür wird die Verdauung in den Standby-Modus geschaltet und das Bedürfnis nach Essen und Schlafen werden ausgeschaltet. Dauert die Situation einige Zeit an, wird ein entzündungshemmendes Hormon ausgeschüttet, um für allfällige Verletzungen gewappnet zu sein. Diese körperlichen Reaktionen beobachtet man in akuten Stressphasen.

Zuviel Adrenalin schadet

Viele Menschen leiden heute allerdings unter permanentem Stress: häufig allein schon dadurch, weil sie nachts durch anhaltenden Lärm gestört werden. Das hält den Stresspegel hoch, und der Körper versucht sich der veränderten Situation anzupassen. Lässt die Belastung aber über längere Zeit nicht nach, versagen die Anpassungsmechanismen und man wird krank. Das zeigt: Entspannen ist kein Luxusgut, sondern lebenswichtig.

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Foto: © Bernd Kasper / pixelio.de
Autorinnen: Cornelia Nussbaum und Katharina Rederer
Quellen
  • «Drogistenstern», GEO kompakt Nr. 26