Weisser Tee – handverlesen

Ihm wird nachgesagt, er mache unsterblich. Das stimmt zwar nicht ganz, trotzdem hat der weisse Tee einiges zu bieten.

Schwarzen Tee trinken wir in Europa schon sehr lange und der grüne ist auch schon seit ein paar Jahren beliebt. Doch den weissen Tee mit seinem süsslichen Aroma kennen hierzulande noch wenige. Ganz anders in China. Schon im 11. Jahrhundert vor Christus tranken die dortigen Kaiser weissen Tee. Nicht ohne Hintergedanken. Sie hofften, die kostbaren Blätter würden sie unsterblich machen. Das vermag der weisse Tee zwar nicht, doch aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass die alten Chinesen nicht ganz unrecht hatten. Weisser Tee enthält viele sogenannte Polyphenolen, die zu den Antioxidanzien gehören, welche freie Radikale unschädlich machen. Ausserdem wirkt der Weisse wegen des Koffeins anregend und Konzentrationsfördernd. Daneben enthält weisser Tee viele Vitamine, Eisen, Fluorid, Kalium, Kalzium, Natrium und Zink. Die im weissen Tee enthaltenen Catechine stärken das Immunsystem.

So bereiten Sie weissen Tee richtig zu

Pro Tasse einen gehäuften Teelöffel Teeblätter in die Kanne geben. Wasser etwa fünf Minuten lang abkochen und dann auf etwa 80 Grad abkühlen lassen. Giessen Sie das Wasser über den Tee und lassen Sie ihn 2-5 Minuten ziehen. Tipp: Weisser Tee wird nicht bitter, Sie können die Blätter also in der Kanne lassen oder Sie ein zweites Mal mit heissem Wasser aufgiessen. Das spannende daran ist, dass jeder Aufguss anders schmeckt.

30'000 Knospen für ein Kilo Tee

Es gibt zwei Sorten weissen Tee, der Yin Zhen (deutsch: Silbernadel) und der Pai Mu Tan (deutsch: weisse Pfingstrose). Der exklusive Yin Zhen wird auf kleinen Plantagen in den Bergen der südchinesischen Provinz Fujian angebaut. Die Bauern ernten den Tee an genau zwei Tage im März am frühen Morgen, wenn noch Tau auf den Blättern liegt. Sie pflücken nur die ungeöffneten Blattknospen des Teestrauchs. Diese sind mit weissem Flaum überzogenen. Daher stammt auch der Name des Tees. Jede einzelne Knospe klauben die Bauern von Hand vom Strauch. Eine mühselige, zeitaufwändige Arbeit. Für ein Kilo Tee braucht es rund 30'000 Knospen. Fermentiert wird der weisse Tee nicht. Die Knospen trocknen auf Gestellen an der Luft, danach werden sie kurz erhitzt und trocknen dann ein weiteres Mal an der Luft.

Die zweite Sorte, der Pai Mu Tan, kommt ursprünglich auch aus Fujjian, doch auch in Anhui wächst seit jeher eine gute Qualität. Heute wird Pai Mu Tan auch in Darjeeling oder Nepal produziert. Der Pai Mu Tan ist etwas billiger als der Yin Zhen, da dafür auch junge Teeblätter verwendet werden. Grundsätzlich ist weisser Tee eher teuer, wegen der aufwändigen Ernte. Daher gilt: Kaufen Sie keinen weissen Tee, der gleich viel kostet wie «normaler» Tee. Es ist wahrscheinlich grüner Tee mit nur einem kleinen Anteil weissem oder schlicht ein qualitativ schlechter weisser Tee. Echter weisser Tee hat seinen Preis.

Umfrage

Welche Sorte mögen Sie am liebsten?

Bitte warten...
Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen