Steinobst – kernig gut

Zwetschgen, Aprikosen oder Pfirsiche: Sie sind süss und saftig, die Früchte mit dem Kern. Und sie enthalten viele Ballaststoffe.

Alle Früchte, die einen einzelnen, harten Kern haben gehören zum Steinobst. Um den Kern herum wächst das saftige Fruchtfleisch. Steinobst gedeiht in gemässigten Klimazonen. Es gibt aber auch exotisches Steinobst wie Mango. Diese werden oft zu den Südfrüchten gezählt. Vollreife Steinfrüchte habe in der Regel viel Fruchtzucker und sind deshalb sehr süss. Ausserdem enthalten viele Steinfrüchte eine grosse Menge an Ballaststoffen, sie unterstützen also eine gute Verdauung.

Aprikose

Die Aprikose stammt aus Nordafrika, sie breitete sich im Orient aus und die Römer brachten sie aus Turkmenien nach Europa. Sie nannten die Aprikose «malus praecox», übersetzt bedeutet das «die Frühreife». Das kommt daher, dass der Aprikosenbaum früh blüht. Saison hat die Frucht von Juli bis Ende August. Der Botaniker und Pfarrer Gabriel Luizet baute 1838 im Wallis erstmals Aprikosenbäume an. Sein Name ist in der Sorte «Luizet» verewigt. Aprikosen – frisch oder getrocknet – enthalten sehr viel Provitamin A, die Vitamine B1, B2 und C sowie Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Phosphor. Die Frucht kräftigt Haare und Nägel, macht den Teint rosig, stärkt das Immunsystem und kurbelt den Kreislauf an. Salicylsäure, die in der Frucht vorkommt, wirkt antibakteriell und tötet Keime im Magen-Darm-Trakt. Im Kern der Frucht steckt der Wirkstoff Dimethylglycine. Er soll gegen Migräne und Kopfschmerzen helfen.

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Chriesi / Kirschen

62 vor Christus entdeckte der römische Feldherr und Feinschmecker Lucullus Kirschen am Schwarzen Meer. Er mochte die süssen Früchte so sehr, dass er einige Bäume nach Rom mitnahm. Wegen ihrer Herkunft nahe der Stadt «Kerasos» nannten die Römer die Frucht Cerasum. Die Römer brachten die Kirsche dann bis in unsere Breitengrade. Um 1470 wurde im deutschen Sprachraum von Kirsch gesprochen; im Oberrheinischen und in der Schweiz heissen sie Chriesi. Mit nur 60 Kalorien pro 100 Gramm sind Kirschen eine süsse Schleckerei, die Sie ohne schlechtes Gewissen geniessen können. Die Früchte enthalten neben sekundären Pflanzenstoffen viele wichtige Vitamine wie Vitamin C und Folsäure, die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie Kieselsäure und Pektin. Kirschen wirken dank ihrem Kaliumgehalt entwässernd und entschlackend. Kirschsaft wirkt gegen Fieber.

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Nektarine

Nektarinen sind die glattschalige Variante des Pfirsichs. Herkunft und Entstehung der Frucht sind nicht eindeutig erklärt. Einer Theorie zufolge handelt es sich um eine Mutation des Pfirsichs. Eine andere besagt, dass die Nektarine aus einer Kreuzung von Pfirsich und Pflaume entstanden ist. Nektarinen enthalten viel Niacin und Beta-Carotin. Bei Nektarinen sind der Provitamin-A- und der Betakarotin-Gehalt 6 bis 7 mal höher als in Pfirsichen. Die Nektarine entschlackt und fördert den Blutkreislauf.

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Pfirsich

Pfirsiche waren schon 2000 vor Christus in China bekannt. Ab ca. 1000 vor Christus kultivierten die Chinesen die Früchte. Vermutlich durch arabische Händler gelangten die Pfirsiche nach Persien und von da in den Mittelmeerraum. Die Römer brachten die Früchte um das Jahr 50 über die Alpen. Pfirsiche haben einen relativ hohen Gehalt an Vitamin C, anderen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Die Frucht ist bekömmlich und fördert die Verdauung. Pfirsiche werden auch in der Schweiz angebaut, allerdings nur in sehr kleinen Mengen und nur im Direktverkauf, Saison ist Juli und August.

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Pflaume

Die Römer brachten die Pflaume um 150 vor Christus nach Italien. Von dort aus verbreitete sie sich in ganz Europa. Es gibt etwa 2000 verschiedene Sorten, die sich teilweise nur geringfügig in Farbe, Grösse und Reifezeit unterscheiden. Zwetschgen, Reineclauden und Mirabellen sind Unterarten der Pflaume. Pflaumen enthalten die unverdaulichen Nahrungsfasern Zellulose und Pektin. Diese quellen im Darm auf und regen dadurch die Verdauung an. Am Vorabend eingeweichte getrocknete Pflaumen zum «Zmorgen» können gegen Verstopfungen helfen. Wegen der vielen Ballaststoffe helfen Pflaumen auch, den Cholesterinspiegel zu senken.

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Zwetschge

Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Die Römer brachten das Steinobst etwa 150 Jahre vor Christus aus Asien mit. Zwetschgen haben viel Fruchtzucker, sind also sehr nahrhaft. Daher eignen sich die Früchte auch zum Dörren. Zwetschgen sind dank der vielen Nahrungsfasern gut für die Verdauung. Die Früchte enthalten neben Provitamin A, Vitamin C und E fast alle B-Vitamine. Letztere sind wichtig für den Stoffwechsel und das Nervensystem. Die getrockneten Früchte weisen neben wertvollen sekundären Pflanzenstoffen (Polyphenolen), ein günstiges Kalzium-/Phosphor-Verhältnis auf. Das ist wichtig für einen gesunden Knochenstoffwechsel. Wegen ihres hohen Gehalts an Polyphenolen und Antioxidantien sind Zwetschgen gut für das Herz-Kreislauf-System. In der Schweiz hat die Zwetschge von Mitte Juli bis Ende September Saison.

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Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Schweizer Obstverband

  • 5amtag.ch

  • gemueselexikon.ch

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

  • Landwirtschaftlicher Informationsdienst

  • «Der Brockhaus. Ernährung», F.A. Brockhaus, 2001