Die Hand – ein vielseitiges Werkzeug

Täglich greifen, tippen, drücken, streicheln, schreiben oder werkeln wir mit ihnen: unsere Hände. Nehmen Sie daher Schmerzen in den Händen nicht auf die leichte Schulter.

Die Hand ist ein sehr komplexes Körperteil. Ihr Gerüst besteht aus 27 Knochen. Dank Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Nerven hat der Mensch mit seinen Händen ausgesprochen vielseitig einsetzbare Werkzeuge immer zur Hand. Mit Händen und Fingern können ganz präzise, sensible Bewegungen ausgeführt werden genauso wie kräftige, grobe. Für den korrekten Einsatz der Hände braucht der Mensch ganz schön viel Köpfchen: 25 Prozent des motorischen Zentrums in der Grosshirnrinde steuern ausschliesslich die Bewegungen der Hände.

Die Muskelkraft der Hand sitzt nicht in der Hand, sondern im Unterarm. Zwar gibt es in der Mittelhand und im Daumenballen kurze Muskeln, die eigentliche Kraft zum Greifen, Drücken, Drehen, Ziehen, Zupfen, Kneifen usw. kommt aber tatsächlich aus dem Unterarm. Eine weitere Besonderheit der menschlichen Hand ist der Daumen. Nur weil er den anderen Fingern gegenübersteht, kann der Mensch präzise zugreifen. Daumen und Zeigefinger funktionieren wie eine Pinzette. Das kann nur der Mensch. Der Daumen von Menschenaffen ist dafür zu kurz.

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Bei Schmerzen zum Arzt

Sollten Sie Schmerzen in Ihren Händen haben, nehmen Sie das unbedingt ernst. Lassen Sie Handschmerzen frühzeitig vom Arzt abklären. Spätestens dann, wenn sich die Schmerzen trotz Hausmitteln innerhalb von 14 Tagen nicht bessern.

Die häufigste Ursache für Schmerzen in der Hand ist Arthrose. Sie kann zum völligen Abbau des Knorpels führen. Oft sind mehrere Fingergelenke betroffen (Fingerpolyarthrose). Schmerzende Hände können auch auf eine Arthritis, also eine entzündliche Erkrankungen der Gelenke, hindeuten. Bei dieser Krankheit schwillt das Gelenk an, überwärmt sich, schmerzt und ist in seiner Funktion beeinträchtigt. Ohne angemessene Behandlung kann das entzündete Gelenk in kurzer Zeit stark Schaden nehmen. Eine weitere Ursache für Schmerzen in den Händen sind Pseudogicht und Gicht, beides ebenfalls rheumatische Erkrankungen. Auslöser sind kristalline Ablagerungen in den Gelenken.

Das Fingerknacken

Es gibt sie überall, die Fingerknacker. Sie ziehen an ihren Fingern oder drücken die Gelenke durch, bis es knackt. Und so funktioniert’s: Die Dehnung des Gelenks erzeugt einen Unterdruck in der Gelenkkapsel. Das setzt Gase, die in der Gelenkflüssigkeit gelöst sind, schlagartig frei. Es knackt.

Viele glauben, dass Fingerknacken zu einer frühzeitigen Abnutzung führt. Das ist wissenschaftlich nicht belegt. Ebenso wenig lassen sich Gelenkentzündungen (Arthritis) darauf zurückführen. Trotzdem sollten Sie nicht mit den Fingern knacken. Denn das kann Schwellungen verursachen und die Greifkraft der Finger vermindern. Gehen Sie zum Arzt, wenn das Fingerknacken weh tut.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Rheumaliga Schweiz

  • Ratgeber-Broschüre Drogocare «Rheuma und rheumatische Beschwerden – was tun?» der Schweizer Drogerien