Sonnenschutz gegen Hautalterung

Die Haut altert zu einem grossen Teil durch Lichteinstrahlung. Wenn Sie möglichst lange faltenfrei bleiben möchten, sollten Sie Ihre Haut vor der Sonne schützen.

Wer sein jugendliches Antlitz möglichst lange erhalten will, sollte sich vor der Sonne schützen, denn die Sonne ist zu einem grossen Teil für die Hautalterung verantwortlich. Dabei lässt uns schon eine alltägliche, normale Lichtdosis, ganz ohne ausgedehnte Sonnenbäder, altern. Die UV-Strahlen sind für rund 80 Prozent der Hautalterung im Gesicht verantwortlich. Und selbst, wer gut geschützt in die Sonne geht und keinen Sonnenbrand hat, kann Hautschäden durch Lichtalterung bekomen. Anti-Age-Experte Dr. med. Wolfgang Kallabis: «Die Reparaturmechanismen der Haut können diesen Schäden aber entgegenwirken.»

Antioxidanzien gegen Falten

Bei der Hautalterung spielen auch Faktoren wie Hauttyp, Alkoholkonsum oder Rauchen eine Rolle. «Aber die Sonneneinstrahlung beschleunigt den Alterungsprozess, weil sie zu oxidativem Stress führt,» so Kallabis. Von oxidativem Stress sprechen Fachleute, wenn im Körper zu viele freie Radikale vorhanden sind. Dies sind Atome oder Moleküle mit reaktionsfreudigen, ungepaarten Elektronen. Sie schwächen den Körper, wenn nicht Antioxidanzien dies wieder ins Lot bringen. Die Radikalfänger sind denn auch die potentesten Verbündeten im Kampf gegen Falten.

Kallabis: «Das wichtigste ist ein guter Sonnenschutz, der die schädlichen Auswirkungen der UVA- und UVB-Strahlung eindämmt. Zusätzliche Antioxidanzien wie Vitamin C, das vitaminähnliche Coenzym Q 10, Vitamin E, Vitamin B3 und Beta-Karotin scheinen die Lichtalterung zu verlangsamen.» Teilweise sind Sonnenschutzprodukte mit Antioxidanzien angereichert. In Form von sekundären Pflanzenstoffen, etwa als Polyphenole, können die Radikalfänger auch eingenommen werden.

Gut beraten ist, wer sich zurückhaltend der Sonne aussetzt. Die Sonneneinstrahlung lässt sich auch minimieren, indem man beispielsweise die Mittagssonne meidet und bedenkt, dass die UV-Konzentration etwa am Äquator oder in den Bergen höher ist. Ausserdem geht gerne vergessen, dass Schnee, Wasser, Sand und sogar Asphalt die UV-Strahlung reflektieren.

Dr. med. Wolfgang Kallabis

Wolfgang Kallabis ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und führt eine Praxis in Thierachern (BE). Seit Jahren beschäftigt sich der vitagate.ch-Experte mit Teilaspekten der Anti-Aging und Präventivmedizin. Er ist Mitautor des Anti-Aging-Lexikons.

Sonne ist lebenswichtig

Doch die Sonne soll nicht verteufelt werden. Schliesslich kann die Haut nur dank der Sonnenstrahlen das lebenswichtige Vitamin D3 bilden. Wie lässt sich dieses Dilemma lösen? Laut Kallabis reichen auch in unseren Breitengradenbereits bereits 15 Minuten Sommersonne auf Gesicht und Händen für die benötigte Vitamin-D-Produktion aus. Diese Sonnendosis dürfte für die meisten Menschen unschädlich sein.

Sonnenanbeter sollten aber alles daran setzen, eine Rötung der Haut oder einen regelrechten Sonnenbrand zu verhindern. Ausserdem betont der Mediziner, dass Sonnencrème zwar vor Sonnenbrand, aber nicht unbedingt vor Hautkrebs schützt. «Eine gute Faustregel ist es, sich zur Erholung ins Freie zu begeben und nicht, um sich zu sonnen oder zu bräunen,» rät Kallabis.

Autorin und Redaktion: Franziska Linder
Quellen
  • Wolfgang Kallabis

  • Angelika Kastner: «Das Anti-Aging-Lexikon – Alles Wissenswerte von A bis Z», Herbig Verlag, 2007