E200, E330, E1404 & Co.

Damit das Erdbeerjoghurt nach Erdbeeren schmeckt, der Schmelzkäse schmilzt oder der Pudding schaumig bleibt, setzt die Lebensmittel­industrie Zusatzstoffe ein. Wer die nicht essen mag, muss Frisch­produkte kaufen.

Wer auf die Zutatenliste der Lebensmittel in seinem Vorratsschrank schaut, findet sie überall: E-Nummern. Sie weisen Zusatzstoffe aus, die die Hersteller ihren Produkten beifügen. Diese Lebensmittelzusatzstoffe haben die unterschiedlichsten Funktionen. Sie können den Nährwert eines Lebensmittels verbessern, seine Haltbarkeit verlängern oder ihm einen besseren Geschmack geben. Das tönt nach modernster Technologie, ist aber im Grunde uralt. Schon die Römer versuchten, ihr Essen durch allerlei Tricks haltbarer zu machen. Sie nahmen dazu zum Beispiel Säure. Bereits seit dem 14. Jahrhundert pökeln die Menschen mit Salpeter Fleisch und Fisch, damit sie länger geniessbar bleiben. Und schon seit dem 19. Jahrhundert im Einsatz ist Backpulver.

Nach wie vor entwickelt die Lebensmittelbranche immer mehr Zusatzstoffe – und setzt sie vor allem immer häufiger ein. Wer so genannte Convenience»-Lebensmittel (Fertigprodukte) oder Light-Produkte konsumiert, kann sicher sein: Da steckt ganz schön viel Chemie drin. Grundsätzlich gilt die Regel, je weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, desto weniger Zusatzstoffe sind beigemischt.

Übersicht gewinnen

Alle Zusatzstoffe müssen auf der Verpackung gekennzeichnet sein. Jeder Stoff (ausser den Aromen) hat seine eigene E-Nummer. Das «E» steht für Europa. Die Nummerierung gilt international. In Ländern ausserhalb Europas fällt der Buchstabe «E» einfach weg. Bei der Schweizer Bundesverwaltung finden Sie eine komplette und aktuelle Liste mit allen in der Schweiz zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen oder es gibt handliche Büchlein. Darin finden Sie neben der Auflistung der E-Nummern auch eine Bewertung. Sie sehen, welche als gesundheitlich bedenklich und welche als unbedenklich gelten.

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Die Einteilung

Zusatzstoffe sind nach ihrem Einsatz und ihrer Funktion in Kategorien eingeteilt. Es gibt Farbstoffe (E100), Konservierungsmittel (E200), Antioxidantien (E300) und «übrige Zusatzstoffe» (E400-E1521).

Es gibt natürliche und synthetische Zusatzstoffe. Die natürlichen können aus pflanzlichen (z.B. Verdickungsmittel), tierischen (z.B. Bienenwachs, Eierlecithin) oder anorganischen Rohstoffen stammen. Bei den synthetischen Zusatzstoffen gibt es naturidentische sowie rein synthetische. Naturidentisch bedeutet, dass eine Substanz zwar synthetisch produziert wurde, sie sich in ihrer chemischen Struktur jedoch nicht vom natürlichen Produkt unterscheidet.

Schädlich?

In der Schweiz, genau wie in der EU, dürfen Lebensmittelproduzenten Zusatzstoffe nur verwenden, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Die Stoffe müssen gesundheitlich unbedenklich sowie technologisch notwendig sein und der Konsument darf durch die Verwendung des Stoffes nicht getäuscht werden. Es muss also klar sein, dass das Erdbeerjoghurt nicht wegen der darin enthaltenen Erdbeeren rot ist sondern wegen eines Farbstoffes. Gesetzlich vorgeschrieben ist auch, in welchen Mengen die Hersteller die Zusatzstoffe ihren Produkten beimengen dürfen. Ermittelt werden diese Höchstmengen aus Studien mit Tierversuchen. Die Tiere bekommen den betreffenden Stoff in einer überdurchschnittlich hohen Menge mit dem Futter. Nur wenn sie keine Schäden davon tragen, wird der Stoff auch für den Menschen zugelassen.

Trotz all dieser Massnahmen und Vorschriften sind sehr viele davon überzeugt, dass manche Zusatzstoffe gesundheitlich bedenklich wenn nicht gar gefährlich sind.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Bundesamt für Gesundheit

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung

  • Erich Muskat, Ibrahim Elmadfa und Doris Fritzsche, «E-Nummern und Zusatzstoffe», GU-Verlag, 2012

  • Heinz Knieriemen, «E-Nummern», AT-Verlag 1999

  • Gesundheitstipp Ratgeber «Essen und trinken: Tipps für eine gesunde Ernährung», Puls Media AG, 2006