Das Gehirn steuert alles

Das Gehirn entscheidet als zentrale Schaltstelle im menschlichen Körper über unser Handeln, Sprechen und Verhalten.

Das Gehirn ist die Zentrale des Nervensystems. Es steuert alle lebenswichtigen Körperfunktionen und ermöglicht Denken, Sprechen, die Entscheidungsfindung, die Koordination vieler verschiedener Bewegungen sowie Wahrnehmung und Reaktion auf Sinneseindrücke.

So funktioniert das Hirn

Ein menschliches Gehirn wiegt durchschnittlich 1,4 kg und befindet sich in der Schädelhöhle. Es besteht aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen) und Stützzellen (Gliazellen). Die Weiterleitung von Botschaften von einem Teil der Nervenzelle zu einem anderen erfolgt durch elektrische Signale. Botschaften von einer Nervenzelle zu einer anderen werden durch chemische Reaktionen übermittelt. Oft gehen Nervenzellen 10'000 oder mehr Verbindungen mit anderen Nervenzellen ein.

Das tut dem Gehirn gut

Hanspeter Michel, dipl. Drogist HF, hat für Sie einige Tipps für ein gut funktionierendes Gehirn zusammengestellt:

  • Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) sind für eine optimale Gehirnentwicklung bereits während der Schwangerschaft und in der Kindheit essenziell.

  • Extrakte aus Ginkgo biloba fördern die Hirndurchblutung und die Sauerstoffzufuhr und unterstützen damit Konzentration und Merkfähigkeit. Ginkgoextrakte wirken antiarteriosklerotisch, sie verbessern also die Blutfliesseigenschaften in den Gefässen.

  • Essenzielle Vitalstoffe wie die Aminosäure Glutamin oder Phosphatidylserin beeinflussen den Energiestoffwechsel im Gehirn positiv. Sie eignen sich bei geistiger Erschöpfung vor oder während Prüfungen und im Schulalltag. In der Drogerie gibt es rezeptfreie Arzneimittel (Glutaminsäure) und zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel (Phosphatidylserin) mit diesen Wirkstoffen.

  • Wichtig sind daneben vor allem genügend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft sowie regelmässiges Hirntraining, wie Schach, Kreuzworträtsel oder Sudoku.

Das Grosshirn ist der grösste Teil des Gehirns. Es macht mehr als 40 Prozent der Gehirnmasse aus. Es ist verantwortlich für die visuelle Wahrnehmung, das Erinnerungsvermögen, den Tastsinn und das Sprachverständnis. Doch auch die Koordination von Bewegungsabläufen, das Denken, das Verhalten und die Ausprägung der Persönlichkeit passieren hauptsächlich im Grosshirn.

Der Hirnstamm geht direkt ins Rückenmark über. Sinnesinformationen aus dem ganzen Körper werden vom Rückenmark über den Hirnstamm zum Gehirn geleitet. Umgekehrt werden vom Gehirn motorische Befehle via Rückenmark an die Muskulatur im gesamten Körper weitergegeben. Der Hirnstamm enthält viele entscheidende Reflexzentren zur Steuerung lebenswichtiger Funktionen wie Herzschlag und Atmung.

Das Zwischenhirn besteht aus den zwei Hauptbereichen Thalamus und Hypothalamus. Der Thalamus hat etwa die Grösse einer Walnuss und ist für die Weiterleitung von Sinnesinformationen zu verschiedenen Regionen der Grosshirnrinde zuständig. Der Hypothalamus befindet sich auf der Unterseite des Thalamus und ist das Kontrollzentrum für Körperfunktionen wie Essen, Trinken, Abwehr und Reproduktion. Zudem ist er an Emotionen wie Angst und Wut beteiligt.

Das Kleinhirn ist für die Steuerung von Bewegungen sowie für das körperliche Gleichgewicht zuständig. Es reagiert höchst sensibel auf übermässigen Alkoholkonsum, der zu Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen führt.

Das Gedächtnis

Menschen erlangen Wissen und speichern dieses als Erinnerung in ihrem Gehirn. Die Lern- und Denkfähigkeit hängt eng mit dem Erinnerungsvermögen zusammen. Es gibt drei verschiedene Formen der Wissensspeicherung:

  • Ultrakurzzeitgedächtnis: einige Millisekunden bis Sekunden

  • Kurzzeitgedächtnis: einige Sekunden bis Minuten

  • Langzeitgedächtnis: einige Tage bis Jahre

Das Gedächtnis kann keinem einzelnen Gehirnareal zugeschrieben werden, vielmehr macht das Zusammenwirken der verschiedenen Gehirnbereiche das Gedächtnis aus. Auch das Vergessen gehört zu diesem Prozess, es schafft Raum für neue Lernerfahrungen.

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Einsteins Gehirn

Dr. Thomas Harvey führte 1955 die Autopsie am verstorbenen Physiker Albert Einstein durch. Besondere Aufmerksamkeit widmete er dem Gehirn des Nobelpreisträgers. Harvey dachte, es müsste sich von einem normalen Gehirn unterscheiden. Er spritzte Formalin in die Arterien, legte das Organ in eine konservierende Lösung und stellte fest: Einsteins Gehirn sah aus wie jedes andere auch. Harvey startete er einen zweiten Versuch. Sorgfältig vermass er Einsteins Gehirn und zerschnitt ihn in 240 nummerierte Scheiben.

Erst 1996 veröffentlichte Harvey einen Aufsatz zu seinen Forschungsergebnissen. Einsteins Gehirn besass weder mehr noch grössere Nervenzellen als ein übliches Gehirn. Auch die Wissenschaftlerin Marian Diamond hatte an den Scheiben geforscht. Sie stellte fest, dass das Verhältnis zwischen Gliazellen und Neuronen in einer bestimmten Region des Scheitel- oder Parietallappens leicht erhöht war. Was dies aber genau bedeutet, ist bis heute unklar und damit auch, wie Albert Einsteins aussergewöhnlicher Intellekt zustande kam.

Autorin: Ann Schärer
Redaktion: Bettina Epper
Quelle
  • «Drogistenstern»