Blasenentzündung natürlich heilen

Es müssen nicht immer Antibiotika sein. Gegen Blasenentzündungen bietet die Drogerie eine ganze Palette an nützlichen Heilmitteln an.

Häufiger Harndrang, oftmals aber nur eine kleine Menge Urin sowie Brennen und manchmal Schmerzen beim Wasserlassen – viele Frauen kennen diese Symptome nur zu gut und wissen: Sie haben eine Blasenentzündung. Fast jede zweite Frau ist zumindest einmal davon betroffen. Ausgelöst wird die Infektion durch Bakterien, wie Drogist HF Dieter Kaufmann sagt: «Meistens durch Escherichia coli, also Kolibakterien aus dem Darm

Die Krankheit betrifft vor allem Frauen. Das liegt an der weiblichen Anatomie. Die Harnröhre und die Distanz vom Anus zur Scheide ist sehr kurz, so können die Kolibakterien aus dem Darm leicht in die Blase eindringen.

«Blasenentzündungen sind gut behandelbar, auch ohne Antibiotika. Zentral ist, schnell zu reagieren», sagt Kaufmann. Eine wichtige erste Massnahme ist, viel zu trinken. «Zwei bis drei Liter pro Tag sollten es sein. Am besten ist es, die Flüssigkeit schon am Morgen bereitzustellen, damit das Trinken nicht vergessen geht. Mit dem Urin werden die Bakterien regelrecht ausgespült.»

Starke Naturheilmittel

Trinken allein reicht aber nicht. «In der Drogerie haben wir eine ganze Palette an Naturheilmitteln, die sich für die Behandlung eignen.» Zum Beispiel Kräutertee. «Der Klassiker ist die Bärentraube, sie desinfiziert. Ich würde sie kombinieren mit Birkenblättern, Goldrute oder Brennnessel, die wassertreibend wirken.» Wer Tee nicht mag, kann die genannten Heilpflanzen auch als Tabletten einnehmen, und dazu viel, nicht zu kaltes Wasser trinken.

Gut geeignet als Ergänzung zum Kräutertee sind die Schüssler-Salze Nummer 3, 8 und 10, die gegen akute Infektionen helfen, den Wasserhaushalt regulieren und antreiben sowie entgiftend und ausscheidungsfördernd wirken. Auch an spagyrischen Essenzen gibt es viele, die bei Blasenentzündung helfen. «Propolis und Belladonna eignen sich für die akute Entzündungsphase, ebenso Zinnkraut oder Goldrute sowie Kapuzinerkresse. Sinnvoll ist es, sie zusätzlich mit immunsystemstärkenden Mitteln wie Echinacea zu kombinieren.» Grundsätzlich ist ein starkes Immunsystem hilfreich. «Wer das Immunsystem stärkt, stärkt den inneren Arzt», sagt Kaufmann und rät zum Beispiel zu einer Vitalstoff-Therapie mit Vitamin C und Zink.

Auch Homöopathie ist bei Blasenentzündung eine gute Wahl. Bei brennenden und stechenden Schmerzen empfiehlt sich Apis mellifica (Honigbiene); Cantharis (Spanische Fliege) kann bei krampfartigen Schmerzen helfen, wenn beim Urinieren jeder Tropfen wie Feuer brennt. Wer bei jeder Erkältung unter einem Harnwegsinfekt leidet, ist mit Dulcamara (Bittersüss) gut beraten.

Verhaltenstipps

Gar nicht erst krank werden ist natürlich am besten. Wer einer Blasenentzündung vorbeugen möchte, sollte folgende Punkte beachten:

  • Ernähren Sie sich ausgewogen.

  • Halten Sie den Nierenbereich und die Füsse warm.

  • Sitzen Sie nicht auf kaltem Boden.

  • Tragen Sie keine synthetische Unterwäsche und eng anliegende Beinkleidung.

  • Wenn Sie Slipeinlagen tragen, achten Sie auf unbehandelte Biobaumwolle.

  • Mädchen und Frauen sollten sich nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen, damit keine Darmbakterien in die Blasenregion gelangen können.

D-Mannose und Preiselbeere

Zur Behandlung und, anders als die oben erwähnten Heilmittel, auch zur Vorbeugung geeignet sind D-Mannose, Preiselbeere und Cranberry. Der Einfachzucker D-Mannose dockt am Bakterium an und verhindert, dass es sich an der Blasenwand festsetzen kann. «Nimmt man sie in genügender Konzentration ein und trinkt dazu viel, werden die Bakterien ausgeschwemmt und es kommt gar nicht erst zu einer Entzündung», sagt der Drogist. Auch Preiselbeere oder Cranberry verhindern, dass sich Krankheitserreger festsetzen können. Sie docken allerdings nicht am Bakterium, sondern an der Blaseninnenwand an. «Weder D-Mannose noch Preiselbeeren oder Cranberry haben Nebenwirkungen oder einen Gewöhnungseffekt, man kann sie also auch über einen längeren Zeitraum einnehmen, wenn man sie braucht.»

Wenn eine Blasenentzündung trotz Behandlung nach drei bis vier Tagen nicht bessert, die Symptome sich verschlimmern oder neue dazukommen, sollte man zum Arzt. «Aus einer Blasenentzündung kann sich auch eine Nierenentzündung entwickeln, und dann helfen nur noch Antibiotika.» Auch bei Kindern sollte man bei Verdacht auf Blasenentzündung vorsichtig sein und besser einen Arzt konsultieren.

Die Psyche kann mitspielen

Manche Frauen haben, selbst wenn sie aufpassen, immer wieder Blasenentzündungen. «In solchen Fällen sollte man auch die Psyche in Betracht ziehen», sagt Dieter Kaufmann. «Die Partnerschaft kann eine Rolle spielen, das Sexualverhalten oder private oder berufliche Probleme sowie Stress.» Diese Faktoren schwächen das Immunsystem und begünstigen somit Blasenentzündungen. Solche Punkte in der Beratung anzubringen, sei manchmal schwierig. «Ich spreche das sicher nicht im ersten Gespräch an. Aber gerade bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen ist es wichtig, auch daran zu denken.»

Quellen
  • Drogist HF Dieter Kaufmann

  • Drogistenstern

  • Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber

Autorin und Redaktion: Bettina Epper