In der Regel beschwerdefrei

Zwischen vier und sechs Tage pro Monat befindet sich der Körper einer Frau im natürlichen «Ausnahmezustand». Gut zu wissen, was man gegen Menstruationsbeschwerden tun kann.

Will man der Werbung für Tampons und Binden vollen Glauben schenken, dann ist die monatliche Regelblutung eine Phase wie jede andere. Das heisst, Frauen sind so leistungsfähig und unternehmenslustig wie sonst auch. Die Werbung hält aber auch in diesem Bereich nicht alles, was sie verspricht. Jede Frau macht in ihrem Leben Erfahrungen mit mehr oder weniger heftigen Menstruationsbeschwerden. Gut zu wissen, dass schon einfache Massnahmen die Monatsbeschwerden etwas erträglicher machen können.

Bei den meisten Frauen kündigt sich das Eintreten der Regel durch ein schmerzhaftes Ziehen im Unterleib an, das zum Teil auch während der Periode anhält. Als schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö) wird sie jedoch erst bezeichnet, wenn die Schmerzen sehr stark sind und regelmässig auftreten. Es werden zwei Formen von Menstruationsbeschwerden unterschieden.

Primäre Regelbeschwerden

Teenager und kinderlose Frauen unter zwanzig sind von primären Regelbeschwerden am häufigsten betroffen. Diese setzen mit der ersten Regelblutung ein und können bis zur Menopause dauern. Die Symptome sind krampfartige Schmerzen im Unterbauch und Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Spannungsgefühl und Kopfschmerzen. Dadurch kann das Leistungsvermögen stark eingeschränkt werden. Über die Ursachen der Beschwerden ist sich die Wissenschaft uneinig, und sie bleiben oft ungeklärt. Möglicherweise werden die Schmerzen wie bei prämenstruellen Regelbeschwerden durch einen unausgeglichenen Hormonhaushalt hervorgerufen.

Hier ist ein «Check-up» angezeigt

Von sekundären Regelbeschwerden sind meistens Frauen über zwanzig Jahren betroffen. Es bestehen oft ernst zu nehmende Krankheiten der inneren Geschlechtsorgane, der Gebärmutter, der Eierstöcke oder der Eileiter. Die Probleme können aber auch eine Folge von mechanischen Verhütungsmitteln wie beispielsweise der Spirale sein oder aufgrund von emotionalen Belastungen hervorgerufen werden. Dazu zählen etwa ein unerfüllter Kinderwunsch, Probleme in der Partnerschaft oder im Berufsleben. Um organische Ursachen auszuschliessen, ist hier eine Abklärung durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt angezeigt.

Natürliche Hilfe

  • Mönchspfefferpräparate helfen gegen Beschwerden vor oder während der Regel. Da die Wirkung nach und nach eintritt, sollte die Behandlung über längere Zeit durchgeführt werden.

  • Nehmen Sie einige Tage vor der Mens täglich hochdosiertes Magnesium ein und achten Sie auf eine magnesiumreiche Ernährung. Dieser Mineralstoff ist unter anderem in Sojamehl, Reis, Weizenkeimen, Nüssen, Dörrobst, Käse und Fisch enthalten.

  • Selbst in Zeiten der Hightechmedizin ist die Wärmeflasche nach wie vor ein effektives Hilfsmittel bei Menstruationsbeschwerden. Ihre Wärme wirkt entkrampfend und senkt die Muskelspannung. Alternativ dazu gibt es die nicht ganz so schnell aufheizbaren Kirschsteinsäckchen. Ihre Steine speichern die Wärme dafür länger als Wasser.

  • Für ein angenehmes Körpergefühl sorgen auch ein Vollbad oder ein aufsteigendes Fussbad. Baden Sie Ihre Beine bis unter die Knie in 35 Grad warmem Wasser. Lassen Sie heisses Wasser dazufliessen, bis die Wassertemperatur auf 39 Grad angestiegen ist. Die Badezeit beträgt rund 15 Minuten.

  • Je nach Beschwerden hilft der Griff zu Schüssler-Salzen. Bei starken nächtlichen Blutungen empfiehlt sich die Nummer 9, bei zu langer Blutung die Nummer 3 oder bei ausbleibender Blutung nach Krankheit oder Anstrengung die Nummer 5. Eine beruhigende und entkrampfende Wirkung hat die Nummer 7. In Akutfällen können bis zu zehn Tabletten aufgelöst werden.

  • Mithilfe von Akupunktur lässt sich bei Regelschmerzen oft eine deutliche Besserung erzielen. Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass bei der Akupunktur eine Reihe körpereigener schmerzhemmender Stoffe – wie etwa das Endorphin – vermehrt ausgeschüttet wird. Durch die wiederholte Anwendung lernt der Körper, diesen Mechanismus effektiv zu aktivieren.

Um körperliche Ursachen auszuschliessen, ist bei wiederkehrenden Menstruationsbeschwerden eine Untersuchung durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt empfohlen. Falls Sie sich für die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure entscheiden, sollte diese lediglich von kurzer Dauer sein.

Autoren: Flavia Kunz, Didier Buchmann, Salome Lang
Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • Helga Eisele, Gerda Pighin, Bärbel Schermer: «Frauenmantel und Zaubernuss», Knaur, 2006