Lateinamerikanische Teetradition

Wer Tee sagt, denkt zuerst an einheimische Kräuter oder an Tees aus China, Japan, Indien, Tibet und Arabien. Aber auch Lateinamerika hat seine Teetradition.

Die Ureinwohner Amerikas waren mit ihrem Heilpflanzenwissen den Europäern um Jahrhunderte voraus. Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, gab es zwar in Europa bereits gut eingerichtete Spitäler und Apotheken, die Heilsäfte, Salben und Pflaster verkauften. Doch die Philosophie der Ureinwohner reichte weiter, denn sie wussten schon damals: Ist die Harmonie im Körper respektive zwischen Körper und Geist gestört, wird der Mensch krank. Sie setzten deshalb Pflanzen ein, die mit ihren spezifischen Schwingungen halfen, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Indianische pflanzliche Heilmittel waren beispielsweise Chilipfeffer, Cocablätter, Guarana, Kakao, Kartoffeln, Kürbiskerne, Mais, Mate, Papaya, Pfeilwurz, Vanille – Gewürze, Kräuter und Pflanzen also, die wir bis heute ganz selbstverständlich auch bei uns verwenden. Aus allen Pflanzen wurden in erster Linie Tees als Heilmittel zubereitet. Wichtig waren – zwecks Schmerzlinderung und Heilung – auch das Rauchen und Kauen von Pflanzen.

Traditionelle Rezepte

  • Tee aus Faulbaumrinde dient sowohl zur Stärkung des Immunsystems als auch zur inneren Reinigung des Körpers. Zubereitung: Rinde mit kochendem Wasser übergiessen, 15 Minuten ziehen lassen und absieben.

  • Ein probates Mittel gegen Durchfall ist Avocado-Tee. Zubereitung: Avocadokern raffeln, in der Pfanne leicht rösten und zusammen mit Spitzwegerichblättern in Wasser aufkochen und kurz ziehen lassen.

  • Boldotee soll bei Magen-Darm-Problemen, nervöser Verstimmung und Appetitlosigkeit wirken. Zubereitung: Boldoblätter mit Honig in Wasser aufkochen und zwei Tage ziehen lassen.

Tee wird natürlich nicht nur wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung getrunken sondern wird auch als Genussmittel heiss geliebt. Richtig aufgebrüht belebt die gewählte Teemischung Körper und Geist.

Umfrage

Welche Sorte mögen Sie am liebsten?

Bitte warten...
Autor und Redaktion: Hans Wirz
Quelle
  • «Drogistenstern»