So viel Salz braucht der Mensch

Dass in unseren Breitengraden zu viel Salz konsumiert wird, ist bekannt. Den Salzstreuer komplett aus der Küche zu verbannen, wäre jedoch der falsche Ansatz. Besser ist es, zu wissen, was die Salzaufnahme im Körper bewirkt.

Salz gibt Gerichten nicht nur eine schmackhafte Note. Es ist auch ein lebenswichtiges Mineral, das zum Teil in den Knochen fest gebunden ist und in Blut und Gewebewasser zirkuliert. Der Körper enthält etwa 0,9 Prozent Kochsalz, das sind 9 Gramm auf einen Liter Wasser. Das sind bei einem Erwachsenen je nach Grösse und Gewicht zwischen 150 bis 300 Gramm. Davon verliert der Körper täglich beispielsweise durch Schwitzen zwischen 3 und maximal 20 Gramm, die ersetzt werden müssen.

Salz unter dem Mikroskop

Kochsalz besteht zu 40 Prozent aus Natrium und zu 60 Prozent aus Chlorid. In wässrigen Lösungen kommen diese beiden Elemente als geladene Teilchen frei beweglich vor. Im festen Zustand haben sie die Form eines weissen Kristallgitters, das Kochsalz eben.

Wozu dient Salz im Körper?

Salz sorgt für eine ausgeglichene Flüssigkeits- und Nährstoffbalance in- und ausserhalb der Körperzellen. Dabei kommt es stetig zur Aufnahme und Abgabe von Wasser und Salzen durch die Zellmembranen. Dieser Mechanismus ist von der Salzkonzentration ausserhalb der Zellen abhängig. Steigt die Salzkonzentration, wird den Zellen Wasser entzogen, wodurch das Druckgleichgewicht wieder hergestellt wird. Sinkt die Salzkonzentration, nehmen die Zellen zusätzlich Wasser auf. Nur dank diesem in der Fachsprache Osmose genannten Wechselspiel gelangen viele lebenswichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente wie etwa Jod in die Körperzellen. Was die Regulation des Wasser- und Salzhaushalts (Elektroylte) betrifft, geschieht dies hauptsächlich über die Nieren. Wird viel Salz zugeführt, wird Wasser im Körper gebunden, bis die Niere es wieder ausgeschieden hat.

Natrium ist zudem beteiligt an der Regulation des Säure-Basen-Haushaltes, es ist wichtig im Zusammenhang mit den Verdauungssäften und es spielt eine wesentliche Rolle bei der Erregbarkeit von Muskeln und Nerven.

Wo ist der «grüne Bereich»?

Die tägliche Zufuhr von 6 Gramm Kochsalz (2,4 Gramm Natrium) gilt bei Erwachsenen als unbedenklich. Zuviel Kochsalz, inklusive Meer- oder Himalayasalz, kann gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Eine Überdosierung kann Bluthochdruck (Hypertonie) hervorrufen. Bei entsprechend veranlagten Menschen ist eine vermehrte Ausscheidung von Kalzium über den Urin möglich.

Im Gegensatz zu einer Überdosierung ist ein Salzmangel sehr selten. Auslöser können jedoch lang anhaltender Durchfall, Erbrechen, starkes Schwitzen, eine gestörte Nierenfunktion oder einseitige Diäten sein. Anzeichen eines bedeutenden Natriumverlustes – immer gekoppelt mit Wasserverlust – sind Schwindel, Müdigkeit und im Extremfall Schock. In solchen Fällen muss der Verlust an Flüssigkeit, Natrium sowie anderen Mineralstoffen ersetzt werden. Zum Auffüllen der Speicher eignen sich isotone Lösungen, die Kohlenhydrate und die wichtigsten Elektrolyte enthalten, wie sie etwa in Sportgetränken enthalten sind.

Foto: © berwis / pixelio.de
Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • welt.de

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung

  • Nestlé Nutrition: «Kochsalz – weniger ist mehr»