Welches Salz darf es sein?

Ob von den Höhen des Himalayas oder aus den Tiefen des Meeres – das Angebot an «exklusivem» Speisesalz ist gross. Im Vergleich zu herkömmlichem Tafelsalz sind die Unterschiede nicht nur im Verkaufspreis zu finden.

Simples Kochsalz oder doch lieber ein exklusives Meersalz? Und was ist von der vielzitierten Heilkraft des Himalayasalzes zu halten?

Fragliche Heilwirkung

Dem sogenannten Himalayasalz werden diverse positive Heileigenschaften zugesprochen. Stütz man sich lediglich auf die Naturwissenschaft, besteht jedoch auch dieses Salz zu etwa 98 Prozent aus Natriumchlorid. In den restlichen zwei Prozent sind andere Stoffe enthalten – laut den Vertreibern des Salzes sollen es bis zu «84 Elemente» sein. In Tat und Wahrheit können viele dieser Elemente analytisch überhaupt nicht nachgewiesen werden – geschweige denn, können sie auch nur im Entferntesten einen nennenswerten Beitrag zur täglichen Bedarfsdeckung an Mineralien usw. beitragen. Da das Salz in der Regel nicht ausgewaschen wird, gelangt es in seiner typisch rötlichen Färbung auf den Markt.

Grosser Nachteil

Als gesundheitlicher Nachteil des Himalayasalzes weist die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung darauf hin, dass es weder jodiert noch fluoriert ist. Erst dank der Jodierung des Kochsalzes konnten die Jodmangel-Erkrankungen wie Kropf und Kretinismus in der Schweiz praktisch ausgemerzt werden. Fluor ist wiederum wichtig für die Knochen und Zähne. Da die durchschnittliche Salzzufuhr der Schweizer Bevölkerung bereits zu hoch ist, ist auch eine zusätzliche Einnahme von Himalayasalz gesundheitlich nicht unbedenklich.

Und das Meersalz?

Auch Meersalz ist nicht gesünder als Speisesalz. Wie auch Kochsalz besteht Meersalz aus Natrium und Chlorid (NaCl). Der Anteil anderer Mineralstoffe ist im Meersalz verschwindend klein. Daher bietet dieses aus ernährungsphysiologischer Sicht auch keine Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Kochsalz. Aus gesundheitlicher Sicht ist es ratsam, ein jodiertes und fluoridiertes Speisesalz zu verwenden.

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Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen