Molke und Buttermilch

Bei der Butter- und Käseherstellung fallen zwei «Abfallprodukte» an, die ausgesprochen wertvoll sind: Molke und Buttermilch.

Wer gerne etwas Erfrischendes trinkt, die gesundheitlichen Vorteile der Milch nutzen und Kalorien sparen möchte, ist mit Buttermilch und Molke gut bedient. Beide enthalten wenig Fett, dafür viele gesunde Inhaltsstoffe wie Kalzium und Milcheiweiss.

Buttermilch

Buttermilch entsteht als «Abfallprodukt» bei der Herstellung von Butter. Wenn sich die Fettkügelchen aus dem Rahm zur Butter zusammenschliessen, bleibt die Buttermilch zurück. Sie wird seit über 4500 Jahren geschätzt, schon die alten Ägypter, Inder, Babylonier und Sumerer tranken sie.

Buttermilch enthält wichtige Mineralstoffe, Milcheiweiss sowie wasserlösliche Vitamine. Ausserdem stecken in der Buttermilch fast ebenso viel Milchzucker und Kalzium wie in der viel kalorienreicheren Milch; allerdings fehlen die fettlöslichen Vitamine A und D fast gänzlich. Die Milchsäurebakterien in der Buttermilch unterstützen die Verdauung und das Immunsystem. Nature-Buttermilch ist also ein schlanker gesunder Durstlöscher, die aromatisierten Varianten dagegen enthalten Zusatzstoffe und entweder Zucker oder künstliche Süssungsmittel. Also besser bei der natürlichen Variante bleiben. Oder stellen Sie Ihre Fruchtbuttermilch selber her: einfach Nature-Buttermilch und Früchte pürieren.

Molke

Molke ist wie Buttermilch ein «Abfallprodukt». Sie ist die Flüssigkeit, die nach der Gerinnung der Milch bei der Herstellung von Käse zurückbleibt. Molke wurde schon in der Antike als Heilmittel geschätzt. Der berühmte Arzt des Altertums Hippokrates (460 v. Chr.-370 v. Chr.) behandelte Gicht und Lebererkrankungen mit Molke; die alten Römer verwendeten sie als Verdauungshilfe und für eine schöne Haut. Auch der Arzt und Alchemist Paracelsus (1493–1541) verordnete Molke als Heilmittel bei verschiedenen Krankheiten.

Im 18. und im 19. Jahrhundert waren Milch- und Molkekuren sehr beliebt, zum Beispiel zur Behandlung von Hautkrankheiten, Tuberkulose, Gicht und gegen Verdauungsbeschwerden. Doch die einstige Popularität der Molke ging immer mehr zurück. Das ist schade, denn Molke ist und bleibt immer noch sehr gesund. Sie besteht zu rund 94 Prozent aus Wasser, 4 bis 5 Prozent Milchzucker und enthält kaum Fett. Dafür hat sie viel Eiweiss, Vitamin B12 sowie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink. Molke wirkt leicht abführend und hilft gegen Verstopfungen. In Ihrer Drogerie finden Sie Molkepulver zum selber anrühren oder auch trinkfertige Produkte.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

  • Landwirtschaftlicher Informationsdienst

  • «Der Brockhaus. Gesundheit», F. A. Brockhaus, 2004

  • Deutsches Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

  • Swissmilk