Warzen richtig behandeln

Warzen sind weit verbreitet. Die lästigen aber in der Regel harmlosen Hautwucherungen lassen sich unter anderem mit einer Kältebehandlung entfernen – sofern sie nicht von selbst verschwinden.

Warzen gehören zu den gutartigen, virusbedingten Hautveränderungen von denen hauptsächlich Kinder, Jugendliche und älteren Menschen betroffen sind. Diese Verdickungen der Haut sind in der Regel harmlos und treten vor allem an Händen, Füssen, im Gesicht und im Genitalbereich auf.

Übertragungswege

Wie bei Viruserkrankungen typisch, brechen Warzen dann aus, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist. Sie entstehen dort, wo Viren in die Haut eingedrungen sind. Schon allerkleinste Hautverletzungen reichen aus, um sich mit den Warzenviren zu infizieren. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko weisen darum Stellen auf, an denen die Haut feucht, warm und aufgeweicht ist – dies besonders nach einem Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna. Die Inkubationszeit beträgt zwischen vier Wochen und acht Monaten.

Gewöhnliche Warzen

Gewöhnliche Warzen sind harte, vorgewölbte Knötchen, die mit der Zeit verhornen. Dann verfärben sie sich gräulich und fühlen sich rau an. Die Grösse schwankt von stecknadelkopf- bis erbsengross. Häufig finden sich neben der «Mutterwarze» kleinere «Tochterwarzen». Je nach Sitz nehmen die gewöhnlichen Warzen andere Gestalt an. Hohe, fadenförmige Warzen (Pinselwarzen) entstehen häufig in der Augengegend.

Dornwarzen

Dornwarzen bilden sich an den Fusssohlen. Sie wachsen durch das Körpergewicht nicht nach aussen, sondern wie ein Dorn in die Tiefe und können beim Gehen äusserst schmerzhaft sein. Charakteristisch ist eine dicke Hornhautschicht, weswegen sie oft mit Schwielen verwechselt werden. Im Unterschied zu Schwielen erkennt man die Dornwarzen an den roten oder schwarzen Punkten in der Mitte, die von vielen winzigen Blutungen kommen. Vermehren sich Dornwarzen stark, bilden sie ein «Warzenmosaik».

Feigwarzen

Feigwarzen lieben feucht-warme Hautfalten. Sie tritt oft im Genitalbereich auf. Eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist möglich. Besonders leicht entwickeln sie sich bei Scheidenentzündung und Vorhautverengung. Es gibt spitze und flache Feigwarzen. Zu Beginn der Infektion bilden sich kleine, gruppierte Papeln. Später können regelrechte Wucherungen entstehen. Das charakteristische Aussehen geprägter Feigwarzen erinnert an Hahnenkämme.

Natürliche Heilmittel

Häufig bilden sich Warzen ohne Narben zu hinterlassen von selbst zurück. Bei Kindern dauert dieser Prozess sechs bis zwölf Monate, bei Erwachsenen ein bis zwei Jahre. Ist die Warze klein und schmerzt nicht, ist Abwarten zunächst nicht die schlechteste Therapie. Aus diesem Grund raten Drogistinnen und Drogisten in einem ersten Schritt zu einer sanften Behandlung, beispielsweise mit einem spagyrischen Spray. Es wirkt innerlich antiviral und äusserlich hornhautlösend. Diese Methode erfordert vom Anwender Geduld und Konsequenz, weil das Spray über drei bis sechs Monate sowohl innerlich als auch äusserlich angewendet werden muss.

Drogist Erwin Horlacher: «Positiv an dieser Form der Behandlung ist, dass sie die Selbstheilungskräfte des Körpers freisetzt, die Rückfallquote minimiert, keine Nebenwirkungen hat und sich auch für Kleinkinder eignet.» Allerdings kann man auch bei gewissenhafter Anwendung nicht genau vorhersagen, ob nicht doch gelegentlich einige Warzen nachwachsen. Das hängt damit zusammen, dass auch nach der vollständigen Beseitigung für das Auge unsichtbare Erreger im Gewebe verbleiben können.

Es gibt eine Reihe weiterer natürlicher Behandlungsformen, wie beispielsweise Stärkung des Immunsystems, Homöopathie oder spezielle Warzensalben.

Hartnäckiger Warzenbefall

Bei starkem, andauerndem Befall, Schmerzen oder kosmetisch ungünstiger Lage gibt es eine Reihe von Therapiemöglichkeiten. Drogistinnen und Drogisten empfehlen ätzende Tinkturen, salizylsäurehaltige Pflaster oder einen speziellen Lack, der eine virushemmende Substanz (Fluorouracil) enthält. Bei grossen, dicken Warzen ist ein Warzenbad zum Aufweichen der Hornhaut nötig. Alle diese Methoden haben eine Gemeinsamkeit: Nach jeder Anwendung wird die aufgeweichte oder geätzte oberste Hautschicht sorgfältig abgetragen, bis das kranke Hautgewebe verschwindet. Die Anwendungsmethoden sind weitgehend schmerz- und narbenfrei und nach ein bis vier Monaten erfolgreich.

Nur gerade zehn Tage dauert die Prozedur, wenn die Warze mit einem Vereiser-Spray aus der Drogerie behandelt wird. Die dadurch erzeugte Kälte zerstört das Gewebe durch Erfrierung. Das aktiviert das Immunsystem so stark, dass die Abwehrzellen auch gleich noch die vorhandenen Warzenviren bekämpfen. Die Behandlung erfolgt zuhause und zeigt in der Regel gute Erfolge.

Wann zum Arzt?

Tritt trotz mehrmaliger Behandlung keine Besserung ein, ist eine Abklärung durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen angezeigt. Er kann die Warzen mit Säure schälen, mit einem scharfen Löffel operativ ausschaben, professionell vereisen oder mit einem Laserstrahl verdampfen.

In einigen Fällen können Warzen die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Das ist aber nur bei spezifischen Virustypen der Fall. Ausserdem müssen noch andere Faktoren wie UV-Licht, Rauchen oder eine Zweitinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus hinzukommen.

Foto: © filorosso.de - Manfred Gerber / pixelio.de
Autorin: Nadja Mühlemann
Redaktion: Didier Buchmann
Quellen
  • «Drogistenstern»

  • Silvia Keberle, Eva Ebnöther: «Meine Gesundheit», Documed 1999