Sonnenallergie vorbeugen und behandeln

Lästige Pusteln

Sonne kann juckende und brennende Hautausschläge verursachen. Bei einer Sonnenallergie hilft Schul- und Komplementärmedizin.

Ein bisschen Sonne und schon bilden sich auf der Haut juckende Bläschen – vor allem an Schultern, Armen und Beinen sowie auf dem Dekolleté und am Nacken. Das sind Anzeichen einer Sonnenallergie oder polymorphen Lichtdermatose (PLD). Oft tritt sie auf, wenn die Haut noch nicht an stärkere UV-Strahlen gewöhnt ist. Wenn also beispielsweise jemand aus der kühlen Schweiz an einen sonnig, heissen Ort in die Ferien geht oder wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen die Haut streicheln.

Menschen mit einer genetischen Anlage dafür, sind häufiger von Sonnenallergie betroffen – und Frauen öfter als Männer.

Sonnenallergie erkennen

Drogist Martin Vetterli: «Die Quaddeln können relativ schnell wieder verschwinden oder aber länger andauern.» Eine Sonnenallergie zu erkennen, ist oft schwierig. «Sie kann wie ein Ekzem oder Akne aussehen. Manchmal sind es viele kleine juckende Papeln, die dicht aneinander liegen. Oft bildet die Haut zudem Blasen.» Im Gegensatz zum Sonnenbrand ist die PLD keine Verbrennung. Sonnenbrand betrifft die oberen, eine Sonnenallergie die tiefer liegenden Hautschichten.

Die Ursache der Sonnenallergie ist noch unbekannt. Experten vermuten, dass UV-A-Strahlen das Gewebe verändern, was eine immunologische Reaktion hervorruft. Das bedeutet: Das Immunsystem bekämpft eine fremde Substanz.

Vorbeugen

Sonnenallergie lässt sich verhindern, sagt Drogist Vetterli. Betroffenen empfiehlt er verschiedene Vorbeugemassnahmen:

  • Kleider schützen am besten vor UV-Strahlen. Allerdings gibt es Unterschiede. Dicht gewobene Textilien wie Polyester und dunkle Stoffe wehren Sonnenlicht besser ab als helle und lose verarbeitete Kleider wie Baumwolle. Ideal sind zudem spezielle UV-Schutz-Kleider. Lesen Sie hier mehr darüber.

  • Unbedeckte Hautstellen sollten Sie mit Sonnencreme eincremen. Greifen Sie zu einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) – also ab LSF 30. Besonders wichtig ist, dass Sie die Haut mit genug Creme und eine Stunde bevor Sie an die Sonne gehen, einreiben.

  • Schlucken Sie Präparate mit Betacarotin und Kalzium. Betacarotin sorgt für einen optimalen Stoffwechsel der Haut. Kalzium stabilisiert die Zellwände, wodurch der Körper weniger Histamin ausschüttet. Histamin ist ein Gewebshormon, das die Blasen, Hautrötungen und den Juckreiz verursacht.

  • Vielen hilft eine individuelle homöopathische Mischung. Lassen Sie sich in der Drogerie beraten.

  • Besonders gute Erfahrungen hat Drogist Vetterli mit den Schüssler-Salz-Nummern 2, 6 und 10 zum Einnehmen gemacht. Die Nummer 2 unterstützt den Zellenaufbau, die Nummer 6 wirkt entzündungswidrig und die Nummer 10 entgiftend.

  • In schweren Fällen können Sie einen Dermatologen aufsuchen, der Ihre Haut durch Lichttherapie an die Sonne gewöhnt.

Drogist Vetterli: «Am besten gehen Sie gar nicht erst an die pralle Sonne. Wer diese meidet, verhindert neben Sonnenallergie auch Sonnenbrand und senkt auch das Hautkrebsrisiko.»

Behandeln

Kommt es trotzdem zu einer Sonnenallergie, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Bei einer starken Sonnenallergie verordnen Hautärzte oft eine Salbe oder Tabletten mit Kortison oder Antihistaminika. Dr. Jürg Fäh, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH: «In milden Fällen können Sie die Hautreaktion einfach abklingen lassen und die betroffenen Stellen mit einem kühlenden Gel oder einer Lotion einreiben.»

Behandlungstipps von Drogist Martin Vetterli:

  • Cremen Sie Ihre Haut mit einer juckreizmildernden Creme mit den Schüssler-Salz-Nummern 3 und 8 ein. Die Nummer 3 wirkt entzündungshemmend und unterstützt das Immunsystem, die Nummer 8 reguliert den Wasserhaushalt des Körpers und hilft den Zellen, sich zu regenerieren.

  • Oft helfen homöopathische Salben gegen die Symptome einer Sonnenallergie. Lassen Sie sich in der Drogerie beraten.

  • Nehmen Sie die Schüssler-Salze 3, 8 (siehe oben) und 24 ein. Die Nummer 24 beruhigt die Haut zusätzlich.

  • Bei Kindern und Erwachsenen haben sich spagyrische Essenzen bewährt. Melisse, Johanniskraut und Belladonna lindern Juckreiz und wirken entzündungshemmend.

Alle Informationen zur Anwendung und Dosierung der empfohlenen Präparate erhalten Sie in der Drogerie. Wenn diese nicht helfen, sollten Sie zum Arzt.

Mallorca-Akne

Viele verwechseln eine Sonnenallergie mit der sogenannten Mallorca-Akne (Acne aestivalis). Sie tritt oft an den gleichen Körperstellen auf, hat jedoch eine andere Ursache. Die kleinen, juckenden Knötchen entstehen, wenn fettige und emulgatorenhaltige Sonnenschutz- oder Körperpflegemittel und Sonnenlicht miteinander reagieren. Reizstoffe in den Talgdrüsen verursachen eine Entzündung.

Ob es sich um Mallorca-Akne oder Sonnenallergie handelt, sieht in der Regel nur der Arzt. Was Sie bei Verdacht auf Mallorca-Akne tun können: Ihre Produkte wechseln. «Probieren Sie fettfreie Körperpflege- und Sonnenschutzmittel ohne Emulgatoren aus», empfiehlt Vetterli. Falls Sie ausserdem Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob diese mit Ihrem Hautausschlag zusammenhängen könnten. Bestimmte Arzneimittel und Sonne können ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen.

Autorin: Rosanna Carbone / Vanessa Naef
Redaktion: Bettina Epper / Vanessa Naef
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quelle
  • Drogistenstern

  • Martin Vetterli, eidg. dipl. Drogist

  • Dr. Jürg Fäh, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH