Der perfekte Schulsack

Bücher, Hefte, Etui, Ordner, Mäppli – Schulkinder schleppen jeden Tag einige Kilos mit sich herum. Schlecht für den Rücken? Nicht unbedingt.

Rückenschmerzen sind das häufigste Gesundheitsproblem von Jugendlichen in der Schweiz. Das zeigen Befragungen der Schulärztlichen Dienste der Städte Basel und Zürich sowie weitere Schweizer Studien. Spätestens beim Kauf des ersten Schultheks sollten Eltern den Rücken ihrer Sprösslinge im Blick haben. Denn wenn Kinder ihre schweren Schulsachen falsch tragen, schadet das womöglich. Ein guter Thek hingegen kann den Rücken sogar trainieren.

Riemen, Rückenteil, Reflektoren

Wichtig ist, dass das Kind dabei ist, wenn Sie den Schulsack kaufen. Es sollte den Thek im Geschäft anziehen und damit herumrennen und –hüpfen. So sehen Sie am besten, ob er richtig sitzt oder rutscht und wackelt. Der Schulsack selber sollte nicht viel wiegen. So vermeiden Sie unnötigen Ballast. Damit die Tasche optimal sitzt, sollte sie unbedingt verstellbare, gepolsterte und mindestens 4 Zentimeter breite Schultergurte haben. So können Sie den Schulsack immer an die aktuelle Grösse Ihres Kindes anpassen. Achten Sie darauf, dass der Thek ein ergonomisches Rückenpolster hat, damit er richtig eng am Rücken sitzt. Ideal ist, wenn er an mehreren Stellen des Körpers anliegt, die Wirbelsäule frei lässt und nicht über die Schultern des Kindes hinausragt, weder seitlich noch oberhalb. Für die Sicherheit im Strassenverkehr ist es hilfreich, wenn der Thek Reflektoren und helle, leuchtende Farben hat.

Richtig packen und tragen

Um die Wirbelsäule zu schonen, muss das Gewicht gleichmässig verteilt sein. Darum sollte das Kind den Schulsack immer auf dem Rücken tragen, mit den Trägern über beiden Schultern. Trägt es den Thek am Haltegriff oder nur mit einem Träger über einer Schulter, belastet das die Wirbelsäule unregelmässig.

Ein perfekt sitzender Thek nützt aber nur dann etwas, wenn er auch richtig gepackt ist. Schwere Schulmaterialien sollte das Kind immer nahe am Rücken tragen. Denn so wird die Wirbelsäule am wenigsten belastet. Also grosse, dicke Bücher ganz hinten einpacken, gleich am Rückenpolster; kleinere, leichtere Dinge wie Sichtmäppli kommen vorne an die Verschlusseite. Aussen am Schulsack keine zusätzlichen Taschen befestigen wie zum Beispiel den Turnsack, das sorgt für Ungleichgewicht. Und ganz wichtig: Nicht benötigtes Schulmaterial zu Hause lassen und den Thek ab und zu ausmisten.

Die Frage des Gewichts

Die Regel für Schultheks lautet: sie sollen nicht schwerer sein als 10 Prozent des Körpergewichtes des Kindes. Mittlerweile weiss man: stundenlanges Sitzen und falsche Möbel im Klassenzimmer schaden den Kinderrücken viel mehr als schwere Schultaschen – sofern sie richtig getragen werden und gut gepackt sind. Dann kann der Thek sogar einen Trainingseffekt auf die sich entwickelnden Muskeln und Knochen des Kindes haben. Grundsätzlich gilt: wer sich ausreichend bewegt, hat weniger Probleme mit dem Rücken. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich beim Sport und auch im Alltag ausreichend bewegt. Dann schadet auch ein etwas schwererer Thek weniger.

Foto: GTUE/pixelio.de
Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Nicole Bisig, Walter Noser: «Mein Kind kommt in die Schule. Was Eltern zum Schulstart wissen müssen», Beobachter-Buchverlag, 2007

  • Bildungsdirektion Kanton Zürich

  • familienleben.ch