Lausige Zeiten

Wer Kinder im Kindergarten- oder Primaschulalter hat, macht es sich am besten zur Gewohnheit, ihre Köpfe regelmässig nach Nissen und Läusen abzusuchen.

Den Kopf Ihres Kindes nach Nissen und Läusen zu untersuchten ist ganz einfach: Haare nass machen, Haarspülung (Conditioner) ins Haar geben und Strähne um Strähne mit einem Läusekamm durchkämmen. Streichen Sie den Kamm nach jeder ausgekämmten Haarsträhne auf einem Haushaltpapier aus. So sehen Sie auf einen Blick, ob ein Nissen- oder Läusebefall vorliegt. Das Vorbehandeln des Haars mit einer Spülung hat zwei Vorteile:

  • Das glatte, entwirrte Haar lässt sich mit dem feinen Läusekamm leichter auskämmen, ohne dass es zu Protesten und Tränen kommt.

  • Das Atemsystem der Läuse wird durch das Spülmittel behindert, so können die Läuse weniger leicht «abtauchen». Läuse verschwinden ansonsten gerne in Richtung Kopfhaut, wo sie dem Kamm leichter entkommen können.

Wiederholen Sie die Kontrolle idealerweise einmal pro Woche, nach dem wöchentlichen Haarwaschen. Hören Sie von anderen Eltern, aus dem Kindergarten oder der Schule, dass auf manchen Kinderköpfen Läuse oder Nissen gefunden wurden, zögern Sie nicht, auch die Haare Ihrer Kinder zu kontrollieren.

Nissen

Nissen sind schuppenähnliche Gebilde, die fest an den Haaren sitzen und sich nicht ausschütteln lassen. Wenn Sie Nissen oder Eier, aber keine lebenden Läuse im Haar Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes gefunden haben sollten Sie das Auskämmen von Nissen mit dem Läusekamm intensivieren: Auskämmen am 1., 3., 7., 10., 14., 21. und 28. Tag nach Auffinden der ersten Nissen.

Verwenden Sie aber kein Spezialshampoo gegen Läuse, den viele Läuse sind gegen verschiedene Mittel bereits resistent geworden. Durch zu häufiges Anwenden von Läuseshampoos treiben Sie diese Resistenzentwicklung unnötig voran. Zudem weiss man, dass ein Nissen- nicht zwangsläufig zu einem Läusebefall führen muss.

Eine weitere wichtige Massnahme: Informieren Sie die Schule, die KiTa, den Kindergarten, wo immer Ihr Kind betreut wird oder sich in der Freizeit häufig aufhält, dass Nissen aufgetaucht sind. So kann je nach Situation die «Läusetante» aufgeboten, alle Köpfe professionell untersucht, und die notwendigen Merkblätter mit nach Hause geben werden.

Läuse

Wenn Sie beim Auskämmen auf lebende Tiere stossen, behandeln Sie Ihr Kind umgehend mit einem in jeder Drogerie erhältlichen Läuse-Spezialshampoo gemäss der Packungsbeilage. Schicken Sie Ihr Kind erst nach der Behandlung wieder in die Schule oder den Kindergarten.

Die Kantone haben je etwas unterschiedliche Konzepte im Kampf gegen die weitverbreitete Läuseplage entwickelt. Die Stadt Bern beispielsweise hat ein mehrstufiges Verfahren zur Läusebekämpfung etabliert. Dort werden Eltern, bei deren Kinder Läuse gefunden werden, telefonisch informiert und aufgefordert, die Kinder möglichst umgehend von der Schule abzuholen und die Behandlung unverzüglich an die Hand zu nehmen. Dies, um die Ausbreitung möglichst rasch zu stoppen. Die Eltern müssen zudem am nächsten Tag zur Kontrolle beim Gesundheitsdienst oder beim schulärztlichen Dienst vorsprechen.

Weitere Massnahmen

Noch vor wenigen Jahren hat man empfohlen, möglichst alles zu waschen, womit das befallene Kinderhaar in Kontakt gekommen ist. Stofftiere wurden in die Tiefkühltruhe verbannt oder wochenlang in Plastiksäcken weggesperrt. Zudem lautete die Empfehlung, die Haare aller Familienmitglieder präventiv mitzubehandeln. Heute kommt man davon ab, denn der logistische Aufwand, einen ganzen Haushalt durchzuwaschen, ist beachtlich und äusserst ermüdend. Heute lautet die Devise: Konzentrieren Sie sich auf den Kopf. An der Luft überleben Läuse maximal zwei Tage. Es reicht also die Kopfkissenbezüge, die Kappen, Sonnenhüte und Haarbänder der betroffenen Kinder zu waschen.

«Gruuusig»

Läuse sind unangenehm, aber keine Krankheitsüberträger wie beispielsweise Zecken. Lausbefall tritt hauptsächlich bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren auf. Kopfläuse sind gelb-braune Parasiten mit einer Grösse von etwa zwei bis drei Millimetern. Sie saugen mehrmals täglich für kurze Zeit Blut und geben dabei ein Speichelsekret ab, das den bekannten Juckreiz auslösen kann. Kopfläuse nisten sich in der Regel zuerst an besonders warmen Stellen, hinter den Ohren, bei den Schläfen und bei Langhaarigen vor allem im Nacken ein, bevor sie die gesamte Kopfhaut befallen.

Diese Parasiten können weder springen, schwimmen noch fliegen. Sie sind jedoch gute Kletterer und «turnen» von Haar zu Haar. So kann es hilfreich sein, wenn Kinder mit langen Haaren die Haare möglichst nicht offen tragen. Kinder mit sehr kurzen Haaren (kürzer als 2 Zentimeter) sind weniger von Läusebefall betroffen, da sich Läuse an kurzen Haaren weniger gut festhalten können.

Keine Frage der Hygiene

Eine gute Hygiene und häufiges Haarewaschen schützen nicht vor Lausbefall. Ebenso wenig bekommen Kinder Kopfläuse, weil sie schmutzig oder vernachlässigt sind. Wahr hingegen ist, dass Läuseplagen in armen Ländern noch verbreiteter sind als in unseren Breitengraden. Dies liegt aber nicht an den hygienischen Verhältnissen, sondern daran, dass viele Menschen gar nicht die finanziellen Möglichkeit haben, sich die notwendigen Produkte gegen Läuse zu kaufen. Aus diesem Grund ist es wichtig, mit Kopflausbefall ohne Vorurteile umzugehen.

Autorinnen: Katharina Rederer, Christa Friedli und Flavia Kunz
Redaktion: Katharina Rederer
Quelle
  • «Drogistenstern»

  • Gesundheitsdienst der Stadt Bern