Bettwanzen – klug und bissig

Mit nur fünf Millimetern Körpergrösse sind Bettwanzen zwar klein. Umso grösser ist der Ärger, wenn man sie kaum mehr loswird. Am besten gibt man ihnen gar keine Chance sich einzunisten.

Durch die vermehrte Reisetätigkeit der Menschen, haben sich Bettwanzen auch in der Schweiz ausgebreitet, da der Schädling im Gepäck mit reist. Bei Befall hilft in der Regel nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung.

Aussehen

Ausgewachsene Bettwanzen haben eine flache Form und können vollgesogen fast 10 Millimeter lang werden. Sie halten sich vorzugsweise in Schlafzimmern auf. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen und Spalten oder hinter Bildern, Abdeckleisten und Tapeten. Da sie kalte Stellen und Metalle meiden, finden sich etwa 50 Prozent einer Population im Bettgestell oder in der Matratze. Bettwanzen breiten sich langsam aus.

Hinweise auf einen Befall sind kleine schwarze Punkte: Kotspuren. Zudem riecht die Bettwäsche bei starkem Befall süsslich wegen der Stinkdrüsen der Tiere.

Stich im Abendrot

Bettwanzen sind nachtaktiv. Hautreaktionen durch den injizierten Speichel der Bettwanze treten erst auf, nachdem der Schädling das Opfer schon wieder verlassen und sich bis zur nächsten Blutmahlzeit zurückgezogen hat. Die juckenden, angeschwollenen Pusteln können mehrere Tage lästig sein. Bei empfindlichen oder allergischen Personen können die Stiche zu grossflächigen Hautentzündungen führen. Rund 20 Prozent der Bevölkerung zeigt keine Hautreaktion auf Bettwanzenstiche. Durch Kratzen der Einstichstelle kann sich auch eine so genannte Sekundärinfektion – zum Beispiel durch verunreinigte Fingernägel – entwickeln.

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Bettwanzen loswerden

Bei der Bekämpfung von Bettwanzen kann der Griff zum Insektenspray alles nur noch schlimmer machen, wenn die Tiere nicht getötet, sondern lediglich vertrieben werden und sich so noch weiter in der Wohnung ausbreiten. Darum gehört eine Bettwanzenbekämpfung in die Hände eines professionellen Kammerjägers. In den meisten Fällen braucht es mehrere Durchgänge evtl. mit dem Einsatz von Insektiziden oder einer Wärmebehandlung. Dabei wird der Raum mit einem elektrischen Ofen (Starkstrom) auf 50 bis 60 Grad aufgeheizt.

Im Internet finden sich zahlreiche Informationen darüber, wie man die Plagegeister wieder loswerden kann. Aber Vorsicht: Nicht alle Tipps und Ratschläge halten, was sie versprechen! So ist weder die Bekämpfung mit Lavendelöl noch das Erhitzen der Verstecke mithilfe eines Föhns Erfolg versprechend.

Bettwanzen im Hotel

Bemerken Sie im Hotelzimmer einen Bettwanzenbefall, informieren Sie die Hotelverantwortlichen und lassen Sie sich ein anderes Zimmer geben. Seien Sie vorsichtig mit dem Koffer und einem eigenen Schlafsack, Bettwanzen halten sich gerne darin auf und werden weiterverschleppt. Legen Sie Ihren Koffer weit weg vom Bett und schliessen Sie alle Reissverschlüsse.

Packen Sie nach der Rückreise sämtliches Gepäck sofort auf dem Balkon oder in der Waschküche aus. Wäsche, die nicht sofort gewaschen werden kann, sollten Sie in mit Klebeband dicht verschlossenen Abfallsäcken aufbewahren. Besprühen Sie die leeren Gepäckstücke im Freien mit einem handelsüblichen Insektenspray und lassen sie alles gut auslüften. Von Bettwanzen befallene Textilien sollten Sie während 30 Minuten mit 60 Grad waschen. Alternativ können die Bettwanzen während 30 Minuten bei 45 Grad im Tumbler «ausgetrocknet» oder im Tiefkühler bei -17 Grad während 10 Stunden «gefroren» werden.

Foto: Bernd Bast/pixelio.de
Autor und Redaktion: Didier Buchmann
Quellen