Lichen sclerosus

Wenn es im Genitalbereich brennt und juckt, könnte es sich um die kaum bekannte Krankheit Lichen sclerosus handeln.

Jucken, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich können auf eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien hindeuten. Bleiben die Beschwerden nach einer Behandlung bestehen oder kehren zurück, könnte es sich aber auch um die noch wenig bekannte Krankheit Lichen sclerosus handeln. Die nicht ansteckende entzündliche Hautkrankheit verläuft chronisch. Betroffen ist laut dem Schweizer Verein «Lichen Sclerosus» jede 50. Frau, seltener Männer und Kinder. Die Dunkelziffer ist vermutlich gross.

Schlimme Folgen

Die Ursachen der Krankheit sind weitgehend unbekannt. Die Forschung vermutet eine Reaktion des eigenen Immunsystems, und es gibt eine familiäre Häufung. Lichen sclerosus tritt oft in Schüben auf. Wird die Krankheit nicht richtig behandelt, kommt es zu Hautveränderungen. Bei Frauen treten Schmerzen ähnlich einer Blasenentzündung auf, Hautbereiche schrumpfen, die Schamlippen verwachsen und der Scheideneingang verengt sich. Bei Männern führt eine zunehmende Vorhautverengung zu Schmerzen, Einreissen der Vorhaut und einer Harnröhrenverengung.

Behandelt wird die Krankheit mit einer vom Arzt verschriebenen Kortisonsalbe. Ausserdem ist es wichtig, die Haut mit rückfettenden Salben zu pflegen, wie es sie in der Drogerie gibt. Und schliesslich ist die richtige und schonende Intimpflege zentral.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Verein Lichen sclerosus