Die richtige Nagelfeile

Wenn es um schöne Hände geht, sollten Sie Nägel mit Köpfen machen und in eine hochwertige Feile investieren. Damit nichts in die Brüche geht.

Nagelfeilen aus Metall oder Karton sind weitverbreitet. Allerdings können Fingernägel ihretwegen einreissen, da sie sehr grobkörnig sind. Darum sind sie für viele nicht die beste Wahl für gesunde und schöne Nägel. Irene Stalder, Drogistin HF, rät zu Glasnagelfeilen: «Sie schleifen viel feiner als Metall- oder Kartonnagelfeilen und schliessen den Nagelrand. Das schont die Fingernägel.»

So funktionieren Nagelfeilen

Die meisten Nagelfeilen sind nach demselben Prinzip gebaut. Auf ein bestimmtes Material wie zum Beispiel Metall werden Schleifpartikel aufgebracht. Das ist unter anderem bei Saphir- oder Diamantnagelfeilen der Fall. Ausserdem gibt es sogenannte Sandfeilen, zum Beispiel Kartonfeilen, auf denen sandartige Schleifpartikel sitzen, ähnlich wie beim Schleifpapier. Bei Glasfeilen wiederum ist das Schleifmittel nicht angeklebt, es ist aus dem Glas herausgearbeitet.

Umfrage

Was halten Sie von künstlichen Fingernägeln?

Bitte warten...

Die verschiedenen Arten von Nagelfeilen im Überblick:

  • Glasnagelfeilen sind aus Glas. Sie sind meistens teurer als Metall- oder Kartonfeilen, haben aber auch eine sehr lange Lebensdauer. «Eine Glasnagelfeile geht eigentlich nur kaputt, wenn Sie sie auf den Boden fallen lassen. Dann zersplittert sie. Ansonsten hält sie jahrelang und schleift sich auch kaum ab», sagt Stalder. Das liegt daran, dass bei der Glasfeile das Schleifmaterial nicht aufgetragen wird, sondern aus dem Glas selbst herausgearbeitet. Solche Feilen sind grundsätzlich für alle geeignet, ganz besonders aber für Menschen, die sehr dünne Nägel haben, denn sie sind besonders schonend und beschädigen die Fingernägel nicht. «Eine Glasnagelfeile schliesst den Nagelrand. Das verhindert, dass die Nägel brüchig werden.» Reinigen können Sie die Feile einfach mit lauwarmem Wasser.

  • Metall- oder Saphirnagelfeilen feilen sehr effektiv. Sie sind ideal, um die Nägel zu kürzen, da sie meist eher grobkörnig sind. Allerdings können sie die Nägel genau deswegen auch spröde machen. Oft haben solche Feilen eine gröbere und eine feinere Seite, also eine zum Kürzen und eine zum Nachfeilen.

  • Kartonnagelfeilen sind die günstigste Variante unter den Nagelfeilen. Sie sehen aus wie Schleifpapier und es gibt sie in verschiedenen Körnungen. «Kartonnagelfeilen verlieren ihren Belag aber recht schnell, sodass Sie rasch eine neue kaufen müssen», sagt die Drogistin.

  • Mehrphasige Nagelfeilen haben auf jeder Seite eine andere Feile. «Die erste Seite ist für das grobe Feilen», sagt Stalder. «Die zweite ist für das feinere Nachfeilen, mit der dritten feilen Sie die Oberfläche der Nägel und mit der vierten Seite polieren Sie die Nägel, sodass sie schön glänzen. Nagellack brauchen Sie dann eigentlich nicht mehr. Es stellt sich aber die Frage, wie gesund es ist, die Nägel an der Oberfläche zu feilen. Sie werden dadurch dünner.»

Besser ohne Schere und Knipser

Fingernägel wachsen in zehn Tagen rund einen Millimeter, Sie müssen sie also regelmässig kürzen, aber besser nicht mit Schere oder Nagelknipser. «Sie sollten Ihre Nägel einmal in der Woche feilen, statt sie zu scheiden», rät Stalder. «Denn beim Schneiden können Risse in den Nägeln entstehen. Feilen ist viel sanfter.»

Feilen Sie mit langen, gleitenden Strichen vom äusseren Rand in Richtung Nagelmitte. Sie sollten immer nur in eine Richtung feilen; wenn Sie die Feile hin und her bewegen, können Ihre Nägel splittern. Tragen Sie ausserdem die Ecken nicht zu tief ab, das schwächt den Nagel.

Pflege plus

Nach dem Feilen sollten Sie auch Ihrem Nagelbett etwas Gutes tun. Das Nagelbett ist die Weichteilschicht unter dem Nagel. Stalder: «Reiben Sie Ihre Nägel zum Beispiel mit einer Mischung aus Olivenöl und ätherischem Zitronenöl ein, das tut dem Nagelbett richtig gut.» Es gibt auch fertige Nagelhautpflegeprodukte in Ihrer Drogerie zu kaufen, lassen Sie sich beraten.

Im Winter brauchen die Nägel noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Expertin Stalder: «In der kalten Jahreszeit trocknen sie eher aus. Hilfreich sind neben der bereits erwähnten Mischung eigentlich alle kaltgepressten Öle

Die Ideale Ergänzung zur Nagelpflege von aussen ist die Zufuhr von Vitaminen von innen. Stalder: «Hirse ist eine der Pflanzen, die unseren Nägeln guttut. Auch Selen, Biotin und Zink fördern das Wachstum gesunder Nägel.»

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Quellen
  • Carin Diodà, «Schön sein, gesund bleiben. Kosmetika und Behandlungen im Dienste der Schönheit: Ihre Grenzen und ihre Risiken.», Puls Media AG, 2004

  • Birgit Eschbach, «Schön! Der Weg zum persönlichen Beauty-Programm mit den Geheimnissen der Experten.», Südwest Verlag, 2005

  • Marina Bährle-Rapp, «Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege», Springer-Verlag, 2004