Was die Fingernägel verraten

Haben Ihre Fingernägel zum Beispiel Flecken oder Rillen? Diese und andere Auffälligkeiten können auf Störungen im Körper hinweisen.

Finger- und Zehennägel bestehen aus übereinander geschichteten Hornzellen aus Keratin, genau wie die Haare. Bei den Nägeln hat sich das Keratin zu Platten verdichtet. Sie dienen als Schutz und helfen beim Greifen. Sind die Nägel gesund, ist ihre Oberfläche glatt und matt. Die darunter liegenden Gefässe schimmern zartrosa durch, die Nagelwälle sind unversehrt, der Nagelmond weiss.

Rillen, Flecken & Co.

Mit den Jahren verändern sich Farbe und Kontur der Fingernägel. Die Farbe kann ins Gelbliche oder Gräuliche wechseln, häufig verlieren die Nägel auch ihren Glanz. Manchmal verkleinert sich der Halbmond oder verschwindet komplett, die Nagelplatte flacht ab. Ab 35 zeigen sich erste Längsrillen, die Nägel werden rauer und rissiger. Veränderungen an den Nägeln können aber auch auf Störungen im Körper hinweisen.

Querrillen

Querrillen weisen auf Beeinträchtigungen des Nagelwachstums hin (z. B. falsche Maniküre, Nagelkauen). Auch bei Zink- und Eisenmangel kommen Querrillen häufig vor.

Brüchige Nägel

Brüchige Nägel zeigen sich bei wiederholter Anwendung von aggressiven Waschlösungen. Seltener kann sich hinter brüchigen Nägeln auch ein Mangel an Vitamin A, B, Eisen, Kalzium, Biotin oder Folsäure verbergen.

Weisse Flecken

Weisse Flecken entstehen meist durch kleinere Verletzungen oder Infektionen und wachsen mit der Zeit wieder heraus.

Braune Flecken

Braune Flecken ergeben sich als Folge von Druckbelastung von aussen (Bluterguss). Heilen die Flecken nicht ab, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Löffelnägel

Löffelnägel (starke Senkung der Nagelplatte) werden häufig von starken Reinigungsmitteln verursacht und kommen öfter bei Eisenmangel vor. Ausserdem können sie auf Probleme der Schilddrüsenfunktion hinweisen.

Hilfe gegen Nägelkauen

Bis zu zehn Prozent aller Erwachsenen kauen an den Fingernägeln. Meistens tritt die oft unbewusste Angewohnheit bereits im Kindes- oder Jugendalter auf. Nägelkauen erhöht das Risiko für schmerzhafte Entzündungen und tiefe Wunden im Nagelbett und kann bei Kindern sogar zu Fehlstellungen des Gebisses führen.

Gegen Nägelkauen können homöopathische Mittel, etwa Barium carbonicum, Barium phosphoricum, Calcium phosphoricum, Medorrhinum, Tarantula und Schwefel eingesetzt werden. Unterstützend wirken entspannungsfördernde Bachblütenmischungen, zum Beispiel aus Holly, Impatiens, White Chestnut, Ipomea oder Passionsblume. Mischungen mit Scleranthus, Wild Oat, Walnut, Engelwurz oder Polei-Minze eignen sich ebenso. Auch Schüssler Salze können helfen. Die Drogistinnen Patrizia Aeberhard und Manuela Tanner empfehlen morgens die Salze Nr. 2, mittags Nr. 5, abends Nr. 7 («Energie-Schaukel»).

Bei exzessivem Nagelbeissen, wenn der Nagel also bis aufs Nagelbett abgekaut wird beziehungsweise die Fingerkuppen bluten sowie bei hohem Leidensdruck hilft am besten psychologischer Rat.

Viele Menschen versuchen, sich das Nägelkauen durch das Auftragen von bitteren Nagellacken abzugewöhnen. Das allein genügt jedoch nicht, da sich Nägelbeissen besonders häufig bei Stress, Traurigkeit, Verlegenheit oder Aggression zeigt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sollten Sie als Auslöser auch Schulstress oder familiäre Veränderungen, wie eine Trennung der Eltern oder die Geburt eines Geschwisters, in Betracht ziehen. Liebevolle Zuwendung hilft hier oft am meisten.

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Foto: © Etak / pixelio.de
Autorin: Carmen Hunkeler
Redaktion: Bettina Epper / Vanessa Naef
Quelle
  • «Drogistenstern»