Schmerzmittel

So wirkt eine Schmerztablette

Sie wirken schnell und verlässlich: Chemische Schmerzmittel. Aber wie funktioniert das eigentlich?

Schluckt jemand eine Schmerztablette, gelangt diese zuerst via Speiseröhre in den Magen. Dort zerfällt sie und löst sich fast vollständig auf. Die Wirkstoffe wandern weiter in den Darm, wo sie in kleinste Teile (Wirkstoffmoleküle) zersetzt werden. Diese Moleküle gelangen durch die Dünndarmschleimhaut ins Blut und damit in den ganzen Körper. Dort setzt ihre Wirkung ein.

Medikamente richtig einnehmen

Damit Medikamente richtig wirken, ist es wichtig, sie gemäss Vorschrift einzunehmen. Nur: Was bedeuten die Angaben in der Packungsbeilage eigentlich?

  • Nüchtern: Mindestens eine halbe bis eine (oder sogar zwei) Stunden vor oder frühestens zwei Stunden nach dem Essen. Grund: Nahrungsbestandteile oder das veränderte Milieu im Magen-Darm-Trakt können die Aufnahme der Wirkstoffe in den Blutkreislauf hemmen und so die Wirkung reduzieren.

  • Vor dem Essen: 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit. Grund: Auf leeren Magen wirken Medikamente schneller. Manche Tabletten haben einen speziellen Überzug, der nur im leeren Magen stabil bleibt, sodass sie unbeschadet bis in den Darm gelangen können.

  • Mit der Mahlzeit: Tablette zwischen zwei Bissen schlucken, oder Mahlzeit beenden und gleich danach einnehmen. Grund: Der Speisebrei schützt die empfindliche Magenschleimhaut vor möglichen Schäden durch das Medikament.

  • Nach dem Essen: Abstand zur letzten Mahlzeit mindestens 2 Stunden. Grund: Es gibt Lebensmittel, die die Wirkstoffaufnahme stören.

Grundsätzlich gilt: Medikamente am besten mit Wasser einnehmen.

Woher weiss die Schmerztablette, wo sie wirken soll?

Ein Schmerzmittel vom Typ «nichtopioide Analgetika» hilft in der Regel recht schnell gegen Schmerzen an völlig unterschiedlichen Körperteilen wie beispielsweise Zahnweh oder Schmerzen wegen eines verstauchten Fusses. Das geht, weil die Schmerztablette nicht die Ursache des Schmerzes beseitigt. Der enthaltene Wirkstoff verhindert vielmehr, dass der Körper den Botenstoff Prostaglandin bildet, der das Gehirn über den Schmerz informiert. Ohne diesen Botenstoff erfährt das Gehirn gar nicht, dass etwas Schlimmes im Körper passiert ist.

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Anders wirken Opioide wie Morphium. Sie lindern starke Schmerzen zentral im Gehirn. Der Arzneistoff bindet an bestimmte Andockstellen im Zentralnervensystem an. Das behindert die Schmerzweiterleitung und senkt das Schmerzempfinden. Opiate haben darüber hinaus auch eine beruhigende bis schläfrig machende Wirkung.

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber
Quellen
  • Broschüre «Arzneimittel richtig anwenden», Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 2011

  • Landesärztekammer Baden-Württemberg

  • senioren-ratgeber.de

  • pharmawiki.ch

  • klinikum-esslingen.de

  • Isabelle Meier: «Schmerzen lindern und bewältigen. Wirksame Hilfe bei chronischen Schmerzen», Beobachter-Buchverlag, 2002

  • Jürg Morant (Hrsg.): «Meine Gesundheit. Der Gesundheitsratgeber für die ganze Familie», Verlag Documed, 1999