Gesund im Alter

Gartenarbeit als Therapie

Gärtnern und der Aufenthalt draussen kann insbesondere für ältere Menschen viel zu einem gesunden Leben beitragen. Das zeigen Forschungen.

Jäten, harken, Blumen pflanzen … Gartenarbeit ist gesund. Nicht nur wegen der Bewegung. Auch für die Psyche ist sie ein Labsal.

«Gerade für ältere und alte Menschen können Gärten viel zu einem gesunden, sinnerfüllten Leben beitragen.» Das sagt die Kunsthistorikerin Petra Hagen Hodgson*. Mit ihrer Forschungsgruppe «Grün und Gesundheit» an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften untersucht sie, wie die Natur, wie die Beschäftigung mit Pflanzen und ansprechend gestaltete Grünräume zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität beitragen können.

Petra Hagen Hodgson

* Petra Hagen Hodgson ist Kunsthistorikerin und lehrt Stadtentwicklung und Gartengeschichte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil (ZH).

Ein Ort der Zuflucht

Beispielsweise beim Bau von Alterssiedlungen. Hier sei dem Aussenraum bislang zu wenig Beachtung geschenkt worden. Dabei wären gerade für alte Menschen einfach zugängliche und ansprechende Grünanlagen wichtig. «Gärten sind Orte der Zuflucht, der Ruhe, der Erholung aber auch des Miteinanders», sagt Hagen Hodgson. «Und sie sind auch Orte der Betätigung. Gartenarbeit gibt dem Leben Rhythmus und Struktur. Über Gärten und das Gärtnern lässt sich viel miteinander reden und in ihnen können Menschen gemeinsam etwas schaffen.» Gerade ist ein Buch über ihre Arbeit erschienen.

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Ein Garten kann dann ein angenehmer Ort für alte Menschen werden, wenn er entsprechend angelegt ist. So sind für Menschen, die an Demenz leiden, Gärten wohltuend: «Sie dürfen aber nicht gefährlich sein. Darum ist es beispielsweise wichtig, wie die Wege angelegt sind oder welche Pflanzen verwendet werden, dass sich niemand an Stacheln verletzen kann.»

Buchtipp

Für ein Wohnen im Alter existieren heute verschiedenste Modelle von der Wohngemeinschaft bis hin zu privaten Wohnkonzepten. Dem Wohnaussenraum ist aber noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Dabei bietet ein vielfältiger Grünraum gerade für ältere und alte Menschen reiche Erlebniswelten und sinnstiftende Gestaltungsmöglichkeiten – insbesondere, wenn der Garten gemeinsam entwickelt, geplant, genutzt und bewohnt wird. Hier setzt das Buch der Kunsthistorikerin Petra Hagen Hodgson und des Architekten Peter Eberhard an. Es führt in 66 Schritten durch den Prozess von der Idee für ein gemeinsames Gartenprojekt über die Planung und Durchführung bis zur Nutzung und Pflege des Gartens. Ein Buch für alle, die gemeinsam ein Gartenprojekt starten möchten. Zugleich eröffnet das Buch neue ästhetisch-gestalterische Erkenntnisse.

Petra Hagen Hodgson, Peter Eberhard: «Gartenleben im Alter. 66 Schritte zu einem gemeinsam gestalteten und bewohnten Garten», Haupt Verlag, 2018, ISBN: 978-3-258-08060-4

Ein Ort des Wohlbefindens

Doch nicht nur explizit für ältere Menschen können Gärten und Gartenarbeit etwas bewirken. Auch Schmerzpatienten profitieren von einer Gartentherapie. Sie hilft ihnen, ihre Schmerzen besser bewältigen zu lernen.

Derzeit arbeitet die Forschungsgruppe ausserdem in einem Quartier, das aufgewertet und verdichtet werden soll, wie Petra Hagen Hodgson erzählt. «Hier bieten sich gerade im Aussenraum viele Möglichkeiten für mehr Lebensqualität, Wohlbefinden und ein besseres Zusammenleben.»

Autorin und Redaktion: Bettina Epper
Wissenschaftliche Kontrolle: Drogistin HF Elisabeth von Grünigen-Huber
Quellen
  • Drogistenstern

  • Kunsthistorikerin Petra Hagen Hodgson